KI am Arbeitsplatz: Bundesregierung sieht keinen systematischen Stellenabbau

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Die Debatte über die Auswirkungen Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt treibt die Politik weiter um: In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von AfD-Abgeordneten und deren Fraktion erklärt die Bundesregierung, dass der zunehmende KI-Einsatz in Deutschland bislang nicht zu einem systematischen Beschäftigungsabbau führe. Forscher berichten zunehmend über rückläufige Chancen gerade für Nachwuchskräfte. Doch das federführende Arbeitsministerium wiegelt ab. Der digitale Wandel führt nach seiner Einschätzung nur zu einem Umbau von Tätigkeiten innerhalb bestehender Berufe.

Künstliche Intelligenz ersetze selten ganze Berufsbilder, schreibt die Exekutive. Sie verändere vielmehr konkrete Aufgaben. So entfielen zunehmend vor allem Routinearbeiten. Parallel gewönnen die kritische Bewertung und Kontrolle von KI-Ergebnissen an Gewicht. Entscheidend für den Erfolg sei daher die gezielte Weiterqualifizierung der Beschäftigten.

Alarmierende Berichte über mögliche Nachteile für Berufseinsteiger beäugt die Regierung skeptisch. Schweizer Marktstudien, die von einem Einbruch der Junior-Stellen sprechen, seien methodisch kaum belastbar, heißt es. Der Rückgang habe nämlich bereits vor dem Durchbruch generativer KI-Systeme eingesetzt. Auch schwächere Vermittlungszahlen bei der Bundesagentur für Arbeit ließen sich nicht kausal auf KI zurückführen: Sie spiegelten eher die allgemeine Konjunkturschwäche wider.

Auch Spekulationen über Lohndruck auf Akademiker dämpft die Bundesregierung. Zwar gaben in einer Umfrage des Ifo-Instituts knapp 20 Prozent der hiesigen Unternehmen an, Hochschulabsolventen theoretisch durch KI-gestützte, geringer qualifizierte Arbeitskräfte ersetzen zu können. Das Arbeitsministerium betont indes, dass es sich dabei lediglich um hypothetische Szenarien handle und keine empirische Evidenz für reale Gehaltseinbußen vorliege. Da fundierte KI-Kompetenzen knapp und teuer seien, bleibe die Ausbildung hochqualifizierter Nachwuchskräfte unverzichtbar.

Bezeichnend ist der Blick auf die internationale Datenlage: Globale Analysen ordnet die Regierung nur am Rande ein. Eine aktualisierte Stanford-Studie legt nahe, dass generative KI zwar keine Massenarbeitslosigkeit auslöst, aber den Berufseinstieg erschwert. Das Arbeitsressort verweist derweil auf korrigierte Einschätzungen von US-Forschern. Diese hätten eingeräumt, dass sich Effekte auf den Arbeitsmarkt erst später zeigten und primär auf makroökonomische Faktoren wie die Zinspolitik zurückzuführen seien.

Um den Wandel zu gestalten, verweist die Regierung auf Initiativen wie das 2020 eingerichtete KI-Observatorium und das Forschungsprojekt ai:conomics. KI soll den Kompetenzerwerb sogar beschleunigen: Durch adaptive Lernsysteme und KI-Coaching könnten Berufseinsteiger Erfahrungsrückstände schneller aufholen. Flankierend setzt der Bund auf die nationale Weiterbildungsstrategie, um die Weiterbildungsquote bis 2030 auf 65 Prozent zu steigern. Schon 2023 versuchte die Exekutive zu beruhigen: ChatGPT & Co. seien bislang keine Job-Killer. Im Februar beteuerte sie: Es gebe bislang keine belastbaren Erkenntnisse, dass KI den Berufseinstieg im IT-Sektor gefährde.

(nie)

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