Online-Wetten: Klage gegen Kalshi nach Wette auf das Ende von Chamenei

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In den USA wurde eine Sammelklage gegen die Online-Wettbörse Kalshi eingereicht, weil sie insgesamt 54 Millionen US-Dollar an Gewinnen für eine Wette rund um den Tod von Ali Chamenei nicht ausgezahlt hat. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe um eine Wette über die Frage, ob der ehemalige Oberste Führer des Iran vor dem 1. März sein Amt verlassen würde. Chamenei wurde am 28. Februar bei den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran getötet. Trotzdem habe Kalshi das Geld nicht ausgezahlt, weil diese Art des Ausscheidens aus dem Amt nicht von den Bedingungen der Wette gedeckt gewesen sei. Das wollen die Klagenden nicht akzeptieren und verlangen deshalb ihr Geld.

Mit Tarek Mansour hat ein Mitgründer und der CEO von Kalshi nach dem Bekanntwerden des Todes von Chamenei erklärt, dass auf der Plattform keine Wetten akzeptiert würden, die „direkt an einen Tod“ gebunden seien. Man würde die Regeln auch gezielt so auslegen, dass niemand davon profitieren könne, wenn jemand anders stirbt: „Das ist es, was wir hier gemacht haben.“ Mansour hat da aber eingestanden, dass man diese Ausnahme deutlicher sichtbar machen könnte, daran werde man arbeiten. Zudem hat er versichert, dass alle Wetteinsätze zurückgezahlt werden sollen, abhängig davon, wann genau jemand den jeweiligen Einsatz getätigt hat. Der massiven Kritik unter dem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X konnte er damit aber nicht den Wind aus den Segeln nehmen.

In der Klageschrift wird Kalshi vorgeworfen, dass es in der Wette „klar, eindeutig und binär“ geheißen habe, dass sie gewonnen ist, wenn Chamenei bis zum genannten Zeitpunkt aus dem Amt scheidet, zitiert Reuters. Weil sich schon vor dem US-Angriff eine Armada aus Kriegsschiffen um den Iran psotioniert und sich ein militärischer Konflikt bereits abgezeichnet hatte, sei der wahrscheinlichste „Mechanismus“, über den der Oberste Führer sein Amt verlieren würde, sein Tod gewesen. Auch bei Kalshi habe man das gewusst. Das Vorgehen der Wettbörse sei irreführend und schädlich, zitiert die Nachrichtenagentur noch. Die Klage wurde demnach in Kalifornien eingereicht.

Die Vorwürfe weisen auf ein weiteres Problem der zuletzt in den USA enorm populären Wettportale im Internet hin. Sie standen in den vergangenen Wochen hauptsächlich im Fokus der Öffentlichkeit, weil es immer wieder Hinweise auf den Einsatz von Insiderwissen gab. Mitte Februar wurden in Israel sogar schon zwei Personen angeklagt, die mit internen Informationen aus dem Militär auf das Eintreten bestimmter Ereignisse Wetten auf Polymarket abgeschlossen haben sollen. Auch dort können Nutzer und Nutzerinnen auf das Eintreten der unterschiedlichsten Ereignisse wetten. Anfang des Jahres hat ein Account auf der Plattform 400.000 US-Dollar eingenommen, weil er richtig getippt hatte, dass der venezolanische Präsident Nicolás Maduro nicht mehr lange im Amt sein würde.

(mho)

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