Dem früheren philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Der IStGH sieht genügend Beweise für einen Prozess.
Aktualisiert am 23. April 2026, 12:56 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AP, Reuters, als
Der Internationale Strafgerichtshof sieht genug Beweise, um einen Prozess gegen den Ex-Präsidenten der Philippinen, Rodrigo Duterte, zu eröffnen. »Es gibt hinreichende Gründe zur Annahme, dass Herr Duterte für Verbrechen gegen die Menschlichkeit wie Mord und versuchten Mord verantwortlich ist«, teilten die Richter mit. Die Beweislage reiche für die Eröffnung des Hauptverfahrensfahrens aus. Wann der Prozess starten wird, ist noch nicht bekannt.
Duterte werden Mord in 76 Fällen und versuchter Mord in zwei Fällen vorgeworfen. Im Rahmen seines »Kriegs gegen die Drogen« gingen die Behörden hart gegen mutmaßliche Drogenhändler und -konsumenten vor. Duterte soll der Anklage zufolge nicht nur selbst getötet, sondern Morde auch angeordnet, geplant, finanziert und öffentlich gerechtfertigt haben. Verdächtige sollen demnach oft ohne Prozess regelrecht hingerichtet worden sein.
Bis zu 30.000 Menschen getötet
Duterte war von 2016 bis 2022 Präsident der Philippinen. Die Anklage bezieht sich auch auf seine vorige Zeit als Bürgermeister der Millionenstadt Davao City. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass durch seinen erbarmungslosen Kampf gegen Drogenkriminalität bis zu 30.000 Menschen getötet worden sind.
Die Richter hatten zunächst in einem Vorverfahren die Beweislage geprüft. Am Mittwoch hatte das Gericht einen Antrag der Verteidigung zurückgewiesen, der die Zuständigkeit des Gerichtes bezweifelt hatte. Die Verteidigung hatte zudem versucht, den Prozess mit Hinweis auf die schlechte Gesundheit Dutertes zu verhindern. Auch damit war sie gescheitert.
Duterte war im März 2025 auf Grundlage eines Haftbefehls des Strafgerichtshofs in Manila festgenommen und in die Niederlande ausgeflogen worden. Er hat die Vorwürfe gegen sich zurückgewiesen.

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