Ein Fahrzeug mit Sprengstoff hat im Südwesten Pakistans einen Zug gerammt. Mindestens 20 Menschen starben. Ziel des Angriffs sollen Armeeangehörige gewesen sein.
Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, Reuters 24. Mai 2026, 15:05 Uhr
Bei einem Bombenanschlag auf einen Zug im Südwesten Pakistans sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Mehr als 70 weitere Menschen wurden verletzt, teilten die Behörden vor Ort mit. Der Zug soll mit Armeeangehörigen und ihren Familien auf dem Weg in den Nordwesten des Landes gewesen sein, als er von einem Auto mit Sprengstoff gerammt wurde. Es kam zu einer »gewaltigen Explosion«, berichteten Behördenvertreter.
Im Internet kursieren Videos, die zeigen, wie mehrere Waggons umkippen und in Brand geraten. Der Anschlag ereignete sich in Quetta, einer Stadt, in der üblicherweise Sicherheitskräfte stationiert sind. Mehrere Gebäude in der Nähe wurden schwer beschädigt, außerdem zahlreiche am Straßenrand geparkte Fahrzeuge.
In allen öffentlichen und privaten Krankenhäusern der Stadt sei der Notstand ausgerufen worden, teilte ein Sprecher der Provinzregierung mit. Pakistans Ministerpräsident Shehbaz Sharif verurteilte den Angriff, der zum tragischen Verlust unschuldiger Leben geführt habe.
Separatisten reklamieren Angriff für sich
Für den Anschlag verantwortlich erklärte sich die verbotene Separatistengruppe Balochistan Liberation Army (BLA). Ziel seien Militärangehörige gewesen, die für die Eid-Feiertage in ihre Heimatorte fahren wollten. Die BLA steckt hinter mehreren Gewalttaten, die sich insbesondere gegen milliardenschwere chinesische Infrastrukturprojekte richten.
Die Provinz Belutschistan liegt an der Grenze zu Afghanistan und dem Iran. Sie ist die größte und ärmste Provinz Pakistans. Seit Jahrzehnten kämpfen dort Milizen gegen Sicherheitskräfte. Immer wieder gibt es auch Anschläge. Bereits 2024 waren 26 Menschen, darunter Soldaten, bei einem Attentat auf eine Bahnstation gestorben.

vor 8 Stunden
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