Präsidentschaftswahl in Frankreich: Wieviel Erfahrung schadet in der Politik?
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Im französischen Präsidentschaftswahlkampf tummeln sich erstaunlich viele, die schon einmal regiert haben. Sogar François Hollande überlegt, ob er noch einmal antritt.
Aus der Kolumne: Fünf vor acht
12. August 2026, 7:44 Uhr
Artikelzusammenfassung
Frankreichs Präsidentschaftsrennen wird zur Casting-Show der politischen Erfahrung. Im Vorfeld der Wahl nach Emmanuel Macron drängen sich auffallend viele Altstars und Ex-Amtsinhaber ins Bild – von François Hollande über Dominique de Villepin bis zu Bernard Cazeneuve, Édouard Philippe, Gabriel Attal und Ségolène Royal –, alle mit demselben Pitch: Wir kennen das Cockpit, wir haben den Regierungsapparat schon einmal geflogen. Der Text zerlegt dieses Versprechen jedoch mit spürbarer Skepsis und verweist, auch mit Seitenblicken auf Merz, Merkel und Scholz, auf die Fallhöhe von Routine, die in der Politik schnell zur Erstarrung, Fantasielosigkeit oder bloßen Stabilitätsfolklore werden kann. Gleichzeitig erklärt er das Paradox der derzeit stärksten Bewerber Marine Le Pen und Jean-Luc Mélenchon, die zwar seit Jahrzehnten im Game sind und mehrfach kandidierten, aber gerade daraus Kapital schlagen, dass ihnen die eigentliche Regierungserfahrung fehlt und sie so glaubhaft den Bruch mit der Macron-Ära inszenieren können. Am Ende steht eine ziemlich französische Pointe: Gewählt wird womöglich nicht der mit dem dicksten Regierungs-CV, sondern derjenige, der Erfahrung wie ein Sicherheitsnetz verkauft und trotzdem nach Aufbruch klingt.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Wer in ein Flugzeug steigt, hofft,
dass der Pilot oder die Pilotin nicht zum ersten Mal im Cockpit sitzt. Schön
wäre es, wenn er oder sie schon ein paar Starts gemacht hätten – und auch
Landungen. Ähnlich ist es beim Arzt. Wer lässt sich schon gerne von einem
Anfänger operieren? Erfahrung schafft Vertrauen. Aber gilt das auch in der
Politik? Wie viel zählt die Erfahrung noch in einer Zeit, in der so vieles neu
ist?
Die Frage führt mitten hinein in
den französischen Präsidentschaftswahlkampf. Im kommenden Frühjahr wird in
Frankreich ein neues Staatsoberhaupt gewählt. Emmanuel Macron darf nach zwei
Amtszeiten nicht noch einmal antreten. Die Entscheidung, wer nach ihm in den
Élysée einziehen wird, hat Folgen, nicht nur für Frankreich, sondern auch für Deutschland
und ganz Europa.