Nato-Gipfel in Ankara: Türkische Polizei nimmt erneut Bürgerrechtler vor Nato-Gipfel fest

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In der Türkei hat die Polizei kurz vor dem Nato-Gipfel erneut Journalisten und Bürgerrechtler festgenommen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Maßnahmen.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, Aktualisiert am 5. Juli 2026, 17:45 Uhr

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Eine kleine Gruppe von Menschen protestiert in der türkischen Stadt Ankara. Dort wird Anfang Juli der Nato-Gipfel 2026 ausgerichtet. © Burak Kara/​Getty Images

Kurz vor Beginn des Nato-Gipfels in Ankara sind in der Türkei Medienberichten zufolge erneut Journalisten und Bürgerrechtler festgenommen worden. Die regierungskritische Zeitung Cumhuriyet berichtete von Dutzenden Festnahmen bei Polizeieinsätzen in mehreren Provinzen des Landes. Ziel sei es offenbar, »Demokraten, Linke und die Presse einzuschüchtern«, sagte der Anwalt Erman Öztürk der Nachrichtenagentur AFP.

Unter den Festgenommenen sind den Angaben zufolge die Chefredakteurin des Senders T24, Buse Sötüglü, sowie die Journalistin Ceren Erdogdu von Oda TV. Beide wurden laut ihren Arbeitgebern in Polizeigewahrsam genommen. Offizielle Angaben zu den Gründen der Festnahmen gab es zunächst nicht. Sötüglüs Anwalt Öztürk sagte AFP, er gehe davon aus, dass die Festnahmen im Zusammenhang mit dem Nato-Gipfel stünden.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisierte die Maßnahmen scharf und sprach von willkürlichen Einsätzen vor dem Gipfel. Nach Angaben der Bürgerrechtsorganisation Vereinigung zeitgenössischer Juristen wurde zudem deren Istanbuler Vorsitzende Ezgi Önalan festgenommen. Auch mehrere ihrer Mandanten seien in Gewahrsam genommen worden.

Bereits Ende Juni waren nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten im Vorfeld des Gipfels mehr als 200 Menschen festgenommen worden, darunter Journalisten, Akademiker, Anwälte, Studierende und Gewerkschafter. Mehrere regierungskritische Medien erhielten zunächst keine Akkreditierung für das Treffen.

Der Nato-Gipfel beginnt am Dienstag in Ankara. Erwartet werden die Staats- und Regierungschefs der 32 Mitgliedstaaten, darunter US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzler Friedrich Merz.

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