Der Krieg gegen den Iran "hätte nie passieren dürfen", sagt Chinas Außenminister Wang Yi. Die Welt dürfe nicht zum "Gesetz des Dschungels" zurückkehren, kritisierte er.
8. März 2026, 10:08 Uhr Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, nmo
Chinas Außenminister Wang Yi hat den US-israelischen Angriff auf den Iran kritisiert. "Dies ist ein Krieg, der nie hätte passieren dürfen, und der für keine der beteiligten Seiten Vorteile hat", sagte Wang am Rande einer Tagung des Nationalen Volkskongresses in Peking.
"Eine starke Faust" bedeute nicht, dass man auch "starke Argumente" habe, sagte Wang weiter: Die Welt dürfe nicht zum "Gesetz des Dschungels" zurückkehren. Ohne die USA zu erwähnen, forderte Wang, die Souveränität von Ländern in Nahost zu wahren, den Einsatz von Gewalt zu vermeiden, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen. Regimewechsel anzustreben, sei unpopulär.
Wang, der auch im Politbüro der Kommunistischen Partei sitzt, hatte kurz nach dem Angriff der USA mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow, dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und weiteren Chefdiplomaten telefoniert. Für China ist die Lage brisant: Mit dem Iran griffen die USA binnen weniger Wochen nach Venezuela einen weiteren Wirtschaftspartner für Erdöl an.
"Ein wichtiges Jahr für die chinesisch-amerikanischen Beziehungen"
Wang sprach mehrere weitere Themen an, darunter den Handelskrieg mit den USA, die regionalen Spannungen im Südchinesischen Meer und den Krieg in der Ukraine. "Dieses Jahr ist in der Tat ein wichtiges Jahr für die chinesisch-amerikanischen Beziehungen", sagte er.
"Wir beobachten, dass bestimmte Länder Zollbarrieren errichten und eine Entkopplung sowie eine Unterbrechung der Lieferketten anstreben", sagte Wang mit Blick auf die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump. Die Maßnahmen seien vergleichbar mit dem Versuch, ein Feuer mit Benzin zu löschen. "Letztendlich werden sie nach hinten losgehen und sich selbst schaden."
US-Präsident Donald Trump hat einen China-Besuch in Aussicht gestellt, der Berichten zufolge Ende März beginnen könnte. Die chinesische Seite hat dies bislang nicht bestätigt.

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