Protestierende fordern ein Ende der Angriffe im Libanon, in Gaza und im Iran. Zuvor hatte Israel das öffentliche Versammlungsrecht wieder gelockert.
12. April 2026, 1:43 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AP, dpa, jj
In Tel Aviv haben Tausende Menschen gegen den Krieg demonstriert. Die Demonstrantinnen und Demonstranten versammelten sich am Samstagabend auf dem zentralen Habima-Platz. Auf Transparenten forderten sie unter anderem ein Ende von Israels "ewigem Krieg" auf. Viele Protestierende skandierten: "Mehr Leid im Libanon wird uns keine Sicherheit bringen."
Der Kundgebung war eine Lockerung der Kriegsbeschränkungen in weiten Teilen Israels vorausgegangen. Zuvor durfte die Polizei in Israel Demonstrationen mit Verweis auf die Gefahr drohender Raketenangriffe beenden. Auch hatte Israel wegen des Kriegs zuvor die Zahl der Teilnahmer an öffentlichen Protesten beschränkt.
Unter den Protestierenden war auch Ifat Kalderon, deren Cousin Ofer Kalderon nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 im Gazastreifen als Geisel gehalten und im Februar 2025 freigelassen wurde. Sie demonstriere, um ein Ende der israelischen Kriege "im Iran, im Libanon und im Gazastreifen" zu fordern, sagte sie der Nachrichtenagentur AP. Der Krieg mit dem Iran habe keine positiven Ergebnisse gebracht. "Die Realität ist dieselbe wie zuvor, vielleicht sogar schlimmer. Wir müssen alles in Abkommen überführen, wir können nicht dauerhaft im Krieg leben", sagte Kalderon.
Festnahmen bei weiterer Demonstration
Am Wochenende zuvor hatte die Polizei eine kleinere Protestveranstaltung gewaltsam aufgelöst und mindestens 17 Menschen festgenommen. Die Behörden begründeten ihr Vorgehen mit Sicherheitsbeschränkungen. Menschen in Israel hatten sich aber schon in der Vergangenheit über die Einschränkungen hinweggesetzt und trotzdem gegen den Krieg im Iran demonstriert.
Die israelische Armee hat jüngst ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Vor drei Tagen waren bei den schwersten Angriffen seit langem dem libanesischen Zivilschutz zufolge mindestens 254 Menschen gestorben, mehr als 1.100 wurden verletzt. Israel hat "formalen Friedensverhandlungen" mit der libanesischen Regierung in der kommenden Woche zugestimmt. Israel weigere sich aber, über "eine Waffenruhe mit der Terrororganisation Hisbollah" zu sprechen.

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