Mario Voigt: »FAZ« löscht Gastbeitrag nach KI-Hinweisen

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Der Beitrag zum Thema Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche war im vergangenen Sommer in der Printausgabe erschienen und bis zuletzt auf faz.net abrufbar. Das Portal »Frag den Staat« habe nun Hinweise gefunden , dass der Text mit KI geschrieben worden sein könnte, schrieb die »FAZ«. Die Staatskanzlei Thüringen habe auf entsprechende Fragen der Zeitung nur ausweichend geantwortet. Daraufhin habe die Redaktion den Beitrag online depubliziert und im Archiv gesperrt.

Anfang Juni war bekannt geworden, dass ein Gastbeitrag von Voigt und dem sachsen-anhaltischen Ministerpräsidenten Sven Schulze (CDU) für die Zeitung »Die Welt« mithilfe generativer KI erstellt worden sein soll. Die Staatskanzlei räumte damals ein, KI sei eingesetzt worden, bestätigte aber nicht, dass der Text vollständig KI-generiert war.

Die »FAZ« verwies auf ihre KI-Regeln: Man veröffentliche keine Originalbeiträge mit von KI generiertem Text – außer, die KI-Nutzung sei selbst Thema des Beitrags und werde offengelegt. Das gelte auch für externe Gastbeiträge; die Redaktion verlasse sich darauf, dass Texte »menschengemacht« seien und Zitate stimmten.

Die Staatskanzlei teilte der Zeitung demnach lediglich mit, man nutze KI-Anwendungen als unterstützendes Werkzeug, und für Texte, die unter Nutzung von KI-Systemen erstellt wurden, gebe es keine Kennzeichnungspflicht. »Diese Einlassung genügt uns als Antwort nicht«, schrieb die »FAZ«.

Voigt führt in Thüringen seit gut eineinhalb Jahren eine Koalition aus CDU, BSW und SPD, die im Landtag aber keine Mehrheit hat und auf das Verhalten der Opposition angewiesen ist. Politisch steht Voigt seit Monaten wegen Plagiatsvorwürfen unter Druck. Die TU Chemnitz entzog ihm nach einer Überprüfung seiner Dissertation den Doktortitel. Voigt wehrt sich dagegen mit einem Widerspruch und hat angekündigt, gegen die Entscheidung zur Not auch vor einem Verwaltungsgericht klagen zu wollen.

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