Paralympics 2026: Deutschland und weitere Länder boykottieren Eröffnungsfeier

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Die 14. Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo sind mit einer kühlen und politisch aufgeladenen Eröffnungsfeier offiziell gestartet. Zwölf Tage nach dem Schlussakt der Olympischen Winterspiele am selben Ort liefen im römischen Amphitheater von Verona 28 der 55 teilnehmenden Nationen mit Sportlerinnen und Sportlern mit Handicap ein – darunter auch Russland und Belarus.

Beim wenig stimmungsvollen Einzug der Nationen fungierten keine Athleten als Fahnenträger. Das Internationale Paralympics Komitee (IPC) hatte dies mit den weiten Wegen zwischen Verona und den Wettkampforten begründet, die eine Teilnahme der Teams erschwert hätten.

Stattdessen wurden die 55 Fahnen von Freiwilligen eingetragen. Aus Platzgründen konnten nur jeweils zwei Athleten und Offizielle pro Nation an der Feier teilnehmen, die hinter den Fahnenträgern laufen. In einigen Fällen wurde ein kurzes, vorab aufgezeichnetes Video mit dem Rest ihrer Teams auf einer Leinwand gezeigt.

So auch bei Deutschland, hier waren Monoskifahrerin Anna-Lena Forster und Eishockey-Routinier Jörg Wedde als Fahnenträger nominiert. Die alpinen Athletinnen und Athleten von Team Deutschland verfolgten die Eröffnungsfeier gut gelaunt gemeinsam im Deutschen Haus in Cortina.

Viele Plätze in der Arena waren leer, als der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella die Spiele um 21.19 Uhr offiziell eröffnete und die traditionelle Begrüßungsformel sprach.

Mehrere Nationen boykottieren Feier

Mehrere Länder boykottierten die Zeremonie als Protest gegen die Zulassung russischer und belarussischer Sportler unter eigener Flagge und Hymne, aber komplett. Dem IPC seien mit Tschechien, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und der Ukraine sieben Komitees bekannt, die aus politischen Gründen fernbleiben, hatte ein Sprecher zuvor gesagt.

Kanada, Großbritannien, Deutschland und Frankreich verzichteten laut IPC hingegen aus sportlichen Gründen auf eine Teilnahme und würden die Zeremonie nicht boykottieren. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte am Dienstag erklärt, sich nicht an der Athletenparade zu beteiligen und dies mit der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe sowie der Solidarität mit der Ukraine begründet.

Die Entscheidung sei im engen Dialog mit dem Team getroffen worden, sagte der neue DBS-Vorstandsvorsitzende Idriss Gonschinska. Der DBS ist mit 40 Aktiven und acht Guides und damit dem zweitgrößten deutschen Aufgebot in der Geschichte der Winter-Paralympics dabei. Nur beim Curling sind keine Sportler aus dem Team Deutschland am Start.

Beim 50. Jubiläum der Winterspiele starten in den kommenden neun Tagen 611 Aktive aus 55 Ländern in sechs Para-Sportarten. Unter ihnen sind sechs Russen und vier Belarussen, die Wildcards erhalten haben. Iran sagte die Teilnahme des einzigen Starters, dem nordischen Skisportlers Aboulfazl Khatibi Mianaei kurzfristig ab. Angesichts des Kriegs in Nahost könne keine sichere Anreise gewährleistet werden.

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