Nahost: Israel greift erstmals iranische Ölreserven an

vor 3 Stunden 1

Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Ein Toter durch herabfallende Trümmerteile in Dubai

Ayatolla: Chamenei-Nachfolger soll in nächsten 24 Stunden ernannt werden

Berichte: USA schicken womöglich neuen Flugzeugträger nach Nahost 

Hardliner attackieren Irans Präsidenten nach Entschuldigung: "Haben keinen Fehler gemacht"

Nach Irans Entschuldigung: Weiter Angriffe in Golfregion 

Nadja Tausche

Israel greift erstmals iranische Ölreserven an – Bundesregierung verlegt Botschaftspersonal

Das israelische Militär hat nach Angaben eines Militärsprechers erstmals die nationalen Ölreserven Irans in Teheran angegriffen. Ein Militärsprecher sagte, dies sei ein Teil der Maßnahmen gegen Einrichtungen der iranischen Führung. Demnach wurden etwa 30 Öltanks angegriffen. Die Revolutionsgarden (IRGC) bestätigten laut dem iranischen Staatssender IRIB die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden der Hauptstadt Teheran. Als Reaktion sei die Ölanlage im israelischen Haifa mit Raketen beschossen worden, teilte die IRGC mit. Zahlreiche Bilder und Videos in sozialen Medien zeigen die Angriffe mit massiven Flammen in Teheran. 

Nach den weiteren schweren Angriffen hat die Bundesregierung das Personal der deutschen Botschaft in Teheran vorübergehend in Sicherheit gebracht. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Personal sei aufgrund der Bedrohungslage temporär aus dem Land verlegt worden. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber weiterhin gewährleistet. „Die temporäre Verlegung folgt einer Reduzierung, die bereits Mitte Januar vorsorglich erfolgte“, hieß es. 

Nadja Tausche

Ein Toter durch herabfallende Trümmerteile in Dubai

In Dubai ist nach Angaben von lokalen Behörden ein Mann getötet worden. Im Zuge eines Luftabfangmanövers seien Trümmerteile auf ein Fahrzeug gefallen, heißt es. Die Dubaier Behörden berichten auch von einem weiteren Zwischenfall in der Stadt, bei dem Trümmerteile an der Fassade eines Hochhauses in der Dubai Marina niedergingen. Niemand sei verletzt worden. Zuvor hatte die Fluggesellschaft Emirates ihre Flüge von und nach Dubai vorübergehend ausgesetzt – die Behörden hatten auch hier von Gefahr durch Trümmerteile gesprochen. 

Nadja Tausche

Westjordanland: Jüdischer Siedler erschießt Palästinenser

Im Schatten des Iran-Krieges macht auch die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser im Westjordanland nicht Halt. Nach palästinensischen Angaben hat ein israelischer Siedler einen 27-jährigen Palästinenser erschossen. Der Mann sei in der Ortschaft Masafer Yatta nahe Hebron getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Laut dem israelischen Militär war der Schütze ein Reservist, der nach einem Bericht über Zusammenstöße zwischen Siedlern und Palästinensern an den Ort gekommen sei. Der Vorfall werde nun untersucht.

Isabel Bernstein

Ayatolla: Chamenei-Nachfolger soll in nächsten 24 Stunden ernannt werden

Wird Iran in den kommenden 24 Stunden einen Nachfolger für den getöteten Religionsführer Ali Chamenei ernennen? Entsprechendes sagte jedenfalls Ayatollah Hassan Mosafari, ein Mitglied des für die Wahl zuständigen Expertenrates, der Nachrichtenagentur Fars. Zugleich bat er darum, keine Gerüchte zu verbreiten, warum die Wahl bislang nicht erfolgt sei. Zuvor war in religiösen Kreisen der schiitischen Hochburg Ghom Kritik immer lauter geworden, warum der für das Verfahren zuständige Expertenrat noch immer keinen Nachfolger bestimmt hat.

Als die beiden wichtigsten Kandidaten gelten nach unbestätigten Berichten Modschtaba Chamenei, der Sohn des getöteten Obersten Führers, sowie Hassan Chomeini, der Enkel des Revolutionsführers Ruhollah Chomeini. Weder Modschtaba noch Hassan verfügen jedoch über den in der Verfassung geforderten Rang eines Großayatollahs. Laut Verfassung ist der Expertenrat, dem 88 Kleriker angehören, für die Ernennung des neuen obersten Führers verantwortlich. Bis zur Ernennung eines Nachfolgers führt ein Übergangstrio unter Präsident Massud Peseschkian, dem Justizchef und einem weiteren Geistlichen die Staatsgeschäfte.

Nach Drohungen von US‑Präsident Donald Trump, wonach auch ein möglicher Nachfolger Chameneis getötet werde, herrscht Kennern der iranischen Innenpolitik zufolge Unruhe in der Führungsebene. Ein Attentat auf den Nachfolger Chameneis wird – insbesondere bei öffentlichen Auftritten – für durchaus möglich gehalten. Religionsführer Chamenei war am Samstag vergangener Woche bei einem israelischen Luftangriff getötet worden.

Ein Porträt von Modschtaba Chamenei, dem Sohn des getöteten Obersten Führers, lesen Sie hier:

Nadja Tausche

Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate: „Wir befinden uns im Krieg“ 

Mohammed bin Sajid, der Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, hat sich angesichts der iranischen Angriffe mit eindringlichen Worten an sein Volk gewandt. „Wir befinden uns im Krieg“, sagte er dem Fernsehsender Abu Dhabi TV. Die Emirate würden ihre Pflicht erfüllen und alle Einwohner schützen, fügte er bei einem Besuch von Verletzten hinzu. Er habe auch eine Botschaft an die Feinde, so der Präsident weiter: „Die Emirate haben ein dickes Fell und bitteres Fleisch, wir sind keine leichte Beute.“ Das Land sei zwar „attraktiv, wunderschön und ein Vorbild“, davon dürften sich die Gegner der Emirate aber nicht täuschen lassen. „Ich verspreche allen, dass wir stärker denn je aus diesem Krieg hervorgehen werden.“

Die Emirate stehen wie die weiteren Golfstaaten seit einer Woche unter Beschuss durch Iran. Die Flugabwehr des Landes hat nach eigenen Angaben bisher rund 200 Raketen, 1100 Drohnen und mehrere Marschflugkörper abgefangen. 

Nadja Tausche

Berichte: USA schicken womöglich neuen Flugzeugträger nach Nahost 

Die Vereinigten Staaten bereiten sich möglicherweise darauf vor, den Flugzeugträger USS George H.W. Bush in den Nahen Osten zu schicken. Das berichten mehrere Medien mit Bezug auf den US-amerikanischen Fernsehsender Fox News. Die Information ist bisher nicht bestätigt. Die Organisation U.S. Naval Institute teilte mit, der Flugzeugträger USS George H.W. Bush sei ab sofort bereit für einen Einsatz. Die USS George H.W. Bush, ihre Begleitschiffe und ihre Luftflotte hätten die gemeinsame Einheitsübung abgeschlossen, die alle Flugzeugträgerkampfgruppen absolvieren müssen, bevor sie für nationale Einsätze zertifiziert werden. Bisher haben die USA zwei Flugzeugträger in der Region. Ein dritter würde eine deutliche Erhöhung der Kampfeskraft bedeuten.

Zudem haben die US-Streitkräfte weitere Langstreckenbomber nach Großbritannien verlegt. Das Verteidigungsministerium in London bestätigte am Samstag, dass die USA britische Stützpunkte für „spezifische Verteidigungsoperationen“ im Iran-Krieg nutzten. Nachdem am Freitag der erste Militärflieger des Typs B-1 Lancer in Gloucestershire angekommen war, erreichten am Samstag drei weitere die RAF-Basis Fairford. Das Ministerium schrieb auf der Plattform X: Die Verteidigungsoperationen sollen Iran daran hindern, Raketen in die Region abzufeuern und damit britische Leben in Gefahr zu bringen. 

Isabel Bernstein

Tausende Menschen demonstrieren in Berlin und Düsseldorf gegen iranische Führung

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Düsseldorf und Berlin bei Kundgebungen Freiheit für Iran gefordert. In Düsseldorf kamen nach Polizeiangaben etwa 2500 Menschen zur Demonstration. In Berlin versammelten sich rund 1000 Teilnehmer in der Nähe des Brandenburger Tors, 2000 waren angemeldet. Unter den Demonstranten waren viele Anhänger des iranischen Oppositionspolitikers Reza Pahlavi. Er ist der Sohn des 1979 gestürzten Schahs. Auf Plakaten waren Fotos von ihm zu sehen, auf Schildern und Transparenten war zu lesen: „Das Mullah-Pack muss weg“ oder „Demokratie für Iran“. 

Redner erinnerten an die Tausenden Menschen, die während der Proteste zu Beginn des Jahres in Iran ermordet wurden, und an die Tausenden, die noch gefangen gehalten werden. Vor der Bühne in Berlin hingen auch eine deutsche, eine israelische und eine amerikanische Flagge. Manche Demonstranten hatten sich eine israelische Fahne um die Schultern gelegt, andere eine amerikanische auf die Wange geschminkt.

Christian Helten

Kuwait drosselt Ölförderung

Kuwait drosselt wegen der anhaltenden iranischen Angriffe und der Drohungen gegen die Schifffahrt in der Straße von Hormus vorsorglich seine Ölproduktion. Auch der Durchsatz der Raffinerien werde reduziert, teilt der staatliche Ölkonzern Kuwait Petroleum Corporation (KPC) mit. Dies sei Teil der Strategie zum Risikomanagement. Man sei bereit, die Förderung wieder hochzufahren, sobald die Lage dies zulasse.

Staatliche iranische Medien melden unterdessen, die iranischen Revolutionsgarden hätten einen Tanker in der Straße von Hormus getroffen. Das Schiff fahre unter der Flagge der Marshallinseln, heißt unter Berufung auf die Eliteeinheit.

Isabel Bernstein

Hardliner attackieren Irans Präsidenten nach Entschuldigung: "Haben keinen Fehler gemacht"

Irans Präsident Massud Peseschkian löst mit seiner Entschuldigung bei Nachbarstaaten für Angriffe im eigenen Land Kritik aus. Hardliner werfen ihm vor, Schwäche zu zeigen, den nationalen Stolz zu verletzen und dem Land zu schaden. Der Abgeordnete Dschalah Raschidi-Kutschi schrieb auf der Plattform X: „Mit allem Respekt, Herr Präsident, eine Entschuldigung wird ausgesprochen, wenn ein Fehler gemacht wurde (...). Aber wir haben keinen Fehler gemacht.“ Raschidi-Kutschi warf dem Präsidenten vor, seine Botschaft habe keinerlei Zeichen von Autorität gehabt und sei nur schwach gewesen – was Text, Ausdruck und Körpersprache betreffe.

Der den Hardlinern zugerechnete Parlamentarier Mohammad Manan-Raisi schrieb auf X: „Ihre befremdliche Entschuldigung bei den Nachbarländern hat allgemeines Bedauern ausgelöst (...). Die Angriffe unserer Streitkräfte geben keinerlei Anlass für eine derart erniedrigende Entschuldigung Ihrerseits.“ Manan-Raisi forderte Präsident Peseschkian auf, „sich umgehend beim Volk für diese erniedrigende Haltung“ zu entschuldigen. 

Aus Sicht des israelischen Iran-Experten Raz Zimmt könnten die Attacken aus radikalen Kreisen auf eine Verschärfung der Machtkämpfe an der Spitze nach dem Tod des Revolutionsführers Ali Chamenei hindeuten. 

Julia Daniel

Nach Irans Entschuldigung: Weiter Angriffe in Golfregion 

Trotz einer Entschuldigung von Irans Präsident Massud Peseschkian für Angriffe in der Golfregion dauern die Attacken dort an. Mehrere Golfstaaten teilten heute erneut mit, sie hätten Angriffe mit Raketen und Drohnen abgewehrt. Dabei standen unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar unter Beschuss.

Katars Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr habe eine Rakete abgefangen. Am Freitag hatte Katar Angriffe mit zehn iranischen Drohnen gemeldet. In Katar liegt der wichtige US-Militärstützpunkt al-Udeid. Das emiratische Verteidigungsministerium erklärte am Samstagmorgen, man reagiere auf Beschuss mit iranischen Drohnen und Raketen. Die Emirate sind von den Golfländern am stärksten unter Beschuss und fingen nach eigenen Angaben bisher rund 200 Raketen, 1100 Drohnen und mehrere Marschflugkörper ab. Das Medienbüro der Metropole Dubai meldete zudem einen „kleinen Vorfall“ durch herabfallende Trümmerteile.

Irans Marineeinheiten teilten der Nachrichtenagentur Tasnim zufolge mit, diese hätten mit Drohnen US-Stützpunkte in Abu Dhabi und in Kuwait angegriffen. Irans Revolutionsgarden erklärte, sie hätten an der US-Basis in den Emiraten unter anderem ein Kommunikationszentrum und Radarsysteme getroffen. Saudi-Arabien teilte mit, die Luftwaffe habe unter anderem mehrere Drohnen am Ölfeld-Schaiba im Südosten abgefangen sowie zwei Raketen in Nähe der US-Luftwaffenbasis südöstlich von Riad. Auch in Bahrain heulten heute die Warnsirenen wegen drohender Luftangriffe. Das Generalkommando teilte heute mit, das Land habe bisher mehr als 80 Raketen und etwa 150 Drohnen abgefangen seit Beginn der Angriffe vor einer Woche.

Julia Daniel

Trump droht: „Heute wird Iran mit voller Wucht getroffen"

In einem Post auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social kündigt US-Präsident Donald Trump weitere harte Militärschläge gegen Iran an. „Heute wird Iran mit voller Wucht getroffen! Aufgrund des Fehlverhaltens Irans werden Gebiete und Bevölkerungsgruppen, die bisher nicht als Ziele in Betracht gezogen wurden, ernsthaft in Erwägung gezogen, vollständig zerstört zu werden und den sicheren Tod zu erleiden.“

Trump nahm in seinem Post auch Bezug auf die Entschuldigung des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian an die Nachbarländer. Iran habe „kapituliert“ und versprochen, keine weiteren Angriffe auf seine Nachbarn im Nahen Osten zu unternehmen. Dieses Versprechen sei nur den „unerbittlichen Angriffen der USA und Israels“ geschuldet. Die Nachbarstaaten Irans hätten sich bei ihm für die Entschuldigung Peseschkians bedankt. Iran sei nicht länger der „Tyrann des Nahen Ostens“, sondern der „Verlierer des Nahen Ostens“ und werde dies noch viele Jahrzehnte bleiben, bis er kapituliert oder, wahrscheinlicher, vollständig zusammenbricht, so Trump weiter.

Julia Daniel

Irans Präsident entschuldigt sich bei Nachbarländern - und stellt Bedingungen für Ende von Angriffen

Irans Präsident Massud Peseschkian entschuldigte sich in einem im staatlichen Rundfunk veröffentlichten Video bei den Nachbarländern für Irans Angriffe. „Diese Vorfälle waren das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure, als die Streitkräfte führungslos waren und eigenständig handeln mussten“, sagte er. Zugleich stellte Peseschkian Bedingungen für ein Ende der Luftangriffe auf Nachbarländer. Er erklärte, Iran werde keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf Iran erfolgten. Er nannte jede Form der Unterstützung für Israel und die USA „ehrlos“. 

Peseschkians Aussage bedeutet, dass auch von US-Militärstützpunkten in der Region keine Angriffe auf Iran erfolgen dürften. Da solche Basen in mehreren Nachbarländern stationiert sind, würde die Bedingung faktisch auch die USA betreffen.

Eine Kapitulation schloss Peseschkian aus. In der Video-Botschaft sagte er, „die Spekulationen über eine mögliche Kapitulation des Landes sind absurd und die Feinde können solche Träume mit ins Grab nehmen.“ US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag erklärt, er wolle kein Abkommen mit Iran mehr schließen. Stattdessen müsse es auf eine „bedingungslose Kapitulation“ hinauslaufen.

Peseschkian rief außerdem seine Landsleute auf, alle internen Differenzen beiseitezulegen und geschlossen gegen äußere Bedrohungen aufzutreten. „Wenn wir Differenzen haben, ist es besser, sie untereinander zu lösen“, sagte er. Die iranische Bevölkerung ist gespalten: Ein Teil der Iraner unterstützt einen Sturz der politischen Führung und hofft, dass der Krieg diesen beschleunigt. 

Im Anschluss an die Rede Peseschkians erklärten die Islamischen Revolutionsgarden laut Nachrichtenagentur Tasnim, dass sie in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Präsidenten die Interessen und die nationale Souveränität der Nachbarländer respektierten. Alle Militärstützpunkte und Interessen der USA und Israels zu Wasser, zu Land und in der Luft in der Region würden aber weiter als Hauptziele angesehen. 

Julia Daniel

Die Lage im Überblick

  • Auch in der Nacht auf Samstag greift Israel Ziele in Iran an. Die USA haben ebenfalls "schwerstes Bombardement" in der Nacht angekündigt.
  • Irans Präsident Peseschkian entschuldigt sich bei den Nachbarstaaten für die iranischen Angriffe, stellt aber zugleich Bedingungen für das Ende derselben. 
  • Trotz der Entschuldigung Peseschkians gehen die iranischen Angriffe in der Golfregion weiter. Die Vereinigten Arabischen Emirate, Dubai, Saudi-Arabien und Bahrain melden Angriffe, die iranische Marine gibt an, US-Stützpunkte in Abu Dhabi und Kuwait angegriffen zu haben.
  • Bereits am Freitag waren auch südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut Ziel wiederholter Attacken. 
  • US-Präsident Trump fordert eine "bedingungslose Kapitulation" Irans.

Christian Helten

Israel greift mehrere Ziele in Iran an - offenbar Feuer an Teherans Flughafen

Bei einer nächtlichen Welle von Luftangriffen hat das israelische Militär nach eigenen Angaben Infrastruktur in Teheran und im Zentrum Irans getroffen. Mit 80 Kampfjets habe man 230 Bomben abgeworfen. Zu den Zielen gehörte unter anderem eine Militärakademie der Islamischen Revolutionswächter: Die Imam-Hossein-Universität in Teheran sei von den Revolutionsgarden als Versammlungsort genutzt worden und daher ein legitimes militärisches Ziel gewesen, betonte die Armee.

Außerdem wurden ein Lager für Raketen, unterirdische Kommandostrukturen und Raketenabschussrampen getroffen. In dem unterirdischen Raketenlager seien Hunderte Mitarbeiter des "iranischen Terrorregimes" tätig gewesen.

Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet zudem einen Angriff auf den Flughafen Mehrabad in Teheran. Auf Social Media kursieren Fotos und Videos, die größere Brände am Flughafen zeigen sollen. Die New York Times zitiert zwei Anwohner, die von schweren Beschädigungen und brennenden zivilen Flugzeugen berichten. Bewohner von Appartementkomplexen in der Nähe des Flughafens sollen aufgefordert worden sein, im Haus zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.

Julia Daniel

US-Regierung dementiert Berichte zu Russlands Hilfe für Iran nicht 

Die US-Regierung hat Medienberichte, wonach Russland Iran Informationen über amerikanische Truppen und mögliche Ziele im Nahen Osten liefert, zunächst nicht dementiert. Darauf angesprochen, sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth dem Sender CBS News, dass die USA alles beobachteten. „Wir verfügen über die besten Geheimdienstinformationen der Welt“, betonte er. Sie wüssten, was vor sich gehe und US-Präsident Donald Trump wisse, wie man diese Risiken mindere. Er wisse, wer mit wem spreche - „und alles, was nicht passieren sollte, sei es öffentlich oder hinter den Kulissen, wird konfrontiert und entschieden angegangen“, sagte Hegseth.

Auch Trump selbst wurde bei einer Veranstaltung im Weißen Haus auf die Berichte angesprochen. Witzelnd sprach er zunächst von einem vergleichsweise einfachen Problem - und bügelte die Frage kurz darauf ab.
Zuvor hatte seine Sprecherin Karoline Leavitt gesagt, auch wenn die Russen Informationen weitergäben, mache das mit Blick auf den Krieg keinen Unterschied. Die US-Streitkräfte hätten Iran bereits erheblich geschwächt.

Der US-Sender CNN und die Washington Post berichteten unter Berufung auf mit US-Geheimdiensterkenntnissen vertraute Personen, dass der Kreml Teheran mit Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen versorge. Der New York Times lagen unter Berufung auf US-Beamte ähnliche Informationen vor. „Es scheint sich um eine ziemlich umfassende Maßnahme zu handeln“, zitierte die Washington Post eine der Personen. CNN zufolge sind die meisten weitergegebenen Informationen Bilder, die mit modernen Satelliten Moskaus angefertigt wurden.

Russland ist offiziell nicht an dem Krieg beteiligt. Moskau und Teheran haben zuvor im Rüstungsbereich zusammengearbeitet, so lieferte etwa Iran Russland zu Beginn des Ukraine-Kriegs Drohnen vom Typ Shahed. Ein militärischer Beistand oder größere Waffenlieferungen für den Partner im Nahen Osten scheinen jedoch aktuell nicht im Raum zu stehen. Angesichts des Angriffskriegs gegen die Ukraine sind die russischen Kapazitäten ohnehin stark ausgelastet. Zugleich will sich Kremlchef Wladimir Putin die für Moskau ebenfalls wichtigen Beziehungen im Nahen Osten zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht verderben. 

Gesamten Artikel lesen