Quaise Energy errichtet Geothermie-Kraftwerk mit 50 MW Leistung

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Das Energieunternehmen Quaise Energy, eine Ausgründung der MIT Energy Initiative, beabsichtigt, mit dem Projekt Obsidian ein Kraftwerk im US-Bundesstaat Oregon zu errichten, das mit heißer Geothermie aus einer Hochenthalpie-Lagerstätte arbeitet. Das teilte Quaise Energy am Mittwoch mit. Das Geothermie-Kraftwerk soll über 300 °C heiße Gesteinsformationen in der Tiefe nutzen, um grünen Strom zu erzeugen. In einem ersten Schritt soll es eine Leistung von mindestens 50 MW haben.

Auf dem Stanford Geothermal Workshop 2026 hatte Quaise Energy im Februar eine Analyse vorgestellt, die belegen sollte, dass das geplante Geothermie-Kraftwerk mindestens 50 MW leisten und sauberen Strom erzeugen kann. Geplant ist, die Leistung des Kraftwerks schrittweise auszubauen. In einer zweiten Phase des Projekts Obsidian soll eine Leistung von 250 MW erzielt werden. Langfristiges Ziel sei es, in der Region eine Leistung von einem Gigawatt zu erreichen, sagt Carlos Araque, CEO und Mitgründer von Quaise Energy.

Das Projekt ist jedoch mit einigen Unsicherheiten behaftet. Um die Hitze des Gesteins nutzen zu können, muss das Unternehmen in große Tiefen der Erde vorstoßen. Beim Projekt Obsidian liegt das heiße Gestein etwa 5 km unter der Erdoberfläche. Das soll zunächst mit konventionellen Bohrmethoden erreicht werden. Bohrungen in noch größeren Tiefen, in denen höhere Temperaturen herrschen, gestalten sich jedoch schwierig, da derzeit keine Bohrer zur Verfügung stehen, die effektiv genug und den hohen Temperaturen und Drücken ausreichend gewachsen sind. Die Kosten für die Bohrungen fallen entsprechend sehr hoch aus. Mit zunehmender Bohrtiefe würden sie exponentiell ansteigen, heißt es von Quaise Energy.

In einem ersten Schritt will Quaise Energy zunächst zwei Temperaturzonen erschließen, eine mit 315 °C und eine weitere mit 365 °C. Dabei sollen die nötigen technischen Verfahren verfeinert werden, um dann auch tiefer liegendes, heißeres Gestein erreichen zu können. Denn: Je höher die Temperatur des Gesteins, desto ergiebiger falle die Stromproduktion aus. Geplant ist bei größeren Tiefen der Einsatz eines speziellen Bohrverfahrens, das mit Millimeterwellenenergie arbeitet. Beim Bohren wird das Gestein geschmolzen und verdampft.

Eine erste Bohrung im Projekt Obsidian soll voraussichtlich noch 2026 erfolgen. Die Inbetriebnahme des Kraftwerks ist frühestens für 2030 geplant. Sie werde dann Daten zur Gesteinsfestigkeit, den Untergrundbedingungen sowie dem Flussverhalten für die optimale Erzeugung von Rissen im heißen Gestein für den benötigten Wasserdurchfluss liefern. Auch müsse geklärt werden, welche Verunreinigungen mit dem Förderwasser aufsteigen und ob Dampf oder heißes Wasser zur Erzeugung der Energie verwendet werden könne. Erst dann entscheidet sich, welches Anlagen-Design zur Energieerzeugung geeignet ist.

Geothermie gilt als eine Schlüsseltechnik zur Gewinnung erneuerbarer Energie, die grundlastfähig ist, also rund um die Uhr zur Verfügung steht und deren Abgabe gesteuert werden kann.

(olb)

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