Mehrere Verletze nach Luftangriffen in Lwiw
In der westukrainischen Stadt Lwiw sind mehrere Menschen durch russische Drohnenangriffen verletzt worden. Bürgermeister Andrij Sadowyj zufolge werden 17 Menschen in Krankenhäusern der Stadt behandelt. Er schrieb von Einschlägen an mehreren Stellen der Stadt, ein Wohnhaus sei zweimal getroffen worden.
Bei einem der Attacken wurde die zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Altstadt getroffen. Russland habe ein belebtes Stadtzentrum in der Stadt attackiert, teilte Ministerpräsidentin Julija Swyrydenko auf X mit. Dabei sei die St.-Andreas-Kirche aus dem 17. Jahrhundert getroffen worden.
Der Angriff fand demnach am helllichten Tag statt. Das ist eine ungewöhnliche Tageszeit – in der Regel verübt Russland Drohnen- und Raketenangriffe nachts.
Yannick von Eisenhart Rothe

Atomkraftwerk Saporischschja verliert erneut Kontakt zu Hauptstromleitung
Nach Angaben der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA hat das Atomkraftwerk Saporischschja den Kontakt zu seiner 750-Kilovolt-Hauptstromleitung verloren. Damit laufe die Stromversorgung des Kraftwerks derzeit über die einzige Ersatzleitung. Die IAEA teilte mit, dass man Verhandlungen mit Russland und der Ukraine über eine lokale Waffenruhe initiiere, um eine Reparatur der beschädigten Leitung zu ermöglichen.
Die Hauptstromleitungen des Kraftwerks waren im Krieg schon mehrmals beschädigt worden. Zuletzt hatte es im Februar eine lokale Waffenruhe für eine Reparatur gegeben.

Ukrainische Vorstöße in den Regionen Donezk und Charkiw
Ukrainische Streitkräfte sind östlich der Stadt Slowjansk in der Region Donezk vorgedrungen. Das geht aus dem aktuellen Lagebericht des Institute for the Study of War (ISW) hervor. Auch im Bericht wird der Vorstoß ukrainischer Truppen im Zentrum der umkämpften Stadt Kupjansk in der Region Charkiw gemeldet; dort seien russische Truppen nach Angaben eines ukrainischen Militärbeobachters deutlich unterbesetzt.
Zugleich meldet das ISW den Anfang der russischen Frühlingsoffensive. Dies entnimmt das Institut einer Intensivierung der russischen Angriffe auf Stellungen im ukrainischen "Festungsgürtel“, vor allem mit Gleitbomben und Drohnen.
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Russland greift Ukraine mit über 400 Drohnen und Raketen an
Die Ukraine ist nach eigenen Angaben in der Nacht mit 392 Drohnen und 34 Raketen aus Russland angegriffen worden. Es sei jedoch gelungen, 25 Raketen und 365 Drohnen abzuschießen oder zu "neutralisieren“, teilte die ukrainische Luftwaffe. Weitere Angaben liegen nicht vor.
Yannick von Eisenhart Rothe

Wichtige Stromverbindung Moldaus unterbrochen
Russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur in der Ukraine wirken sich auf die benachbarte Republik Moldau aus. Die wichtigste Stromverbindung zwischen dem Land und Europa sei gekappt, teilte Präsidentin Maia Sandu auf X mit. "Es gibt alternative Routen, aber die Lage bleibt fragil. Russland allein ist dafür verantwortlich."

Raketenalarm landesweit in der Ukraine, drei Tote bei Angriffen
Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine mindestens drei Menschen getötet worden. In der ostukrainischen Region Poltawa gab es nach Angaben der Armeeverwaltung zwei Tote. Ein weiterer Mensch wurde in der südukrainischen Region Saporischschja bei einem "massiven kombinierten Raketen- und Drohnenangriff" getötet, wie Regionalgouverneur Iwan Fedorow mitteilte. Sechs Wohngebäude, zwei Wohnhäuser, ein Einkaufsladen, eine industrielle Infrastruktureinrichtung und weitere Gebäude seien bei dem Angriff beschädigt worden.
In fast der gesamten Ukraine galt nach Angaben von ukrainischen Behörden wegen russischer Angriffe Raketenalarm. Ausgenommen war lediglich die Region Odessa. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuletzt vor einem möglichen "massiven Schlag" der russischen Streitkräfte gewarnt.
Ukraine will russische Drohnenfabriken angreifen
Die Ukraine hat russische Fabriken für Drohnen als legitime militärische Ziele bezeichnet. Die Ukraine greife bereits russische Drohnenfabriken an, könnte jedoch mit neuen Waffen und Ressourcen effektiver sein, sagte der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk im Sicherheitsrat. Er rief dazu auf, der Ukraine entsprechende Waffen zu liefern und sein Land bei der eigenen Produktion von Langstreckenraketen zu unterstützen.
Russland nutzt die aus iranischen Entwürfen entwickelten Schahed-Drohnen seit Beginn seiner groß angelegten Invasion im Februar 2022 gegen die Ukraine. Melnyk warf Russland vor, modernisierte Versionen der Drohnen an den Iran zu liefern, damit dieser Golfstaaten und US-Streitkräfte in der Region angreifen könnte.

Ukraine wirft Russland militärische Zusammenarbeit mit Belarus vor
Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj offenbar mit dem Bau von vier Bodenstationen für Langstreckendrohnen in Belarus begonnen. Diese könnten für Angriffe auf die Ukraine genutzt werden, warnte der ukrainische Präsident unter Berufung auf seinen Militärgeheimdienst. Das belarussische Außenministerium äußerte sich nicht. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.
Selenskyj warnt vor neuem russischen Großangriff
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem unmittelbar bevorstehenden russischen Großangriff auf sein Land gewarnt. Ukrainische Geheimdienstinformationen deuteten darauf hin, dass Russland einen solchen vorbereite, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Die Bevölkerung solle auf Luftalarm achten, entsprechende Befehle an die Flugabwehr seien bereits erteilt worden. Russland äußerte sich dazu bisher nicht, unabhängige Quellen bestätigten die Angaben ebenfalls noch nicht.
Drohne stürzt nahe belarussischer Grenze in Litauen ab
Im Südosten Litauens ist dem Verteidigungsministerium zufolge ein unbekanntes Flugobjekt in den litauischen Luftraum geflogen und nahe dem Lavysas-See abgestürzt. Der Vorfall im Bezirk Varena nahe der Grenze zu Belarus werde untersucht, teilte das litauische Verteidigungsministerium mit. Bei dem Objekt soll es sich nach ersten Erkenntnissen um eine Drohne handeln.
Nach Angaben der Behörden sind Trümmerteile am Absturzort sichtbar. Polizei und Feuerwehr seien am Absturzort, ein Hubschrauber der Luftwaffe werde zur Luftüberwachung eingesetzt. Für die Anwohner bestehe keine Gefahr, hieß es in der Mitteilung. Die Regierungschefin Inga Ruginienė berief für Dienstag eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates ein. Das an Litauen grenzende Belarus ist ein enger Verbündeter Russlands.
Ukraine legt offenbar russische Ölraffinerie lahm
Die russische Ölraffinerie Saratow steht Insidern zufolge seit einem ukrainischen Drohnenangriff am Samstag still. Die Rohöldestillationsanlage mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen pro Tag sei außer Betrieb, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Das ukrainische Militär gab an, die Anlage des Rosneft-Konzerns getroffen zu haben. Die Angaben waren bisher nicht unabhängig prüfbar.
Der Gouverneur von Saratow, Roman Bussargin, sprach von Treffern an der zivilen Infrastruktur, nannte jedoch keine Details. Der Betreiber Rosneft äußert sich zunächst nicht dazu. An der internationalen Rohstoffbörse in St. Petersburg gibt es jedoch aktuell keine Angebote für Ölprodukte aus der Raffinerie. Saratow steht für 2,2 Prozent der gesamten russischen Ölverarbeitung.
Ukraine erobert Gelände in Kostjantyniwka zurück
Die ukrainische Armee ist in der strategisch wichtigen Stadt Kostjantyniwka vorgerückt. Das meldet das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) in seinem aktuellen Lagebericht. Demnach sind die Truppen im Osten der Stadt an einer Schnellstraße vorgerückt.
In der Region Saporischschja greifen ukrainische und russische Streitkräfte rund um die Stadt Huljajpole an. Bislang ist an diesem Frontabschnitt jedoch keine der beiden Seiten vorgerückt.
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Drohnenangriffe sollen russischen Hafen nahe Finnland beschädigt haben
Der russische Hafen Primorsk nahe der Grenze zu Finnland ist nach Angaben des Gouverneurs der nordwestrussischen Region Leningrad bei Drohnenangriffen getroffen worden. Ein Treibstofftank sei beschädigt worden, schrieb Regionalgouverneur Alexander Drosdenko auf Telegram. Der dadurch entstandene Brand werde derzeit gelöscht. Das Hafenpersonal wurde demnach in Sicherheit gebracht.
Die russische Luftabwehr will nach eigenen Angaben mehr als 50 Drohnen über der Region Leningrad zerstört haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die Region ist kein häufiges Ziel von Angriffen im Konflikt mit der Ukraine.
EU-Rüstungskommissar fordert massive Investitionen in Luftverteidigung
Die EU muss ihre Produktion zur Raketenabwehr nach Ansicht von EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius "massiv hochfahren". Er sorge sich als Konsequenz des Irankrieges um die europäische Luftverteidigung, dies gelte insbesondere auch für die Ukraine, sagte Kubilius der Augsburger Allgemeinen. "Wir reden von den Patriotsystemen, die die Ukrainer dringend brauchen, die gerade aber am Golf sehr gefragt sind", sagte er. Es werde dauern, bis die entstandene Lücke geschlossen ist.
Die EU müsse über gemeinsame Raketenabwehrsysteme nachdenken, sagte Kubilius. Die europäische Verteidigungsindustrie könne dabei mit der Ukraine zusammenarbeiten. Die Ukraine suche nach Partnern in Europa. "Sie sind sehr schnell und innovativ in der Entwicklung geworden." Auch bei der möglichen Bedrohung durch Russland müsse Europa vom Beispiel Ukraine lernen. "Sollten wir 2029 oder 2030 eine russische Aggression erleben, treffen wir auf eine kampferprobte Armee, die stärker ist als 2022 und in der Lage ist, Millionen von Drohnen einzusetzen." Der EU-Kommissar forderte die Mitgliedsstaaten auf, rasch die Milliardenhilfe für die Ukraine freizugeben.
Selenskyj fordert US-Bemühungen für Kriegsende
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert trotz des Irankriegs weitere diplomatische Bemühungen der USA zur Beendigung des russischen Angriffskriegs.
"Es ist klar, dass der Schwerpunkt der amerikanischen Seite derzeit auf der Situation rund um den Iran und in dieser Region liegt, aber auch der Krieg, den Russland gegen die Ukraine führt, muss beendet werden", sagte Selenskyj.

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