Eine Hitzewelle in Teilen des Pazifiks treibt im US-Bundesstaat Kalifornien eine ungewöhnlich große Zahl von Stachelrochen an die Küste. Wie Daten von Rettungsschwimmern zeigen, nimmt auch die Zahl der Stiche durch die Rochen an den Stränden Kaliforniens deutlich zu.
An den Stränden Bolsa Chica und Huntington State Beach südlich von Los Angeles wurden in diesem Jahr bisher mehr als 3100 Vorfälle gemeldet, doppelt so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. In San Diego wurden bis Ende Juni mehr als 900 Stiche verzeichnet, auch das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.
Stachelrochen kommen in den Gewässern des Pazifischen Ozeans von Panama bis Nordkalifornien vor. Sie sind dafür bekannt, dass sie sich in Richtung Küste bewegen, wenn der Wellengang nachlässt und das Wasser warm ist.
Warnung vor Rochen am Huntington Beach
Foto: Jae C. Hong / APVor der Westküste hält eine marine Hitzewelle an. Laut der US-amerikanischen Ozeanbehörde NOAA ist es das dritte Mal seit Beginn der Aufzeichnungen, dass ein so großer Abschnitt der Küstengewässer so lange warm bleibt.
Im Juni bestätigten die Behörden die Entstehung eines El Niño. Das Klimaphänomen sorgt unter anderem dafür, dass sich Teile des zentralen Pazifiks erwärmen. Fachleute gehen davon aus, dass der jetzige El Niño eine historische Stärke erreichen wird. Während eines solchen Ereignisses kämen mehr Stachelrochen aus dem Süden herauf und würden sich der Küste nähern, sagt der Meeresbiologe Chris Lowe von der California State University. »Deshalb erwarten wir in diesem Jahr Rekordzahlen.«
In den vergangenen Jahren seien zudem die Bestände vieler Arten, die sich von Rochen ernährten, etwa Haie, Seelöwen und Riesenzackenbarsche, geschrumpft, sagt Lowe. Das habe zu einem Anstieg der Stachelrochenpopulation geführt.
Groß wie ein Essteller
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Am Seal Beach bei Los Angeles fingen Forschende kürzlich an einem Morgen etwa 200 Stachelrochen ein. Jeder sei so groß wie ein Essteller gewesen, sagt Lowe. »Es kommt vor, dass sie den Meeresboden regelrecht bedecken, sodass man den Sand nicht mehr sehen kann.«
Werden Rochen getreten, schlagen sie instinktiv mit dem Schwanz nach oben und stechen Menschen mit ihren giftigen Stacheln. Rettungsschwimmer fordern Badegäste deshalb dazu auf, beim Betreten des Wassers mit den Füßen zu schlurfen, da diese Bewegung die Rochen oft dazu bringt, auszuweichen, anstatt zu stechen.
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Die meisten Stiche erfordern keine besondere medizinische Versorgung. Wenn Rötungen und Schwellungen jedoch länger als vier oder fünf Tage anhalten würden, könne eine Infektion vorliegen, sagt die Notfallmedizinerin Christanne Coffey von der University of California. Dann ist eine Untersuchung empfohlen.

vor 15 Stunden
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