Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.
Wichtige Updates
Israel greift mehrere Ziele in Iran an - offenbar Feuer an Teherans Flughafen
US-Regierung dementiert Berichte zu Russlands Hilfe für Iran nicht
US-Minister: „Schwerstes Bombardement“ Irans heute Nacht
Israel: Kommandozentrale der Revolutionsgarden in Libanon angegriffen
Kein Iran-Deal: Trump fordert „bedingungslose Kapitulation“
Irans Präsident entschuldigt sich bei Nachbarländern - und stellt Bedingungen für Ende von Angriffen
Irans Präsident Massud Peseschkian entschuldigt sich in einem im staatlichen Rundfunk veröffentlichten Video bei den Nachbarländern für Irans Angriffe. Zugleich stellt Peseschkian Bedingungen für ein Ende der Luftangriffe auf Nachbarländer. Er erklärt, Iran werde keine Raketen abfeuern und Nachbarländer angreifen, sofern von deren Territorium keine Attacken auf Iran erfolgten.
Peseschkians Aussage bedeutet, dass auch von US-Militärstützpunkten in der Region keine Angriffe auf Iran erfolgen dürften. Da solche Basen in mehreren Nachbarländern stationiert sind, würde die Bedingung faktisch auch die USA betreffen.
Die Lage im Überblick
- Die Angriffe gegen Iran gehen weiter. Israel meldet eine neue Angriffswelle auf Teheran. Auch die südlichen Vororte im libanesischen Beirut sind Ziel wiederholter Attacken.
- Iran greift seinerseits Israel mit Raketen an, auch aus anderen Ländern der Region werden iranische Attacken gemeldet, etwa aus Bahrain. Dort sind mehrere zivile Gebäude beschädigt worden.
- US-Präsident Trump fordert eine "bedingungslose Kapitulation" Irans.
- Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge den unterirdischen Militärbunker des getöteten Staatsoberhaupts und Religionsführers Ali Chamenei angegriffen, der der israelischen Armee zufolge von hochrangigen Vertretern der iranischen Führung genutzt wurde.
- Angesichts des Drohnenangriffs auf Zypern wird in der EU-Inselrepublik ein Beitritt zur Nato diskutiert.
- Wegen des iranischen Raketenbeschusses auf die Türkei erhöht die Nato die Alarm- und Einsatzbereitschaft ihrer ballistischen Abwehrsysteme.
Israel greift mehrere Ziele in Iran an - offenbar Feuer an Teherans Flughafen
Bei einer nächtlichen Welle von Luftangriffen hat das israelische Militär nach eigenen Angaben Infrastruktur in Teheran und im Zentrum Irans getroffen. Mit 80 Kampfjets habe man 230 Bomben abgeworfen. Zu den Zielen gehörte unter anderem eine Militärakademie der Islamischen Revolutionswächter: Die Imam-Hossein-Universität in Teheran sei von den Revolutionsgarden als Versammlungsort genutzt worden und daher ein legitimes militärisches Ziel gewesen, betonte die Armee.
Außerdem wurden ein Lager für Raketen, unterirdische Kommandostrukturen und Raketenabschussrampen getroffen. In dem unterirdischen Raketenlager seien Hunderte Mitarbeiter des "iranischen Terrorregimes" tätig gewesen.
Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet zudem einen Angriff auf den Flughafen Mehrabad in Teheran. Auf Social Media kursieren Fotos und Videos, die größere Brände am Flughafen zeigen sollen. Die New York Times zitiert zwei Anwohner, die von schweren Beschädigungen und brennenden zivilen Flugzeugen berichten. Bewohner von Appartementkomplexen in der Nähe des Flughafens sollen aufgefordert worden sein, im Haus zu bleiben und die Fenster geschlossen zu halten.
US-Regierung dementiert Berichte zu Russlands Hilfe für Iran nicht
Die US-Regierung hat Medienberichte, wonach Russland Iran Informationen über amerikanische Truppen und mögliche Ziele im Nahen Osten liefert, zunächst nicht dementiert. Darauf angesprochen, sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth dem Sender CBS News, dass die USA alles beobachteten. „Wir verfügen über die besten Geheimdienstinformationen der Welt“, betonte er. Sie wüssten, was vor sich gehe und US-Präsident Donald Trump wisse, wie man diese Risiken mindere. Er wisse, wer mit wem spreche - „und alles, was nicht passieren sollte, sei es öffentlich oder hinter den Kulissen, wird konfrontiert und entschieden angegangen“, sagte Hegseth.
Auch Trump selbst wurde bei einer Veranstaltung im Weißen Haus auf die Berichte angesprochen. Witzelnd sprach er zunächst von einem vergleichsweise einfachen Problem - und bügelte die Frage kurz darauf ab.
Zuvor hatte seine Sprecherin Karoline Leavitt gesagt, auch wenn die Russen Informationen weitergäben, mache das mit Blick auf den Krieg keinen Unterschied. Die US-Streitkräfte hätten Iran bereits erheblich geschwächt.
Der US-Sender CNN und die Washington Post berichteten unter Berufung auf mit US-Geheimdiensterkenntnissen vertraute Personen, dass der Kreml Teheran mit Standortangaben und Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen versorge. Der New York Times lagen unter Berufung auf US-Beamte ähnliche Informationen vor. „Es scheint sich um eine ziemlich umfassende Maßnahme zu handeln“, zitierte die Washington Post eine der Personen. CNN zufolge sind die meisten weitergegebenen Informationen Bilder, die mit modernen Satelliten Moskaus angefertigt wurden.
Russland ist offiziell nicht an dem Krieg beteiligt. Moskau und Teheran haben zuvor im Rüstungsbereich zusammengearbeitet, so lieferte etwa Iran Russland zu Beginn des Ukraine-Kriegs Drohnen vom Typ Shahed. Ein militärischer Beistand oder größere Waffenlieferungen für den Partner im Nahen Osten scheinen jedoch aktuell nicht im Raum zu stehen. Angesichts des Angriffskriegs gegen die Ukraine sind die russischen Kapazitäten ohnehin stark ausgelastet. Zugleich will sich Kremlchef Wladimir Putin die für Moskau ebenfalls wichtigen Beziehungen im Nahen Osten zu Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht verderben.
Drei UN-Blauhelmsoldaten bei Beschuss in Libanon verletzt
Infolge der Kämpfe in Libanon zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz sind drei Soldaten der UN-Beobachtermission Unifil in ihrem Stützpunkt verletzt worden. Ein Schwerverletzter sei zur Behandlung in ein Krankenhaus in der libanesischen Hauptstadt Beirut gebracht worden, die beiden anderen Verletzten würden in einer Unifil-Einrichtung behandelt, teilte die Mission der Vereinten Nationen mit. Ein Brand auf dem Stützpunkt im Südwesten Libanons sei gelöscht worden.
„Es ist inakzeptabel, dass Friedenstruppen, die vom Sicherheitsrat beauftragte Aufgaben erfüllen, angegriffen werden“, erklärte Unifil. Jeder Angriff auf Unifil-Truppen stelle einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht dar. Unifil teilte nicht mit, welche Kriegspartei für den Vorfall verantwortlich war.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach ebenfalls von einem „inakzeptablen Angriff“ auf Unifil. Auch UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Vorfall. Die verletzten Blauhelmsoldaten stammen demnach aus Ghana.
Zuvor hatte es unter Berufung auf Sicherheitskreise geheißen, dass auch ein Posten von Unifil unter israelischen Beschuss geraten sei. Das israelische Militär teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen.
Am Freitag hatte es bei landesweiten israelischen Angriffen in Libanon auf Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz nach libanesischen Angaben erneut mehrere Todesopfer gegeben. Die Hisbollah feuert seit dem vergangenen Wochenende wieder regelmäßig Raketen auf israelische Ziele ab. Israel reagiert seitdem mit massiven Luftangriffen in Libanon.
Die Vereinten Nationen haben seit 1978 Blauhelmsoldaten im Grenzgebiet von Israel und Libanon stationiert. Aktuell sind daran rund 7500 Soldatinnen und Soldaten aus fast 50 Ländern beteiligt.
Saudi-Arabien: Drohnenangriff auf Ölfeld abgewehrt
Saudi-Arabien hat nach Behördenangaben einen Drohnenangriff Irans auf das riesige Ölfeld Schaiba abgewehrt. Es seien sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Wie die saudische Nachrichtenagentur Spa unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher berichtete, wurde zudem erneut eine auf den Luftwaffenstützpunkt Prinz Sultan abgefeuerte ballistischen Rakete abgefangen.
Erst vor wenigen Tagen war in Saudi-Arabien eine Ölraffinerie des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Ras Tanura im Osten des Landes mit mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden. Auch sie wurden nach amtlichen Angaben abgefangen und zerstört. Aramco betreibt auch das Ölfeld Schaiba.
Der Iran-Krieg hat zu einer Störung der Ölversorgung geführt. Derzeit passieren aus Sorge vor Angriffen Irans kaum noch Schiffe die Straße von Hormus. Die Meerenge ist ein wichtiger Seeweg für Öl- und Gastransporte.
Nach Informationen der US-Zeitung Wall Street Journal füllen sich die großen Öllagerstätten in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten deswegen so schnell, dass die beiden Länder in weniger als drei Wochen ihre Kapazitätsgrenzen erreichen dürften. Kuwait habe derweil wegen fehlender Lagerkapazitäten bereits begonnen, seine Ölproduktion zu drosseln.
Infolge des Iran-Kriegs steigen die Ölpreise. Das Problem sei eine Störung der Ölversorgung wegen der Logistikprobleme, sagte der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol. An Öl selbst mangele es nicht.
Wie sich der gestiegene Ölpreis auf die deutsche Wirtschaft auswirkt, lesen Sie hier:
Rüstungsdeal mit Israel über 150 Millionen Dollar - Trump kündigt massive Rüstungsoffensive an
Das US-Außenministerium genehmigte laut einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung des Kongresses einen möglichen Verkauf von Militärgütern im Wert von 151,8 Millionen US-Dollar an Israel. Der im Eilverfahren beschlossene Rüstungsdeal umfasst 12 000 Tausend-Pfund-Bomben. Der Außenminister hat den normalen Kongress-Genehmigungsprozess ausgehebelt, indem er einen nationalen Sicherheitsnotstand erklärte.
Zugleich hat US-Präsident Donald Trump nach einem Treffen mit den Chefs der größten amerikanischen Rüstungskonzerne am Freitag eine drastische Ausweitung der Waffenproduktion angekündigt. Man habe vereinbart, die Produktion sogenannter „Exquisite Class“-Waffen – also hochentwickelter Präzisionsmunition – zu vervierfachen, schrieb Trump auf Truth Social. Vertreten waren die CEOs von Lockheed Martin, Raytheon, Northrop Grumman, Boeing, BAE Systems, Honeywell Aerospace und L3Harris Missile Solutions. Ein Folgetreffen sei in zwei Monaten geplant.
Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte erst kürzlich betont, die USA hätten „keinen Mangel an Munition“ – die Vorräte seien groß genug, um die Militärkampagne gegen Iran „so lange aufrechtzuerhalten, wie es nötig ist“. Dass Trump nun gleichzeitig eine Vervierfachung der Rüstungsproduktion ankündigt und einräumt, die Bestände würden aktiv in Iran und in Venezuela eingesetzt, legt nahe, dass der Munitionsverbrauch erheblich ist. Bereits am Freitag hatte das Weiße Haus bestätigt, dass Vertreter der Trump-Regierung mit Rüstungsmanagern zusammentreffen wollten, um über die Beschleunigung der Waffenproduktion zu sprechen – laut Reuters auch, um Vorräte nach den Angriffen auf Iran wieder aufzufüllen.
Organisation: 20 000 Seeleute sitzen im Persischen Golf fest
Wegen des Iran-Kriegs sitzen im Persischen Golf nach Angaben der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) rund 20 000 Seeleute an Bord von Schiffen fest. Generalsekretär Arsenio Dominguez bezeichnete das als inakzeptabel und wies auf ihr erhöhtes Risiko und die „erhebliche psychische Belastung“ hin. Alle an dem Konflikt beteiligten Parteien seien verpflichtet, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz der Seeleute sowie die Freiheit der Schifffahrt im Einklang mit dem Völkerrecht zu gewährleisten.
Der Persische Golf wird nur durch die für den internationalen Handel wichtige Straße von Hormus mit den Weltmeeren verbunden. Iran weist zwar Berichte über eine vollständige Sperrung der Meerenge, die zwischen seinem Land und Oman liegt, zurück. Nach Einschätzung von US-Kriegsbeobachtern ist der Schiffsverkehr dort aber um etwa 90 Prozent zurückgegangen. Am Golf von Persien liegen bedeutende Ölförderländer, zu den Anrainern zählen neben Iran Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate.
Dominguez wies auf einen tödlichen Angriff auf ein Schiff (Mussafah 2) in der Straße von Hormus am Freitag hin, bei dem Berichten zufolge mindestens vier Seeleute ums Leben gekommen und drei schwer verletzt worden seien. Seeleute dürften nicht zur Zielscheibe werden, sagte er.
Zuletzt wurden im Persischen Golf, der Straße von Hormus und dem Golf von Oman immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Beginn der jüngsten Kampfhandlungen am Samstag beinahe zum Erliegen gebracht.
Revolutionsgarden provozieren die USA: „Begrüßen US-Eskorte von Öltankern“
Die iranischen Revolutionsgarden fordern US-Präsident Donald Trump einem Bericht staatlicher iranischer Medien zufolge heraus, Öltanker mit Marineschiffen durch die Straße von Hormus zu eskortieren. „Iran begrüßt die Eskorte von Öltankern und die Anwesenheit von US-Streitkräften bei der Durchquerung der Straße von Hormus ausdrücklich. Wir warten darauf“, sagte der Sprecher der Revolutionsgarden, Alimohammad Naini.
Eine sarkastisch gemeinte Aufforderung: „Wir empfehlen den Amerikanern, sich vor jeder Entscheidung an den Brand des amerikanischen Supertankers Bridgeton im Jahr 1987 und an die kürzlich angegriffenen Öltanker zu erinnern.“ Im sogenannten „Tankerkrieg" während des Iran-Irak-Kriegs wurde der unter US-Flagge fahrende Supertanker Bridgeton von einer iranischen Mine getroffen. Trump hatte am Dienstag gesagt, die US-Marine könne bei Bedarf Öltanker durch die Straße von Hormus eskortieren. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran am Samstag wurden mindestens neun Schiffe angegriffen.
Wie wichtig die Straße von Hormus ist, haben Theresa Eingartner, Elisa von Grafenstein, Oliver Klasen und Felicitas Kock multimedial aufbereitet:
Ischinger „negativ überrascht“ von fehlendem US-Plan für Iran
Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, vermisst einen klaren Plan der US-Regierung für den Iran-Krieg. „Negativ überrascht hat mich, dass die amerikanische Regierung weiterhin keinen halbwegs verlässlichen Plan kommunizieren kann, was das Ziel der Intervention in Iran ist“, sagte Ischinger dem Magazin Stern. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist, wenn man ohne klaren Plan, der auch mit den Verbündeten geteilt wird, in solche Operationen hineinstolpert.“
Am ersten Tag der Operation habe US-Präsident Donald Trump den Begriff „Regime Change“ in den Mund genommen. „Inzwischen hat Washington die Begründung für den Einsatz jedoch gewechselt, so wie manche das Hemd wechseln“, sagte Ischinger. Von „Regime Change“ sei jetzt nicht mehr die Rede, „oder nur noch am Rande“.
Ischinger sieht durch den Iran-Krieg auch die westliche Unterstützung für die Ukraine in Gefahr. Deutschland müsse als europäische Führungsnation den USA sagen: „Wir müssen uns auf die Ukraine konzentrieren, und nicht auch noch Munitionsknappheiten für die Ukraine verstärken durch eine längere militärische Auseinandersetzung mit Iran“, betonte Ischinger.
Die Ukraine müsse für Europa die absolute Priorität haben. „Wir dürfen es unter keinen Umständen zulassen, dass die Ukraine in ihrem Freiheitskampf in Vergessenheit gerät, weil sich der Fokus verlagert.“ Der Iran-Krieg lenke schon jetzt ab und reduziere die Fähigkeiten, Russland unter Druck zu setzen. „Er droht, die Friktionen im transatlantischen Verhältnis noch zu verstärken.“
US-Minister: „Schwerstes Bombardement“ Irans heute Nacht
US-Finanzminister Scott Bessent hat besonders heftige Angriffe in Iran angekündigt. „Heute Nacht wird unser schwerstes Bombardement stattfinden“, sagte er dem Sender Fox Business am Freitag (Ortszeit). Man werde den iranischen Raketenabschussrampen und den Fabriken, in denen die Raketen hergestellt würden, den „größten Schaden“ zufügen, sagte er. US-Präsident Donald Trump hatte Anfang der Woche erklärt, dass bald noch heftigere Angriffe folgen sollten. „Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen“, sagte er dem Sender CNN am Montag. „Die große Welle kommt bald.“
Auch die israelische Luftwaffe hat in der Nacht nach eigenen Angaben weitere Angriffe in Iran geflogen. Man habe eine „breite Welle“ an Attacken gegen Infrastruktur begonnen, teilte das Militär in der Nacht mit.
Kurz zuvor war Israels Luftabwehr wegen Raketenbeschusses aus Iran im Einsatz gewesen. Bald darauf wurde wieder Entwarnung gegeben, die Bevölkerung könne die Schutzräume wieder verlassen, teilte die Armee mit. Berichte über Verletzte gab es nicht.
Putin spricht Irans Präsidenten Peseschkian Solidarität aus
Kremlchef Wladimir Putin hat nach Angaben aus Moskau seinem Kollegen in Teheran, Massud Peseschkian, Russlands Solidarität zugesichert. Putin habe bei dem Telefonat „nochmals sein tiefes Beileid ausgesprochen wegen der Ermordung des Obersten Führers der Islamischen Republik, Ayatollah Ali Chamenei, seiner Familienmitglieder und der Vertreter der militärisch-politischen Führung des Landes sowie der vielen Opfer in der Zivilbevölkerung infolge der israelisch-amerikanischen Aggression gegen Iran“, teilte der Pressedienst des Kremls mit.
Putin habe sich für eine schnelle Beendigung der Kampfhandlungen im Nahen Osten ausgesprochen und Peseschkian über seine Telefonate mit den arabischen Staatschefs der Golfregion informiert, heißt es. Peseschkian wiederum habe sich für die russische Solidarität bedankt.
Russland und Iran haben im vergangenen Jahr eine „strategische Partnerschaft“ geschlossen, die auch eine Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung vorsieht. Der Vertrag enthält aber keine Verpflichtung zu einem Eingreifen, wenn eins der Länder attackiert wird. Russland greift offiziell nicht in den Konflikt ein. Medienberichten zufolge hat Moskau allerdings Teheran Aufklärungsdaten zu militärischen Zielen zur Verfügung gestellt. Zudem ist Russland ein Waffenlieferant für Iran. Für Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte Iran zuvor Drohnen und Raketen bereitgestellt.
„Rechtswidrige Angriffe“: UN-Chef fordert Ende des Iran-Kriegs
UN-Generalsekretär António Guterres fordert ein sofortiges Ende des Iran-Kriegs. „Es ist Zeit, die Kämpfe zu beenden und zu ernsthaften Verhandlungen zurückzukehren“, sagte Guterres laut Mitteilung in New York. Die Angriffe seien „rechtswidrig“, führten zu „enormem Leid“ bei der Bevölkerung in der Region und stellten eine große Gefahr für die Weltwirtschaft dar. „Die Situation könnte außer Kontrolle geraten“, warnte der UN-Chef. „Das Risiko könnte gar nicht höher sein.“
Israel: Kommandozentrale der Revolutionsgarden in Libanon angegriffen
Israels Militär hat nach eigenen Angaben eine Kommandozentrale der iranischen Revolutionsgarden in den südlichen Vorstädten Beiruts angegriffen. Diese sei von der proiranischen Hisbollah-Miliz genutzt worden, teilte die Armee mit. In den als Dahija bezeichneten südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt seien auch drei Kommandozentralen der Schiitenmiliz angegriffen worden, hieß es weiter.
Im Laufe des Tages kam es zu mehreren Angriffen des israelischen Militärs südlich von Beirut, die Viertel gelten als Hochburg der Hisbollah. Die Miliz hatte am Montag als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei begonnen, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern. Israel reagiert seitdem mit umfangreichen Luftangriffen in mehreren Teilen des Landes. Zehntausende Menschen wurden zur Flucht aufgerufen.
Israels Generalstabschef Ejal Zamir drohte der Hisbollah mit weiteren und intensiveren Angriffen. „Wir werden jede Gelegenheit nutzen, um die Hisbollah zu treffen, Fortschritte zu erzielen und die Bedrohung zu beseitigen“, sagte er nach einer Lageeinschätzung im Norden Israels. Die Hisbollah habe sich dazu entschieden, Iran beizuspringen und zahle nun den Preis dafür.
USA stützen Schiffsverkehr im Golf mit 20-Milliarden-Dollar-Versicherung
Die USA stellen eine Rückversicherung von bis zu 20 Milliarden Dollar für die Schifffahrt in der Golfregion bereit. Damit soll das Vertrauen der Reedereien, die Öl und Erdgas transportieren, während des Krieges gegen Iran gestärkt werden, teilt die US-Entwicklungsbank DFC mit. Das Programm konzentriere sich zunächst auf Fracht- sowie Kasko- und Maschinenversicherungen für Schiffe, die bestimmte Kriterien erfüllen.












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