Auf das Kursfeuerwerk nach dem Börsengang sind die Aktien des chinesischen Roboterkonzerns Unitree mehrere Tage in Folge gefallen und haben fast die Hälfte ihres Werts wieder verloren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und ergänzt, dass das Auf und Ab der Aktien Sorgen vor einer Blase genährt und Kritik an Chinas Börsensystem geschürt hat. Laut der Nachrichtenagentur wird die Performance der Aktien inzwischen eher als Zeichen für eine überhitzte Stimmung an Chinas Märkten gewertet und nicht mehr als eines für den Aufschwung des dortigen Technologiesektors. Profitiert hätten Großaktionäre, während die Risiken auf Privatanleger abgewälzt worden seien, zitiert Reuters einen Experten.
Unzulänglichkeiten im Börsensystem
Unitree ist einer der weltweit führenden Hersteller von vierbeinigen sowie humanoiden Robotern und steht dabei etwa in Konkurrenz zu Boston Dynamics. Vorige Woche hat das Unternehmen einen extrem erfolgreichen Börsenstart hingelegt, gehandelt werden die Anteile an der Shanghaier Börse Star Market. Die Aktie war vorab deutlich überzeichnet und sprang nach Handelsbeginn zwischenzeitlich um mehr als 600 Prozent in die Höhe. Zwischenzeitlich kam Unitree damit auf einen Marktwert von 66 Milliarden US-Dollar. Davon sind laut Reuters nun schon 30 Milliarden wieder weg: Von 884 Yuan (etwa 113 Euro) sank der Kurs seitdem auf etwa 600 Yuan (rund 77 Euro). Das werfe jetzt die Frage auf, „ob die Begeisterung für KI und Robotik die Fundamentaldaten überholt hat“.
Reuters verweist jetzt darauf, dass der Nettogewinn von Unitree in den ersten drei Monaten gegenüber dem Vorjahr um 53 Prozent zurückgegangen war. Die Nachrichtenagentur zitiert Analysten, laut denen Investoren nicht von den Geschäftszahlen des Roboterunternehmens, sondern von einer wahrgenommenen staatlichen Unterstützung angezogen wurden. Es gebe ein allgemeines Vertrauen darauf, dass der Staat Privatanleger vor finanziellen Schäden schützen würde und gleichzeitig keine Möglichkeit zu Leerverkäufen. Das führe dazu, dass überteuerte Börsengänge kaum unmittelbaren Widerstand erfahren. Zu den Leidtragenden gehören demnach vor allem Kleinanleger, von denen die ersten online auch schon ihr Leid geteilt hätten.
(mho)












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