Am kommenden Montag hat Tim Cook seinen letzten Arbeitstag als Apple-CEO . Ab dem 1. September sitzt John Ternus im Chefsessel . Doch bevor der Chefwechsel vollzogen wird, hat der US-Konzern am Dienstag noch neue Chips und Desktop-Macs der Typen Mac mini und Mac Studio angekündigt. Die Rechner werden demnach substanziell schneller, aber teilweise auch noch teurer.
M6 und M5 Ultra: Laut Apple für KI optimiert
Foto: Apple Inc. / dpa-tmnMöglich wird der Leistungszuwachs durch neue Chips, den M6 sowie den M5 Ultra. Der M6 ist Apples erster Chip, der in einem 2-Nanometer-Verfahren hergestellt wird. Laut Apple hat er den »schnellsten CPU‑Kern der Welt«. Unabhängige Messungen gibt es bisher nicht. Apple beschreibt ihn als Chip für Alltagsanwendungen, spricht aber auch davon, dass der M5 bei künstlicher Intelligenz (KI) seine Stärken ausspielen soll.
Chips mit der Bezeichnung Ultra hat das Unternehmen zuletzt im März 2025 mit dem M3 Ultra vorgestellt. Der nun eingeführte M5 Ultra besteht aus zwei eng miteinander verbundenen M5-Max-Chips, die im Verbund unter anderem bis zu 40 Prozent mehr Grafikleistung bringen sollen als ein M3 Ultra. Der M5 Ultra sei in der Lage, »riesige KI Modelle auszuführen«, sagt Sri Santhanam, Vice President of Silicon Engineering Group bei Apple.
Kleine KI-Monster
Weil das auch mit früheren Versionen schon möglich war, sind Desktop-Macs sind bei KI-Nutzern heiß begehrt. Geräte wie der winzige Mac mini und der kaum klobigere Mac Studio sind dafür bekannt, reichlich Rechenleistung zu liefern und dabei bezahlbar zu sein. Jedenfalls war das bis vergangenen Juni so. Dann kamen die Preiserhöhungen. Weil die KI-Industrie gewaltige Speichermengen benötigt, werden auch die Speicherchips teurer, die Apple in seine Geräte einbaut. Lange hat das Unternehmen diese Zusatzkosten auf die eigene Kappe genommen. Im Juni aber wurden die Preise für Macs, iPads und weitere Produkte erhöht. Nur die iPhones blieben verschont. Bisher jedenfalls.
Mac mini: Eine Handvoll Computer
Foto: Apple Inc. / dpa-tmnDer neue Mac mini hat allerdings schon in der Grundversion, mit M6-Chip, 16 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher und einer bescheidenen 256-GB-SSD einen Preis von 1049 Euro. Der Mac mini mit M4-Chip hatte bei seiner Einführung noch 699 Euro gekostet (hier unser Testbericht). Dafür verspricht Apple nun eine »bis zu 4-mal schnellere KI Performance, 2-mal schnelleren Speicher und Grafikleistung und eine um 40 Prozent schnellere CPU Performance«.
Apple empfiehlt ihn ausdrücklich für »Always-On Agentic Computing«, also den Einsatz mit im Hintergrund aktiver KI . Noch mehr Leistung soll der Rechner bringen, wenn man ihn mit M5-Pro-Chip bestellt. In Kombination mit der maximalen Speicherbestückung – 64 GB RAM, 8 TB SSD – schlägt der dann allerdings mit 7500 Euro zu Buche.
Mehr als 20.000 Euro für das Topmodell
Ähnliche Preisregionen sind Nutzern des Mac Studio längst bekannt. Das neue Modell kostet in der Grundversion, mit M5-Max-Chip, 36 GB RAM und 512 GB SSD dieselben 2999 Euro wie sein Vorgänger seit der Preiserhöhung im Juni. Voll ausgestattet, mit M5 Ultra, 256 GB RAM und einer 16-GB-SSD liegt der Preis jedoch jenseits der 20.000-Euro Marke. Ende Oktober soll eine Variante mit 512 GB RAM hinzukommen. Der Aufpreis dafür dürfte bei rund 5000 Euro liegen.
Mac Studio: Das Profi-Modell hat reichlich Anschlüsse für Peripheriegeräte
Foto: Apple Inc. / dpa-tmnDafür verspricht Apple allerdings auch eine »bis zu 3,9-mal schnelleren KI Performance als bei der vorherigen Generation«. Aufgrund gewaltigen Menge an Arbeitsspeicher und der hohen Leistung sollen damit auch große KI-Modelle direkt auf dem Rechner nutzbar sein, statt nur im Rechenzentrum. Apple schlägt gar vor, mehrere dieser Rechner zusammenzuschalten. Der Preis dafür ist dann allerdings ebenso gewaltig wie die Leistung.
Preissenkung um 60 Prozent
Abzuwarten bleibt trotz der beeindruckenden Leistungsdaten, wie die neuen Modelle bei Normalnutzern ankommen werden. Während der Mac Studio schon immer ein Gerät für Profis war, lockte der mini mit einem Preis von knapp 700 Euro früher auch viele Privatanwender zum Mac-Kauf. Ob das bei einem Einstandspreis von 1049 Euro so bleibt, ist abzuwarten. Der Vorverkauf beginnt heute, ab dem 22. September plant Apple die neuen Rechner auszuliefern.
Wer sich in die Zwischenzeit mit einem Apple-Produkt vertreiben möchte, dass gegen den Trend günstiger geworden ist: Das legendäre Putztuch, über das viel geschwärmt und gelästert wurde, hat Apple um satte 60 Prozent rabattiert. Statt bisher 25 Euro kostet es jetzt zehn Euro . Und putzen muss man ja immer mal irgendwas.

vor 1 Woche
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