Krieg gegen die Ukraine: Dänische Regierungschefin setzt sich für mehr Patriot-Raketen ein

vor 55 Minuten 1

BenachrichtigungPfeil nach linksPfeil nach rechtsMerklisteAufklappenAbspielenPauseAbspielenWiederholen

  • Alle Artikel zum Thema finden Sie auf unserer Themenseite zum Krieg gegen die Ukraine. Eine Übersichtskarte mit den aktuellen Entwicklungen aktualisieren wir täglich hier.
  • Russische oder ukrainische Angaben zu Details einzelner Angriffe und zur Zahl Verletzter und Getöteter lassen sich derzeit nicht unabhängig verifizieren.
  • Neben eigenen Recherchen verwenden wir Material der Nachrichtenagenturen AFP, AP, dpa, epd, KNA und Reuters.
  • Wie wir bei der ZEIT Nachrichten zum Ukrainekrieg machen, finden Sie hier.
Umkämpft Russische BefestigungsanlagenRussische Kontrolle Vortag seit Kriegsbeginn vor KriegsbeginnZurückerobert Vortag seit Kriegsbeginn Zusätzl. erobertQuelle: Institute for the Study of War

Jana Trietsch

Großbrand nach Drohnenangriff auf ein Logistikzentrum im Süden Russlands

Nach einem Drohnenangriff ist in einem Logistikzentrum des russischen Onlinehändlers Ozon in der südrussischen Stadt Krasnodar ein Großbrand ausgebrochen. Der Betrieb sei eingestellt worden, ​teilte das Unternehmen über Telegram mit. ⁠Nach vorläufigen Erkenntnissen gebe es keine Toten.

Julica Jungehülsing

EU will Druck erhöhen, »bis Russland das Töten beendet«

Die EU hat der Ukraine vor dem Nationalfeiertag des Landes fortgesetzte Hilfe zugesichert. In den viereinhalb Kriegsjahren seien mehr als 220 Milliarden Euro mobilisiert worden, sagte EU-Ratspräsident António Costa vor den Feierlichkeiten in Kyjiw. Zugleich drohte Costa Präsident Wladimir Putin mit neuen Sanktionen: »Wir werden den Druck erhöhen, bis Russland das Töten beendet, ernsthaften Friedenswillen zeigt und an den Verhandlungstisch kommt«, sagte der frühere portugiesische Regierungschef. 

Derzeit sehe man deutlicher als zuvor, dass der Krieg Russlands Ressourcen aufzehre. Die bisherigen EU-Sanktionen zeigten Wirkung. Den angestrebten EU-Beitritt der Ukraine bezeichnete Costa als »die beste Garantie für Sicherheit und langfristige demokratische Stabilität für die Ukraine und für Europa insgesamt«. 

Wir werden die Ukraine weiter so lange und so umfassend wie nötig unterstützen.

Mit dem Nationalfeiertag am 24. August erinnert die Ukraine an ihre Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1991. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj empfing bereits am Sonntag mehrere Staats- und Regierungschefs in Kyjiw, die an den Feierlichkeiten teilnehmen.

Jana Trietsch

Großbritannien unterstützt Ukraine bei Produktion von Langstreckenraketen

Der britische Premierminister Andy Burnham hat vor ​seinem Antrittsbesuch in der ⁠Ukraine Unterstützung für die dortige Produktion ​von Langstreckenraketen angekündigt. »Die Sicherheit der Ukraine ist unsere Sicherheit«, ‌sagte ⁠Burnham.

Großbritannien erlaube dem ​europäischen Raketenhersteller MBDA, geheime Informationen über britische Bauteile des Marschflugkörpers Scalp weiterzugeben, teilte Burnhams ​Büro mit. Dies solle Frankreich und der Ukraine helfen, lokale Produktionslinien für die Waffe aufzubauen. Burnham wird in Kyjiw unter anderem mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen und eine Sitzung der ⁠sogenannten Koalition der Willigen ​leiten, einer Gruppe von Unterstützerstaaten der Ukraine.

Julica Jungehülsing

Drohnentrümmer treffen Kindertagesstätte

Im Süden Russlands sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs zwei Kinder gestorben, nachdem Trümmerteile einer Drohne eine Kindertagesstätte getroffen haben. Weitere neun Menschen, darunter sieben Kinder, seien bei dem Vorfall in Krasnodar verletzt worden, schrieb Gouverneur Weniamin Kondratjew auf Telegram.

Trümmer der Drohne seien außerdem auf Wohnhäuser in der Stadt gefallen und hätten einen Brand in Lagerhallen ausgelöst, sagte Kondratjew.

Eva Casper

Drei Tote nach russischem Angriff auf Charkiw 

Bei einem russischen Angriff am Stadtrand von Charkiw im Nordosten der Ukraine sind drei Menschen getötet worden. Das teilte der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit. Rettungskräfte hätten acht Menschen gerettet, von denen einige verletzt worden seien. 

Iven Fenker

Mette Frederiksen fordert mehr Patriot-Raketen für die Ukraine

Die westlichen Länder könnten nach Meinung der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen mehr Patriot-Flugabwehrraketen an die Ukraine liefern. »Wenn wir das nicht tun, steht der Ukraine ein Winter bevor, in dem die Russen unerbittlich zuschlagen, bombardieren – auch mit ballistischen Raketen – und viele Menschen töten werden«, sagte sie. 

Der finnische Präsident Alexander Stubb, der wie Frederiksen zu dem Treffen baltischer und nordischer Staaten in die Ukraine gereist war, berichtete auf X von einer Reihe von neu unterzeichneten Abkommen. Unter anderem habe die finnisch-norwegische Rüstungsfirma Patria ein entsprechendes Abkommen mit der Ukraine unterschrieben. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lobte die enge Zusammenarbeit der nordischen und baltischen Staaten mit der Ukraine.

Jede Rakete rettet Leben.

Wolodymyr Selenskyj

Frederiksen teilte mit, dass sie gemeinsam mit baltischen und nordischen Kollegen verschiedene Themen mit Selenskyj erörtert habe. Es sei angesprochen worden, wie man die Ukraine und den Rest Europas gegen ballistische Raketen aus Russland verteidigen könne. »Wenn die Russen ballistische Raketen in einem Land einsetzen können, können sie diese irgendwann auch in einem anderen Land einsetzen, und deshalb müssen wir eine noch stärkere Luftabwehr rund um Europa aufbauen.«

Iven Fenker

Selenskyj weist ukrainische Beteiligung an Nord-Stream-Sprengung zurück

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj keine Rolle bei der Zerstörung der Nord-Stream-Gaspipelines gespielt und ​kooperiert bei den Ermittlungen. »Die Ukraine hat ⁠sich nie offiziell an Operationen zur Sprengung der ​Nord-Stream-2-Pipeline beteiligt«, sagte er vor Journalisten in Kyjiw. Derzeit befinden sich zwei ukrainische Verdächtige wegen des Verdachts der Mitwirkung ​in Untersuchungshaft.

Iven Fenker

Russland greift offenbar Passagierzug mit Drohne an

Eine russische Drohne ist in einen Passagierzug auf dem Weg nach Odessa eingeschlagen. Die Lokomotive geriet dabei laut ukrainischen Behörden in Brand. Es gab keine Verletzten. In dem Zug seien 593 Menschen gewesen, darunter 15 Kinder. Sie alle seien mit Bussen nach Odessa gebracht worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper mit. Kiper sprach von einem gezielten Angriff. Während der Evakuierung habe es zudem eine zweite Attacke gegeben. Erst Mitte August waren bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug in der Region Odessa im Süden der Ukraine ein Lokführer und sein Assistent getötet worden.

Bei einem anderen Drohnenangriff im Osten der Ukraine in Charkiw wurden Behörden zufolge sieben Menschen verletzt. Die ukrainische Flugabwehr sprach von insgesamt 127 russischen Drohnenangriffen. Die meisten seien abgewehrt worden.

Die Ukraine führte erneut Gegenschläge mit Drohnen in Russland aus. In Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine gab es laut Behörden dabei einen Toten und sechs Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einer nicht überprüfbaren Zahl von 328 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. 

Verena Harzer

Selenskyj unterzeichnet Gesetz für umstrittenes Heldenpantheon

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Gesetz zur Einrichtung eines nationalen Heldenpantheons in Kyjiw unterzeichnet. Dort sollen historische Persönlichkeiten geehrt und künftig auch ukrainische Präsidenten bestattet werden.

Das Vorhaben sorgt wegen der geplanten Ehrung von Angehörigen der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) für Streit mit Polen. UPA-Kämpfer waren an Massenmorden an Polen und Juden vor allem in der heutigen Westukraine während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Selenskyj sagte, über die ukrainischen Helden werde allein die Ukraine entscheiden.

Das Pantheon könnte das Verhältnis zwischen der Ukraine und Polen weiter belasten. Erst im Juni hatte ein Streit um die Ehrung der UPA zu Spannungen zwischen den beiden Ländern geführt.

Verena Harzer

Russland zieht Botschafter aus Großbritannien ab

Russland hat seinen Botschafter in Großbritannien abgezogen. Andrej Kelin habe seine diplomatische Mission beendet, teilte die russische Botschaft in London mit. Hintergrund sei die britische Unterstützung für die Ukraine, wegen der die Beziehungen einen »historischen Tiefstand« erreicht hätten. Kelin war seit sieben Jahren Botschafter in London und verließ Großbritannien laut Sunday Times bereits am 21. Juli. Ein Geschäftsträger leitet seither die Botschaft, ein Nachfolger ist bislang nicht bekannt. 

Großbritannien gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Ukraine und hat seit Beginn der russischen Invasion rund 25 Milliarden Pfund bereitgestellt. 

Verena Harzer

Selenskyj kündigt Alternativen zu Starlink an

Die Ukraine und Russland arbeiten nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj an Alternativen zum Satellitennetzwerk Starlink. Russland entwickle gemeinsam mit China ein eigenes System, das bis Dezember 2026 fertiggestellt werden solle. Die Ukraine teste ihrerseits bereits mit einem nicht genannten europäischen Land eine Alternative.

Starlink ist für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte wichtig. Selenskyj zufolge will Kyjiw das Netzwerk zudem für Einsätze auf russischem Gebiet nutzen und bemüht sich dafür um die Zustimmung von Elon Musk und der US-Regierung.

Als Ziel nannte Selenskyj insbesondere russische Abschussanlagen für ballistische Raketen. Wegen sinkender Lieferungen von Patriot-Abfangraketen müsse die Ukraine stärker versuchen, solche Stellungen selbst aufzuspüren und anzugreifen.

Verena Harzer

Wadephul besucht Charkiw nahe der russischen Front

Außenminister Johann Wadephul hat bei seiner vierten Ukrainereise erstmals die nahe der Front gelegene Stadt Charkiw besucht. Dort besichtigte er unter anderem ein mehrfach von russischen Raketen getroffenes Kraftwerk und ein zerstörtes U-Bahn-Depot. Trotz regelmäßiger Angriffe leben in der Stadt weiterhin rund 1,4 Millionen Menschen. 

Wadephul würdigte den »unheimlichen Widerstandswillen« der Bevölkerung. Sein Besuch in Frontnähe gilt als Zeichen der deutschen Unterstützung für die Ukraine.

Mathis Gann

Selenskyj will von Korruptionsfällen in seinem Umfeld nichts gewusst haben

Nach neuerlichen Korruptionsvorwürfen bezüglich des Umfelds von Wolodymyr Selenskyj bestreitet der ukrainische Präsident, davon etwas gewusst zu haben. Die Antikorruptionsbehörde habe »keinerlei Fragen« an ihn, sagte er in einem mehrstündigen Gespräch mit Journalisten. »Sie wissen ganz genau, dass ich mit so etwas nichts zu tun habe.«

Selenskyj hatte in dieser Woche seine stellvertretende Stabschefin Iryna Mudra entlassen, nachdem deren Büro von Ermittlern durchsucht worden war. Das Nationale Antikorruptionsbüro teilte mit, es ermittle gegen mehrere Personen, die umgerechnet rund drei Millionen Euro gewaschen haben sollen. Ziel soll gewesen sein, mit dem Geld die Kaution für eine beschuldigte Person in einem anderen hochkarätigen Korruptionsfall rund um den staatlichen ukrainischen Atomkonzern Energoatom zu bezahlen.

Mathis Gann

Wadephul sagt Ukraine Unterstützung zu und wirft Russland »wahllosen Mord« vor

Während seines Besuchs in der Ukraine hat Außenminister Johann Wadephul (CDU) Russland »wahllosen Mord an Zivilisten« vorgeworfen. Bei dem Besuch anlässlich des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine sagte Wadephul dem Land zudem weitere 50 Millionen Euro humanitäre Hilfe zu.

»Der Juli war der tödlichste Monat für die Ukraine seit Kriegsbeginn«, schrieb Wadephul nach einem Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj auf X. Der russische Staatschef Wladimir Putin habe bei seinem Angriffskrieg »in nichts nachgelassen«.

Bei einer Pressekonferenz sagte Wadephul, mit Angriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur setze Russland abermals »den Winter als Waffe« ein. Deutschland werde die Ukraine deshalb bei der Vorbereitung auf den kommenden Winter unterstützen.

Besonders dringlich sei weiterhin die Luftverteidigung. Er führe Gespräche mit europäischen und außereuropäischen Partnern über zusätzliche Systeme, sagte der Minister. Unter anderem wolle er darüber mit seinem US-amerikanischen Amtskollegen Marco Rubio beraten.

Mathis Gann

Selenskyj spricht von Milliardenlücke im ukrainischen Verteidigungshaushalt

Die Ukraine benötigt laut Präsident Wolodymyr Selenskyj dringend finanzielle Unterstützung für ihren Abwehrkampf. Man erwarte von der Europäischen Union 30 Milliarden Euro für Verteidigungsausgaben, sagte Selenskyj im Gespräch mit Journalisten in Kyjiw.

Derzeit gebe es im Verteidigungshaushalt eine Lücke von rund 23 Milliarden Euro. Nötig sei ein »bedeutender Geldbetrag«, etwa bei der Finanzierung der Soldatengehälter oder der Produktion von Drohnen, sagte Selenskyj. Er arbeite in dieser Angelegenheit mit Deutschland und Frankreich zusammen.

Nach oben
Gesamten Artikel lesen