Es gibt mit Impress Remote eine neue praktische Erweiterung für LibreOffice: Mit ihr können Nutzer ihre Präsentationen über ihr Smartphone oder ein beliebiges anderes Gerät mit einem aktuellen Webbrowser steuern. Es handelt sich um ein optionales Add-on, das Anwender, wenn gewünscht, separat installieren müssen. Die alte Impress-Remote-App wurde laut Entwickler Bora Yarkın seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt und funktioniere mit vielen aktuellen Geräten auch nicht mehr richtig.
Einmal hinzugefügt, lässt sich die Fernbedienung über das Menü „Bildschirmpräsentation“ in der klassischen Menüleiste starten. Anschließend kann man das andere Gerät über einen QR-Code mit der laufenden Impress-Instanz verbinden, dann startet die Präsentation bei der ersten Folie. Auf dem Smartphone erscheint gleichzeitig eine Presenter-Ansicht, auf der die aktuelle Folie, zusätzliche Notizen, eine Zeitkontrolle und Navigationsschaltflächen zu sehen sind. Manchen Apple-Nutzern dürften die Funktionen bekannt vorkommen: Sie sind explizit von den Presenter-Funktionen in Keynote inspiriert.
Verbindung übers lokale Netz oder einen Relay-Server
Im Standardmodus müssen sich die Impress-Instanz und das externe Smartphone im gleichen lokalen IPv4-Netzwerk befinden. Dann sind beide Geräte direkt miteinander verbunden. Diesen Modus haben die Entwickler nach eigenen Angaben bereits umfassend getestet. Noch experimentell ist hingegen eine direkte IPv6-Verbindung. Alternativ können die beiden Geräte über einen Relay-Server miteinander kommunizieren; er kann ebenfalls mehrere Verbindungen bedienen und ist somit wohl eher für größere Installationen interessant. Der Relay-Server lässt sich als leichtgewichtiger Python-Service auf einem Linux- oder Windows-System betreiben. Mehr Informationen hierzu finden sich in der Ankündigung auf dem Blog der Document Foundation. Über den Dienst LocalTunnel gibt es schließlich noch eine vierte Option, die aber noch experimentell ist und nur als letzter Ausweg gedacht ist, falls die anderen Wege nicht funktionieren.
Die Erweiterung können Nutzer direkt über die LibreOffice-Erweiterungsseite herunterladen, sie findet sich aber auch auf GitHub. Nach der Installation übernimmt das Add-on automatisch die in LibreOffice eingestellte Sprache; der Entwickler hat aber noch nicht alle Übersetzungen auf ihre Korrektheit geprüft. Eine Einschränkung gibt es zudem für Nutzer der an Microsoft Office angelehnten Tabbed-Oberfläche: Sie müssen die Fernbedienung über die Erweiterungen aufrufen. Unter „Bildschirmpräsentation“ findet sie sich aufgrund von Einschränkungen der UNO-Erweiterungs-API nicht.
(fo)












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