Meinungsfreiheit in den USA: So handeln Autokraten

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Kritik wird bestraft, Furcht verbreitet, die eigenen Erzählungen verstärkt: Donald Trump erstickt die Meinungsfreiheit in den USA mit Macht. Was seine Gegner nun brauchen

2. April 2025, 5:48 Uhr

 US-Präsident Donald Trump spricht an Bord der Air Force One mit der Presse – zu ihr, wäre vielleicht passender.
Kritik will er nicht hören: US-Präsident Donald Trump spricht an Bord der Air Force One mit der Presse – zu ihr, wäre vielleicht passender. © Brendan Smialowski/​AFP/​Getty Images

Der Poet Mosab Abu Toha sagte seine Reise ab. Nicht wegen Krankheit oder wegen dringender Termine. Nicht, weil er zu viel um die Ohren gehabt hätte oder der Jetlag so ermüdend gewesen wäre. Es gab wenig Wichtigeres für ihn als diese Reise, er wollte gern aufbrechen, eigentlich. Aber er fühlt sich nicht mehr sicher. Hier, in den USA.

Der Poet ist zur Stimme Gazas geworden, weil er Gedichte über den Krieg schreibt und Fotos postet, harte, grausame Fotos, die er erschüttert und tieftraurig kommentiert. Abu Toha hat eine Bibliothek in Gaza aufgebaut, aber die steht nicht mehr; er ist ein palästinensischer Dichter, dessen Worte in Stanford und Columbia, in Cornell und an der New York University gehört werden sollten. 16 Auftritte hatte er geplant. Es sei herzzerreißend, schreibt er nun, aber er müsse all diese Begegnungen absagen. Er zieht sich zurück, weil das Land, das sich einst als Bastion der Meinungsfreiheit verstand, zu gefährlich geworden ist für einen wie ihn.

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