Konzerne und Verbände haben im vergangenen Jahr 382 Millionen Euro für Lobbyismus in EU-Institutionen ausgegeben. Am meisten gaben die Tech- und Energiebranche aus.
Quelle: DIE ZEIT, dpa, ale 11. Juni 2026, 6:53 Uhr
Großunternehmen und Verbände haben ihre Ausgaben für Lobbyarbeit bei EU-Institutionen in den vergangenen Jahren stark gesteigert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Organisationen LobbyControl und Corporate Europe Observatory. Demnach haben die Unternehmen ihre Ausgaben dafür seit 2020 um 50 Prozent gesteigert.
Die insgesamt 173 Tech-, Finanz-, Energie- und Chemiekonzerne mit einem angegebenen jährlichen Lobbybudget von mehr als einer Million Euro geben den Berechnungen zufolge etwa 382 Millionen Euro pro Jahr aus. Die Ausgaben vom vergangenen Jahr sind gegenüber 2020 nicht inflationsbereinigt, der Anstieg fällt seitdem aber deutlich stärker aus als die Inflation. Allein seit 2024 sei die Summe um 27 Millionen Euro, beziehungsweise um sieben Prozent, gestiegen.
Mit mindestens 73 Millionen Euro gaben die größten Tech-Unternehmen der Auswertung der Organisationen zufolge das meiste Geld dafür aus, Politikerinnen und Politiker von ihren Anliegen zu überzeugen. Energiekonzerne gaben 52 Millionen Euro, Chemiekonzerne und Branchenverbände ließen sich die Lobbyarbeit mehr als 46,4 Millionen Euro kosten.
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