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Bitterer Besuch vom VW-Chef
Der Automobilindustrie verdanken wir in diesem Land einen großen Teil unseres Wohlstands und dazu unser globales Image als verlässliche Lieferanten von Qualitätsprodukten. Auf der ganzen Welt waren die Adjektive »hochwertig«, »sicher« und »zuverlässig« nur andere Worte für »deutsch«, wenn von Autos die Rede war. Man fuhr solide Volkswagen und schnell Audi, stieg arriviert zu Mercedes oder BMW auf und träumte von einem Leben als Porschefahrer. Damit ist es vorbei. Deutsche Autobauer haben bei den Abgaswerten betrogen, sie haben die Elektrowende verschlafen und verlieren nun den Anschluss auf dem Weltmarkt. Insbesondere im wichtigen Absatzgebiet China sind deutsche Autos nicht mehr gefragt. Stattdessen drängen chinesische Fahrzeuge zunehmend auf den europäischen Markt.
Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg
Foto: Julian Stratenschulte / dpaDarunter leidet vor allem der Konzern, der mit dem deutschen Autowohlstand verbunden ist wie kein zweiter: Volkswagen schwächelt, Umsatz und Gewinn gehen zurück, der Aktienkurs ist so tief abgesackt wie seit zehn Jahren nicht. »Die Lage ist mehr als kritisch«, sagte VW-Chef Oliver Blume jüngst in einem im firmeneigenen Intranet veröffentlichten Interview (mehr hier ). Ab heute wird er in den deutschen VW-Werken der Belegschaft auf Betriebsversammlungen Rede und Antwort stehen und wohl seine Sanierungspläne präsentieren. Werkschließungen und Entlassungen im großen Stil sind nicht ausgeschlossen.
Von Trump empfohlen – und durchgefallen
So oft haben wir es schon gelesen und gehört: »Jetzt«, behaupteten Kommentatoren und Analysten immer wieder, »wird es eng für Donald Trump«. Tatsächlich schien der Mann aber alles schadlos zu überstehen, jeden Skandal, jede Fehlleistung, sogar eine Verurteilung wegen der Fälschung von Geschäftsunterlagen überlebte Trump politisch. Weder politische Gegner noch die Justiz konnten ihm etwas anhaben.
US-Präsident Donald Trump
Foto: Allison Robbert / EPANun aber scheint sich eine Kraft gegen Donald Trump zu wenden, die bisher verlässlich auf seiner Seite stand: die republikanischen Wähler. Sie lassen reihenweise Kandidatinnen und Kandidaten durchfallen, die mit Trumps Unterstützung eigentlich todsicher gewinnen sollten.
»Zweieinhalb Monate vor den Halbzeitwahlen zeigt sich, wie sehr der Segen des Paten im Weißen Haus an Kraft eingebüßt hat. Eine Empfehlung von Trump, das galt in der Republikanischen Partei lange als Nonplusultra«, berichtet mein Kollege Cornelius Dieckmann und präsentiert eine beeindruckende Liste von zwar höchst loyalen, aber eben auch skandalbehafteten Trump-Jüngern, denen die Unterstützung aus dem Weißen Haus nicht mehr helfen konnte. Bei den Midterms Anfang November könnte Trump so zur lahmen Ente gestutzt werden, die nur noch laut schnattern, aber kaum noch etwas durchsetzen kann.
Aus dem Urlaub aufs Schloss
Ach, es ist wirklich nicht leicht, nach dem Urlaub wieder in die Niederungen des Arbeitslebens zurückzufinden. Wenn man doch nur die Leichtigkeit der Ferien irgendwie noch ein paar Tage erhalten könnte. Vielleicht muss man doch zuerst gar nicht ins Büro zurück, sondern trifft sich mit den Kollegen irgendwo außerhalb, um in Ruhe zu besprechen, wie es in den nächsten Wochen und Monaten weitergehen soll?
Schloss Neuhardenberg in Brandenburg
Foto: Patrick Pleul / dpaNun ja, die heutige Klausur des Bundeskabinetts auf Schloss Neuhardenberg in Brandenburg darf man sich wohl nicht allzu entspannt vorstellen, denn die Koalition steht unter dem Druck, für mehr Wachstum und Beschäftigung zu sorgen. Und vielleicht ja auch ein wenig für das Überleben der Natur und des Menschen. Jedenfalls scheint sich angesichts ausgetrockneter Böden und brennender Wälder (mehr hier ) nun auch Friedrich Merz nicht mehr dem Klimawandel entziehen zu können, jenem drängenden Thema, das während seiner bisherigen Amtszeit kaum Erwähnung fand.
Als ersten Auftritt nach dem Sommerurlaub am Tegernsee besuchte Merz das Waldbrandgebiet in der Eifel und fand deutliche Worte für die Leugner des Klimawandels: »Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist.« Ob sich Merz nun tatsächlich zum Klimakämpfer gewandelt hat oder nur den SPD-Ministern das Thema Hitzeschutz und Klimafolgen streitig machen möchte, mit dem diese sich zu Wort gemeldet hatten, als der Kanzler im Urlaub weilte? Womöglich gibt die Kabinettsklausur auf diese Frage eine Antwort.
Mehr Hintergründe hier: Bekommen wir jetzt den Klimakanzler?
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Dan Sullivan (Archivbild)
Foto: piemags / IMAGO…ist Dan Sullivan, der Echte. Vom Kampf zweier republikanischer Namensvettern dieses Namens aus Alaska um die Kandidatur für einen Sitz im US-Senat haben Sie womöglich (auch an dieser Stelle) schon gelesen. Nun hat sich ein dritter Dan Sullivan in den Kampf eingemischt. Er bezeichnet sich als Original-Sullivan und empfiehlt Dan Sullivan. Also den einen, nicht den anderen. Alles klar? Vielleicht lesen Sie die Geschichte lieber in Gänze hier:
Heute bei SPIEGEL Extra: Extreme Ultraläufe – was hinter dem Trend steckt und wann es gefährlich wird
Michael Svoboda / Getty Images
Immer mehr Rennen und Rekorde: Backyard-Ultras über viele Tage und riesige Distanzen boomen. Beim Last Soul Ultra etwa kämpfen Läuferinnen und Läufer gegeneinander, bis nur noch einer übrig ist. Unsere Autorin war dabei .
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag.
Ihr Stefan Kuzmany, Autor der Chefredaktion

vor 1 Stunde
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