Wenn es um die angebliche Schlagkraft, Bewaffnung und Leistungsfähigkeit der nordkoreanischen Streitkräfte geht, neigt Machthaber Kim Jong Un nicht unbedingt zur Untertreibung. Das gilt auch (und erst recht) für das Nuklearprogramm seines isolierten Landes. Nach Angaben des Diktators hat Nordkorea die Produktion von waffenfähigem Atommaterial in den vergangenen fünf Jahren mehr als verdoppelt.
Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag berichtete, machte Kim diese Aussage am Vortag beim Besuch einer neuen Produktionsanlage für Nuklearmaterial. Dabei habe der Staatschef zudem eine »exponentielle« Steigerung der militärischen Atomkapazitäten angekündigt.
Nordkorea habe einen »ehrgeizigen Zukunftsplan verabschiedet, der darauf ausgerichtet ist, die Atomstreitkräfte unseres Staates in exponentiellem Tempo zu stärken«, sagte Kim laut dem Bericht von KCNA.
Im April hatte bereits die Internationale Atomenergiebehörde IAEA die Einschätzung geäußert, dass Nordkorea seine Kapazitäten zum Bau von Atomwaffen »sehr deutlich« ausgeweitet habe. Nordkorea verfügt der IAEA zufolge über Dutzende atomare Sprengköpfe. Das ostasiatische Land unterliegt wegen seines Atom- und Raketenprogramms massiven internationalen Sanktionen.
Die Führung in Pjöngjang bekräftigt immer wieder, dass sie niemals auf ihre Atomwaffen verzichten werde. Das international weitgehend isolierte Land argumentiert, dass es Atomwaffen zur Abschreckung gegen eine angebliche militärische Bedrohung durch die USA und mit ihr verbündete Staaten wie Südkorea benötige.
Die südkoreanische Armee hatte die neuen Tests des kommunistischen Nordens am Dienstag vermeldet. Nordkorea habe unter anderem eine ballistische Kurzstreckenrakete ins Gelbe Meer abgefeuert, erklärte der südkoreanische Generalstab. Insgesamt seien »mehrere Geschosse« vom nordkoreanischen Chongju aus gestartet worden, etwa 80 Kilometer weit geflogen und im Gelben Meer niedergegangen, das die koreanische Halbinsel von China trennt.

vor 1 Stunde
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