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Billig wird das Ganze nicht. Die Bundesregierung plant, 40 Prozent Anteile am Panzerbauer KNDS zu kaufen. Das könnte locker einen hohen, einstelligen Milliardenbetrag kosten. Der Staat sichert sich damit die Kontrolle über das deutsch-französische Rüstungsunternehmen, das den Kampfpanzer Leopard, Panzerhaubitzen und Radpanzer herstellt. Es ist eine strategische Entscheidung, und sie ist richtig – aus mehreren Gründen.
Gerald Traufetter ist Chefkorrespondent im Wirtschaftsressort des SPIEGEL
Erstens: Deutschland und Europa müssen sich auch ohne die USA gegen das imperiale Russland verteidigen können. Die Zeit drängt, denn es gibt ernst zu nehmende Analysen, dass Wladimir Putin schon in ein paar Jahren ein Nato-Land angreifen könnte. Die russische Regierung hat auf Kriegswirtschaft umgestellt. Nur im militärischen Konflikt mit fremden Mächten kann Putin seine Herrschaft erhalten.
Zweitens: Deutschland braucht eine heimische Rüstungsindustrie, die Kriegsgerät in Serie herstellt, nicht wie bisher in Manufaktur. Mit dem Einstieg bei KNDS kann der Staat die Investitionen sicherstellen, die dafür langfristig nötig sind.
Drittens: Die Anteile sichern auch Kontrolle. Denn bislang tritt der Staat bei den Rüstungskonzernen als Kunde auf und muss die Preise zahlen, die die Unternehmen verlangen. Konzerne wie Rheinmetall rufen gerade horrende Summen auf. Der Verdacht liegt nahe, dass sie die prekäre verteidigungstechnische Lage des Landes ausnutzen.
Kompliziertes Konsortium
Wichtiger aber ist, dass es sich bei KNDS um ein Schlüsselunternehmen handelt. Hervorgegangen ist es aus der Panzerschmiede Krauss-Maffei Wegmann in München und dem französischen Nexter. Bei der Fusion ist ein Unternehmen mit Sitz in Amsterdam entstanden, bei dem der französische Staat mit 50 Prozent beteiligt ist. Auf deutscher Seite hält bislang ein kompliziertes Konsortium aus Eigentümerfamilien die Mehrheit.
Die Regierungen in Paris und Berlin haben Großes mit KNDS vor. Das Unternehmen soll das sogenannte »Main Ground Combat System« herstellen, ein Bodenkampfsystem, bestehend aus Kampfpanzern, autonomen Schutzfahrzeugen und Drohnen. Es soll zu einem wichtigen Pfeiler europäischer Verteidigung gegen den Feind im Osten werden. Doch bislang leidet das Unternehmen an einer großen Unwucht, die unter anderem aus der ungleichen staatlichen Beteiligung resultiert.
Diese schürt auf beiden Seiten Misstrauen. Der Élysée-Palast fürchtet eine deutsche Dominanz, in Berlin hingegen argwöhnt man, dass Frankreich nach Macht und den lukrativen Teilen des Zukunftsprojekts greift. Eine ähnliche Gemengelage blockiert auch eine Kooperation beim künftigen Luftverteidigungssystem mit der sperrigen Abkürzung FCAS. Es kommt seit Jahren nicht vom Fleck, selbst unter dem Druck äußerer Bedrohung nicht.
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