Naim Chebbo, Einwohner von Beirut:
»Wir leben in einem Albtraum. Deshalb habe ich heute Angst vor dem Schlafengehen. Vielleicht passiert es ja ein zweites Mal. Ich werde beten und dann schlafen.«
Naim Chebbo in den Trümmern seiner Wohnung im Westen Beiruts.
Naim Chebbo, Einwohner von Beirut:
»Schau, was hier passiert ist.«
Ein israelischer Luftangriff zerstörte wenige Stunden zuvor das Nachbargebäude und verwüstete auch das Haus, in dem Chebbo wohnte.
Naim Chebbo, Einwohner von Beirut:
»Das ist mein Zuhause, mein Haus. Ich lebe hier schon seit mehr als 51 Jahren. Und jetzt ist alles zerstört. Schau selbst.«
Kurz nachdem die USA, Iran und Israel ihre Waffenruhe verkündet hatten, griff Israel den Libanon umso massiver an. Mehr als 100 Ziele in 10 Minuten wurden mit Raketen und Bomben attackiert – ohne Vorwarnung und auch in Wohnvierteln Beiruts, die bislang weitgehend verschont blieben. Mindestens 182 Menschen starben.
Dass sich die »getroffene Infrastruktur mitten in der Zivilbevölkerung« befunden habe, begründete Israel damit, dass die Hisbollah »Zivilisten als menschliche Schutzschilde [nutzt] um ihre Operationen zu sichern.«
Über Naim Chebbos Haus kreist auch an diesem Tag eine vermutlich israelische Drohne, die Bedrohung ist allgegenwärtig.
Naim Chebbo, Einwohner von Beirut:
»Solange die Hisbollah im Libanon präsent ist, wird Israel den Libanon angreifen. Die Hisbollah verteidigt nicht die Interessen des Libanon, sondern die des Iran. Das ist alles.«
Das Regime in Iran, einer der wichtigsten Verbündeten der Hisbollah, stellte nach dem Angriff die ohnehin fragile Waffenruhe in Frage. Die Menschen im Libanon sind die Leidtragenden.
Naim Chebbo, Einwohner von Beirut:
»Wir wollen in Frieden leben. Wir wollen mit niemandem kämpfen. Wir wollen an den Strand gehen, Taboulé essen und möchten, dass die Leute in den Libanon kommen, um die Sonne und das Wetter zu genießen und Freunde zu finden. Warum gibt es immer nur Bomben, Bomben, Bomben?«

vor 23 Stunden
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