Krieg in der Ukraine: Putin kündigt Drohnen mit KI-Unterstützung an

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Der russische Präsident räumt ein, dass die Ukraine den Einsatz von Drohnen verstärkt habe. Russland wolle auf einem wichtigen Feld nun nachziehen – und ein eigenes Satellitennetz in niedriger Umlaufbahn aufbauen.

Viele Angaben über den Kriegsverlauf wie Opferzahlen oder Details zu Kämpfen stammen von ukrainischen oder russischen Behörden und lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa, Reuters, epd, KNA und Bloomberg.

Wichtige Updates

Merz: Ukraine gehört "in längerer Perspektive" in die EU 

Viele Verletzte nach russischem Angriff in Ostukraine 

Ukrainische Luftangriffe bis tief hinein nach Russland – nach anhaltenden russischen Attacken auf die Ukraine 

Autobombe bei Moskau – Spekulationen um getöteten General 

Russland: Drei Explosionen an Gaspipeline in Dagestan gemeldet

Christoph Heinlein

Putin berichtet über Aufbau eines Satelliten-Kommunikationsnetzes

Die russische Armee entwickelt nach Angaben von Kremlchef Wladimir Putin Drohnen mit künstlicher Intelligenz und baut ein eigenes Satellitennetz in niedriger Umlaufbahn auf. Technisch sei das Problem gelöst, es gehe nur um die Erweiterung. Das sagte er bei einem Gespräch mit Soldaten im Kreml anlässlich des Nationalfeiertags, bei dem auch Verteidigungsminister Andrej Beloussow dabei war.

Vor den Soldaten gab sich der russische Staatschef weiter siegesgewiss in dem vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Schritt für Schritt, nicht so schnell wie wir gern würden, aber wir schreiten trotzdem voran, wir schreiten jeden Tag voran“, sagte Putin. Er wiederholte eine frühere Angabe, derzufolge Russland mehr als 700 000 Soldaten im Ukraine-Krieg im Einsatz habe. 

Soldaten hatten bei dem Gespräch viel über Probleme durch ukrainische Drohnen und den Verlust des Zugangs zum Satellitenkommunikationsnetz Starlink geklagt. Putin räumte ein, dass die Ukraine den Einsatz von Drohnen verstärkt habe, um die russische Gesellschaft zu spalten und wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Doch das gelinge nicht. 

Christoph Heinlein

Ukraine: Verteidigungsministerium kündigt Solderhöhungen an

Vor dem Hintergrund des Soldatenmangels hat nach Präsident Wolodimir Selenskij auch das ukrainische Verteidigungsministerium deutliche Solderhöhungen für Armeeangehörige angekündigt. „Die ukrainischen Infanteristen werden zu den bestbezahlten Militärspezialisten in der Welt“, kündigte das Verteidigungsministerium in einem Video an.

Im Schnitt sollen ukrainische Fußsoldaten umgerechnet rund 5800 Euro erhalten. Der Höchstsatz für Fronteinsätze soll auf fast 8900 Euro monatlich angehoben werden. Der Einstiegssold für alle Soldaten soll künftig um 50 Prozent auf knapp 580 Euro steigen. Das Ministerium will den Militärdienst mit befristeten Verträgen und einer anschließenden Rückstellung attraktiver machen. Fahnenflüchtige sollen mit Strafbefreiung und freier Wahl der Einheit zurückgeholt werden.

Selenskij hatte bereits Anfang Mai eine Armeereform mit erheblichen Soldanhebungen versprochen. Am Freitag bekräftigte er diese Absicht: „Die Ressourcen sind für eine Erhöhung der Zahlungen in der Armee vorhanden“. Woher das Geld für die Reform kommen soll, sagte er nicht. Das osteuropäische Land ist in erheblichem Maße von ausländischen Zuwendungen abhängig. Die Wirtschaft schrumpft wieder, und die Zentralbank wertet seit Monaten die Landeswährung Hrywnja schrittweise ab, um Haushaltslöcher leichter mit ausländischen Krediten zu stopfen. 

Julia Bergmann

Tote nach Angriff auf Sumy und in russischer Grenzregion Brjansk

Nach russischen Drohnenangriffen auf die Ukraine ist in der nordöstlichen Oblast Sumy ‌eine 44-jährige Frau getötet und eine 33-Jährige schwer verletzt worden, ‌wie der ‌dortige Gouverneur Oleh Hryhorow mitteilt. In ​der südukrainischen Stadt Mykolajiw wurden den örtlichen Behörden ​zufolge drei weitere Menschen verletzt. 

Bei ukrainischen Angriffen auf die russische Grenzregion Brjansk ⁠ist die Zahl der Verletzten nach Angaben der örtlichen Behörden auf zehn gestiegen. ​Unter ​den Verletzten sei auch ein ‌fünfjähriger Junge, teilte der ‌amtierende Gouverneur der Region, Jegor Kowaltschuk, auf Telegram mit. Zwei Menschen waren bei ​dem Angriff ​ums Leben gekommen.

Katja Guttmann

Behörden: Drei Tote in Russland nach ukrainischen Angriffen

Bei ukrainischen Angriffen sind nach russischen Behördenangaben drei Menschen in Grenzgebieten getötet worden. Im Dorf Wosnessenowka nahe der Grenze sei eine ukrainische Drohne in einen Bus eingeschlagen, teilte der Krisenstab des Gebiets Belgorod mit. Dabei sei eine Frau getötet und elf weitere Personen verletzt worden.

In der Region Brjansk seien bei einem ukrainischen Angriff in der an der Grenze liegenden Siedlung Belaja Berjoska zwei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der kommissarische Gebietsgouverneur, Jegor Kowaltschuk, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass mit. Zunächst hatte Kowaltschuk demnach von einem Toten und drei Verletzten gesprochen. Ein Mann sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Als Teil des ukrainischen Abwehrkampfes greift das Militär immer wieder auch Ziele in Russland an. Die Zahl der Opfer und das Ausmaß der Schäden stehen dabei in keinem Verhältnis zu den verheerenden Kriegsfolgen russischer Angriffe in der Ukraine. Belgorod ist eine der am stärksten vom Krieg in Mitleidenschaft gezogenen Regionen in Russland. 

Julia Daniel

Moskau bestellt Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens ein

Der stellvertretende russische Außenminister ​Michail Galusin hat den Botschaftern Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens eine "destruktive Politik" im Ukraine-Krieg vorgeworfen. Galusin empfing die drei Diplomaten am Donnerstag in Moskau, wie das russische Außenministerium mitteilte. Das Ministerium veröffentlicht zudem ein ​Video, das ​die Ankunft der drei Diplomaten am Gebäude ‌im Zentrum der russischen Hauptstadt zeigt. Die ​Regierungen in Berlin, Paris und London ermutigten die Kiewer Führung, den Krieg gegen Russland ⁠mit direkter Unterstützung einer westlichen Koalition fortzusetzen. Der französische Botschafter Nicolas de Riviere sprach nach dem Treffen vor Journalisten jedoch von ​einem "guten Gespräch". ​Eine Erklärung der drei westlichen Staaten (E3) wurde für ‌einen späteren Zeitpunkt angekündigt.

Das Treffen in Moskau ‌folgte auf Beratungen der Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij am vergangenen Sonntag ​in London. Die ​drei europäischen Länder, die als informelles Sicherheitsbündnis "E3" ​zu den wichtigsten internationalen Unterstützern der Ukraine gehören, hatten sich dort hinter Selenskijs Forderung nach einer Waffenruhe gestellt. 

Julia Daniel

Merz: Ukraine gehört "in längerer Perspektive" in die EU 

Die Ukraine gehört "in der längeren Perspektive zur EU", sagt ⁠Kanzler Friedrich Merz in einer Regierungserklärung im Bundestag. Die Ukraine habe bemerkenswerte Reformfortschritte ​geschafft, weshalb ​er eine assoziierte Mitgliedschaft vorgeschlagen ‌habe. Das würde eine reguläre ‌Teilnahme der Ukraine an den EU-Spitzentreffen ermöglichen. "Ein ukrainischer Kommissar, noch ohne Portfolio und ​Stimmrecht, wäre ​Kiews Gesicht in Brüssel", ​sagt Merz. Er schlage zudem vor, dass ukrainische Abgeordnete ohne Stimmrecht an den Beratungen des ‌Europäischen Parlaments teilnehmen könnten. Der Kanzler betont, dass eine Vollmitgliedschaft ‌strikt von der ‌Erfüllung der Aufnahmebedingungen abhänge. Man ​werde die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland ​so lange unterstützen wie nötig.

Merz sicherte darüber hinaus der Ukraine die weitere Unterstützung der Bundesregierung zu. Das Ziel bleibe ein gerechter und dauerhafter Frieden, „der auch unsere Sicherheitsinteressen berücksichtigt“, sagte er. Dafür unterstütze man die Ukraine. „Wir haben das gestern getan, wir tun das heute und wir tun das morgen, solange wie es notwendig ist.“ Gegen Russlands „offenkundige Bereitschaft zur Eskalation“ stärke man die Ostflanke der Nato und unterstütze zugleich die Bemühungen für eine Verhandlungslösung. „Ein tragfähiger Frieden wird nur in Verhandlungen mit Beteiligung der Ukraine, mit Russland, der USA und Europa erreicht werden können, anders wird es nicht möglich sein.“

Julia Bergmann

Russland: Feuer in Afipsky-Raffinerie nach Drohnenangriff in Region Krasnodar 

Die ‌südrussische Region Krasnodar ist ​örtlichen Behörden ​zufolge Ziel eines ​Drohnenangriffs geworden. Die Behörden teilten ‌mit, dass infolge des ‌Angriffs ‌in der Afipsky-Raffinerie ​ein Feuer ausgebrochen ​ist. Zudem sei ‌in der Gegend um Afipsky eine Gaspipeline beschädigt worden. 

Studie: Russlands Kriegswirtschaft unter Druck 

Russlands Kriegswirtschaft stößt einer Studie zufolge zunehmend an ihre Grenzen. Nach Angaben des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und des Stockholm Institute of Transition Economics sind die liquiden Mittel des Staatsfonds seit Kriegsbeginn von 6,5 auf 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gesunken.
 
Zugleich habe das Haushaltsdefizit bereits im ersten Quartal das Ziel für das Gesamtjahr überschritten. Die Öl- und Gaseinnahmen seien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 45 Prozent eingebrochen. 

IfW-Präsident Moritz Schularick sagt, Russland habe sich zunächst widerstandsfähiger gezeigt als erwartet, „doch nun sind die Reserven aufgebraucht“. Neben Geld fehlten Russland vor allem Arbeitskräfte, Technologie und Produktionskapazitäten. Zudem werde Moskau wirtschaftlich immer abhängiger von China. 

Katja Guttmann

Viele Verletzte nach russischem Angriff in Ostukraine 

In der ostukrainischen Industriestadt Pawlohrad sind bei einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Ein Brand sei ausgebrochen. Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen Drohnenangriff. 

Katja Guttmann

Wadephul: EU-Beitrittsverhandlungen mit Ukraine beginnen bald

Außenminister Johann Wadephul hat sich zuversichtlich über einen raschen Beginn des EU-Beitrittsverfahrens für die Ukraine geäußert, zugleich aber um Geduld geworben. „Wir haben jetzt nach einer Zeit langen Wartens jede Geduld dafür, dass dieser Prozess in aller Ruhe und Sorgfalt zu Ende geführt wird“, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner ungarischen Amtskollegin Anita Orbán in Berlin. „Ich bin optimistisch, dass das bald geschehen kann“, fügte er hinzu.

Man sei in der Schlussphase der Verhandlungen über die Eröffnung der Verhandlungen, sagte Wadephul. „Aber das machen wir, nachdem der politische Weg jetzt sehr positiv aussieht, in aller Sorgfalt und ohne irgendeine Hektik, weil die gar nicht nötig ist.“ Im EU-Außenministerrat am kommenden Montag werde man die weiteren Themen besprechen und vor allem den EU-Gipfel Ende der Woche vorbereiten.

Orbán sagte, man arbeite an einem Treffen zwischen Ministerpräsident Peter Magyar und dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij. Die Kriterien und Verfahren der EU für einen Beitritt müssten für alle Kandidaten angewandt werden. Zugleich betonte sie, auch die neue ungarische Regierung werde keine Rüstungsgüter in die Ukraine schicken und unterstütze keine Waffenlieferungen in das von Russland angegriffene Land. Orbán ist nicht mit Ex-Ministerpräsident Viktor Orbán verwandt.

Ukrainische Luftangriffe bis tief hinein nach Russland – nach anhaltenden russischen Attacken auf die Ukraine 

Die ukrainische Armee hat in der Nacht Ziele bis tief hinein nach Russland mit Drohnen und Raketen angegriffen. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 326 feindliche Drohnen seien abgefangen worden. Diese Zahl ist nicht unabhängig überprüfbar, sie spricht aber für einen großangelegten ukrainischen Angriff.

Getroffen wurde unter anderem die Raffinerie von Samara an der Wolga, wie russische Telegramkanäle berichteten. Im Gebiet Wladimir östlich von Moskau wurden nach Behördenangaben zwei Infrastrukturobjekte beschädigt. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenskij bestätigte auf dem Portal X die Angriffe auf diese Ziele. In Tscheboksary an der Wolga sprachen die Behörden von drei Verletzten nach einem Raketenangriff. Dort wurde nach Angaben Selenskyjs ein Rüstungsunternehmen mit ukrainischen Marschflugkörpern des Typs FP-5 Flamingo beschossen. „Wir wenden weiter Langstreckensanktionen gegen russische Militärobjekte und die Ölindustrie an“, schrieb er.

Drohnenalarm wurde auch in der sibirischen Stadt Omsk ausgelöst, die 2800 Kilometer von Kiew entfernt liegt. Omsk ist Standort der größten russischen Ölraffinerie. Es wurde aber nichts über einen tatsächlichen Angriff bekannt.

In Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim schlug eine Drohne in das historische Rundgebäude "Sewastopol-Panorama" ein, das ein Geschichtsmuseum beherbergt. Der Chef der Besatzungsverwaltung, Michail Raswoschajew, sprach auf Telegram von einem gezielten Angriff auf eine Kultureinrichtung. Dies wäre indes untypisch für die bisherigen Angriffsmuster der ukrainischen Armee. Umgekehrt hat Russland in mehr als vier Jahren Angriffskrieg viele Museen, Theater, Bibliotheken, Schulen und Kirchen in der Ukraine bei Luftangriffen beschädigt.

Die russischen Drohnenangriffe in der Nacht trafen am schwersten die grenznahe ukrainische Großstadt Charkiw. Die Regionalverwaltung berichtete von 26 Einschlägen binnen kurzer Zeit. Es habe fünf Verletzte gegeben. Die ukrainische Luftwaffe zählte über Nacht 207 russische Drohnen, von denen 181 abgefangen worden sein. 

Ukraine verabschiedet Rekord-Wehretat nach Freigabe von EU-Milliarden 

Nach der ​Freigabe von EU-Milliardenhilfen hat das ukrainische Parlament den Weg für Rekordausgaben im Verteidigungsbereich geebnet. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch einer Aufstockung des ​Haushalts um zusätzlich 1,56 Billionen Hrywnja (etwa 30 Milliarden Euro) für Verteidigung und Sicherheit ⁠zu. Damit steigt der gesamte Wehretat für das laufende Jahr auf die Rekordsumme von 4,37 Billionen ​Hrywnja. Das ​Gesetz wurde mit 242 Stimmen ‌angenommen, für eine Mehrheit waren 226 ‌Stimmen nötig. Die Ukraine hat zuletzt ihre Angriffe tief in russischem Gebiet verstärkt und verzeichnet ​zugleich kleinere Erfolge ​bei Gegenangriffen an der Front.

Möglich wurde ​die Aufstockung durch die Freigabe eines 90 Milliarden Euro schweren Darlehens der Europäischen Union, das durch eingefrorene russische ‌Vermögenswerte besichert ist. Eine erste Tranche von 3,2 Milliarden Euro wird ‌noch für diesen ‌Monat erwartet. Kiew ist jedoch weiterhin auf ​andere internationale Hilfen angewiesen, um seinen Haushalt zu finanzieren.

Juri Auel

Autobombe bei Moskau – Spekulationen um getöteten General 

Unweit der russischen Hauptstadt Moskau ist ein Mann durch eine Autobombe getötet worden. Die Explosion fand nach Angaben des Staatlichen Ermittlungskomitees gegen 5.30 Uhr Ortszeit in einem fahrenden BMW statt. Es sei ein Verfahren eingeleitet worden, wobei offen gelassen wurde, in welche Richtung ermittelt wird. Informationen der Tageszeitung „Kommersant“ nach wurde die Bombe aus bis zu einem halben Kilogramm Sprengstoff unter dem Boden des Wagens angebracht.

Unbestätigten Berichten ukrainischer und russischer Blogger zufolge ist der Tote ein Oberst oder gar General der russischen Raketentruppen. Die mutmaßliche Adresse des 57-Jährigen in Balaschicha stand dabei bereits seit 2023 auf einer öffentlich einsehbaren Feindliste der Ukraine. Im April 2025 starb bereits ein General des russischen Generalstabs in der Stadt am östlichen Stadtrand Moskaus durch eine Autobombe. Gegen Abend entschärften die Behörden zudem einen verdächtigen Gegenstand im Südwesten Moskaus durch eine gezielte Sprengung. 

Juri Auel

Russland: Drei Explosionen an Gaspipeline in Dagestan gemeldet

In der russischen Kaukasus-Republik Dagestan kommt es in der Stadt Kisiljurt zu Explosionen an einer Gaspipeline. "Nach vorläufigen Informationen kam es an einer Gasfernleitung mit einem Durchmesser von 1200 Millimetern zu drei Explosionen", zitiert die Nachrichtenagentur Tass das regionale Katastrophenschutzministerium. Informationen über Opfer oder Schäden liegen zunächst nicht vor, die Einzelheiten würden derzeit noch geklärt. ​In der Industriezone der Stadt brennt es, wie die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf das Bürgermeisteramt berichtet. Das Feuer habe demnach offenbar eine Gasverteilerstation erfasst. 

Juri Auel

Tusk pocht auf mehr Mitsprache Polens bei möglichen Friedensverhandlungen

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat den Ausschluss seines Landes aus den Ukraine-Gesprächen im E3-Format mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien kritisiert. Dies habe er auch Bundeskanzler Friedrich Merz in einem Telefonat zu verstehen gegeben, sagte Tusk, wie die Nachrichtenagentur PAP meldete. „Ich habe gesagt, dass aus polnischer Sicht Vereinbarungen, an denen Polen nicht beteiligt ist, von uns nicht respektiert werden.“ Polen sei ein absolut unverzichtbares Bindeglied, um "ernsthaft über die Zukunft der Ukraine und der Region zu sprechen".

Merz, der britische Premier Keir Starmer, der französische Präsident Emmanuel Macron und der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenskij hatten sich am Sonntag in London getroffen. Dort stimmten sie eine europäische Haltung zu Russland und zu Gesprächen über ein Kriegsende ab. Merz unterrichtete nach eigenen Angaben am Dienstag Tusk über dieses Treffen. Tusk und er seien sich einig über den Kurs an der Seite der Ukraine, schrieb der Kanzler X. „Wir werden weiter eng koordinieren – dieser Krieg muss jetzt ein Ende finden.“

Tusk berichtete, dass auch die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni von dem E3-Format nicht begeistert sei. Er sprach von einem baldigen Treffen mit Polen und Italien im Format E5. Der polnische Ministerpräsident gestand aber ein, dass auf diese Weise immer mehr Staaten Anspruch auf Teilnahme erheben könnten und der Gesprächsprozess schwierig werde. Das E3-Format lässt auch die nordischen Länder Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen außen vor, die wichtige politische wie militärische Unterstützer der Ukraine sind.

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