Tausende haben in Belfast gegen Rassismus demonstriert. Nach einer Messerattacke am Montag war es tagelang zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen Einwanderer gekommen.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, Reuters, pip 13. Juni 2026, 19:25 Uhr
Mehrere tausend Menschen haben in Belfast als Reaktion auf schwere rassistisch motivierte Ausschreitungen in Nordirland gegen Rassismus demonstriert. Die Kundgebung unter dem Motto »Together Against Hate« wurde laut Nachrichtenagentur PA von der Organisation »Unite Against Racism« vor dem Rathausplatz in Belfast organisiert.
Auf Plakaten waren Aufschriften wie »Rassisten geht nach Hause« und »Euer Rassismus ist kein Patriotismus« zu sehen.
In den vergangenen Tagen war es zu rassistisch motivierten Krawallen in Belfast gekommen. Anlass der Ausschreitungen war ein Messerangriff am Montagabend mit einem Schwerverletzten gewesen. Wegen der Tat ist ein Verdächtiger aus dem Sudan wegen versuchten Mordes angeklagt worden.
Rassistische Krawalle waren teils online koordiniert
Randalierer waren teils vermummt durch die Straßen gezogen und hatten Fahrzeuge in Brand gesetzt und Wohnhäuser angezündet. Bewohner mussten gerettet werden. Betroffen waren vor allem ethnische Minderheiten und andere ausländische Bewohnerinnen und Bewohner. Es kam zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei.
Polizei und Politiker teilten mit, ein Teil der Gewalt sei online angestiftet und koordiniert worden: Im Netz kursierten demnach Listen mit Unterkünften von Asylsuchenden und Adressen von Einwanderungsberatungen.
Der Minister für Nordirland, Hilary Benn, bezeichnete die Vorfälle als »rassistisches Schlägertum«. Die Angst unter den ethnischen Minderheiten in Nordirland sei kaum zu beschreiben, sagte Benn. Die Gewalt habe bei den Betroffenen schwere Traumata hinterlassen.
Die nordirische Regierungschefin Michelle O’Neill verurteilte die Proteste. »Gruppen maskierter Männer, die Familien aus ihren Häusern vertreiben, indem sie diese niederbrennen – das ist nichts anderes als widerliche Feigheit«, schrieb sie. Weitere nordirische Politiker verschiedener Parteien äußerten sich ähnlich und warnten vor Krawallen. In Großbritannien war es im Sommer 2024 zu heftigen rassistisch motivierten Ausschreitungen gekommen.

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