Nordirland: Ausschreitungen und Proteste nach Messerangriff in Belfast

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Nach der Gewalttat eines Geflüchteten haben Rechte zu Protesten aufgerufen. Demonstranten haben in Belfast mehrere Fahrzeuge angezündet, Politiker warnen vor Krawallen.

Quelle: DIE ZEIT, dpa, 9. Juni 2026, 23:49 Uhr

 Bei Protesten gegen Einwanderung in Belfast ist es trotz Warnungen von Politikern zu Ausschreitungen gekommen.
Bei Protesten gegen Einwanderung in Belfast ist es trotz Warnungen von Politikern zu Ausschreitungen gekommen. © PA Wire/​AP/​dpa

Nach einer Messerattacke in Belfast ist es in Nordirland zu teils gewaltvollen Protesten gekommen. In der nordirischen Hauptstadt versammelten sich Hunderte Menschen, viele von ihnen mir maskierten Gesichtern. Fahrzeuge wurden in Brand gesetzt. Wie in Luftaufnahmen im Nachrichtensender Sky News zu sehen war, stieg in mehreren Teilen der Stadt schwarzer Rauch auf. Die Geschäfte in Belfast schlossen früher als üblich.

Auch in anderen Städten in Nordirland kam es zu Protesten, unter anderem in Southampton vor einem Hotel, in dem Asylsuchende untergebracht waren. Zu den Demonstrationen hatten rechtsextreme Aktivisten aufgerufen, darunter auch der bekannte Rechtsradikale Tommy Robinson. Der US-Milliardär Elon Musk ermutigte die Protestierenden im Onlinedienst X, »wiederholt und laut« auf die Straße zu gehen. 

»Der furchtbare Angriff in Belfast ist widerwärtig. Ich habe absolut keine Toleranz für entsetzliche Szenen der Gewalt wie diese auf unseren Straßen«, teilte der britische Premierminister Keir Starmer mit. Er rief aber dazu auf, Ruhe zu bewahren und die Polizei ermitteln zu lassen. Nordirische Politiker verschiedener Parteien äußerten sich ähnlich und warnten vor Ausschreitungen. Großbritannien war im Sommer 2024 von heftigen rassistisch motivierten Ausschreitungen erschüttert worden.

Polizei ermittelt gegen Geflüchteten

Hintergrund der Demonstrationen ist ein Messerangriff vom Tag zuvor, bei dem ein Mann schwer verletzt worden war. Ein Video von der Tat wurde im Internet verbreitet und hatten Empörung ausgelöst. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich nach Angaben der Polizei um einen 30 Jahre alten Geflüchteten. Er wurde inzwischen wegen versuchten Mordes, Waffenbesitzes und Todesdrohungen angeklagt.

Die Polizei bat darum, das Video nicht zu verbreiten. Nordirlands Polizeichef Jon Boutcher rief die Menschen auf, sich nicht durch Social Media aufstacheln zu lassen und die Ermittler ihre Arbeit machen zu lassen. Es gebe bislang keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, hieß es in der Mitteilung der Polizei.

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