Kasachstan: Regierungspartei siegt wie erwartet bei Parlamentswahl in Kasachstan
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Hochrechnungen zufolge kommt die Präsidentenpartei Adilet bei der Wahl auf 70 bis 72 Prozent der Stimmen. Fünf weitere Parteien ziehen ins erste Einkammerparlament ein.
Quelle: DIE ZEIT,
AFP,
Reuters,
jtr
24. August 2026, 0:28 Uhr
Artikelzusammenfassung
Tokajews Machtapparat hat die Parlamentswahl in Kasachstan erwartbar abgeräumt. Laut staatlichen Medien holte die präsidentennahe Adilet-Partei 70 bis 72 Prozent, bei offiziell mehr als 74 Prozent Beteiligung; ins Parlament ziehen zudem fünf weitere, ebenfalls systemkompatible Parteien ein, während verbotene Oppositionsgruppen nur noch als Off-Air-Rauschen vorkommen. Zuvor war im März eine Verfassungsreform beschlossen worden, die das Parlament auf eine Kammer zurechtstutzte und laut Regierung mehr Mitsprache bringen soll – ein Spin, den Kritiker eher als Power-Upgrade für den Präsidenten lesen. Denn die neue Verfassung kassierte die Begrenzung von Tokajews Amtszeiten, womit der seit 2019 regierende 73-Jährige 2029 erneut antreten kann, was demokratisch klingt, aber einen ziemlich autoritären Subtext sendet. Das alles spielt sich in einem geopolitischen Brennglas ab: Kasachstan ist mit Russland verbandelt, pflegt enge Drähte nach China und bleibt wegen Rohstoffen und seiner Lage zwischen Europa und Asien auch für die EU ein strategischer Key Player.
Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt. Vereinzelt kann es dabei zu Fehlern kommen.
Die von Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterstützte Regierungspartei hat die Parlamentswahl in Kasachstan wie erwartet gewonnen. Staatlichen Medien zufolge kommt die Adilet-Partei auf 70 bis 72 Prozent der Stimmen. Fünf weitere Parteien sind demnach ebenfalls im Parlament vertreten, das nach einer im März verabschiedeten Verfassungsreform nur noch aus einer Kammer besteht. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei über 74 Prozent.
Zur Wahl traten lediglich sieben zugelassene Parteien an, die allesamt als mehr oder weniger loyal gegenüber Tokajew gelten. Mehrere Oppositionsgruppen wurden verboten. Nach Darstellung der Regierung soll die Volksvertretung nach der Verfassungsreform stärker an politischen Entscheidungen beteiligt werden. Kritiker werfen Präsident Tokajew vor, mit der Reform seine Macht weiter zu festigen. Die neue Verfassung hob die Begrenzung der Amtszeiten für Tokajew auf und ermöglicht ihm damit eine erneute Kandidatur im Jahr 2029. Der 73-Jährige ist seit 2019 Präsident.
Kasachstan ist mit Russland verbündet und unterhält enge Beziehungen zu China. Wegen seiner großen Rohstoffvorkommen und seiner strategischen Lage zwischen Europa und Asien ist das Land zugleich ein wichtiger Partner der Europäischen Union.