Irankrieg: Iran warnt USA vor Bumerangeffekt durch Wirtschaftssanktionen

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Maxim Nägele

Iranischer Präsident räumt wirtschaftliche Schwierigkeiten ein 

In einer Rede hat Irans Präsident Massud Peseschkian über Schwierigkeiten der Wirtschaft und der Versorgung im Land gesprochen. Die Regierung setze sich dafür ein, die Inflation zu senken, sagte Peseschkian laut einer Mitteilung auf der offiziellen Website des Präsidenten. Er sprach demnach auch von «erheblichen Ungleichgewichten» in der Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Benzin sowie in der Umwelt und im Bankensektor, die seine Regierung «geerbt» habe. Seit seinem Amtsantritt habe das Land mit einer Kombination aus Krieg, Sanktionen, politischem Druck und Attentaten zu kämpfen gehabt.

Zugleich warnte der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf die USA vor den möglichen Folgen von verschärften Sanktionen. Auf der Plattform X teilte er einen Comic über einen Bumerang, der nahelegt, dass der von US-Präsident Trump angekündigte Wirtschaftskrieg die USA selbst treffen werde.

Pauline Schinkels

Pakistan schickt Vermittler nach Teheran

Pakistans Armeechef Asim Munir wird morgen erneut die iranische Hauptstadt Teheran besuchen. Der Besuch solle Pakistans Bemühungen zur Stärkung von Frieden und Sicherheit in der Region fortsetzen, teilte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums mit. Pakistan hat bei den Verhandlungen zwischen Iran und den USA, die auf ein Ende ihres Krieges abzielen, die Rolle des Vermittlers übernommen.

Hella Kemper

Iran lässt irakische Öltanker durch die Straße von Hormus fahren

Der Iran hat mehreren irakischen Öltankern ​die Durchfahrt durch die Straße von Hormus »erlaubt«. Wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA meldete, sei die Sondergenehmigung beim Besuch des iranischen Parlamentspräsidenten eine der Hauptforderungen ​des Irak gewesen.

Der Irak gehört zu den Ländern, die von den Einschränkungen im Schiffsverkehr betroffen sind. Vor dem Krieg förderte das Land rund vier Millionen Barrel Öl pro Tag. Die Regierung in Bagdad bemüht sich um alternative Exportrouten über die Türkei, Syrien und Jordanien.

Bastian Hartig

Dutzende Schiffe wegen Iranblockade vom US-Militär umgeleitet

Das US-Militär hat im Zuge der Blockade iranischer Häfen nach eigenen Angaben 68 Handelsschiffe umgeleitet. Das gab das zuständige Regionalkommando Centcom bekannt. Zudem ​seien drei ​Schiffe außer Gefecht gesetzt und zwei weitere ‌geentert worden, hieß es.

Mathis Gann

Irans Präsident Peseschkian fordert Kriegsende

Der iranische Präsident Massud Peseschkian sieht sein Land im Krieg gegen die USA in einer guten Position und fordert ein Ende der militärischen Eskalation. »Die ganze Welt erkennt unseren Sieg an«, sagte Peseschkian laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Es sei besser, den Krieg jetzt zu beenden, »da wir uns in einer Position der Stärke und Würde befinden«. Die USA seien hingegen »in der ganzen Welt verhasst«. Sie würden Schulen, Krankenhäuser und Infrastruktur angreifen sowie Regeln brechen.

Eine Kapitulation seines Landes lehnte der iranische Präsident kategorisch ab. »Wir werden uns unter keinen Umständen der Einschüchterung beugen«, sagte Peseschkian. Sein Land werde den Gegnern »bis zum letzten Atemzug gegenüberstehen« und ihnen »eine vernichtende Antwort geben«.

Peseschkians Äußerungen können auch als eine Reaktion auf jüngste Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump verstanden werden. Dieser hatte einen beispiellosen Wirtschaftskrieg gegen den Iran angekündigt und dabei den Handelspartnern des Iran gedroht.

David Rech

USA melden mehr als 700 Verwundete seit Irankrieg

Seit Beginn des Krieges gegen den Iran im Februar sind nach Angaben des Pentagons 757 Angehörige der US-Streitkräfte verwundet worden. Mehr als 580 von ihnen gehören zum US-Heer. Unter den Verletzten sind außerdem 86 Angehörige der US-Marine, 64 der US-Luftwaffe und 19 Marineinfanteristen.

Das Pentagon und das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando Centcom haben bislang kaum Einzelheiten darüber veröffentlicht, wie die Verletzungen entstanden sind oder welche Schäden es an US-Militärstützpunkten gab. Vertreter der US-Regierung teilten jedoch mit, dass es sich bei der überwiegenden Mehrheit der Verletzungen um traumatische Hirnverletzungen handelt

Jana Trietsch

US-Regierung genehmigt Verkauf von Tankflugzeugen an Katar

Die US-Regierung hat den Verkauf von vier militärischen Tankflugzeugen des Typs KC-46A an Katar genehmigt. Der Rüstungsdeal im Umfang von 4,5 Milliarden US-Dollar umfasse laut Außenministerium auch die Lieferung von Turbofan-Triebwerken, Radarwarngeräten, militärischen Selbstschutzsystemen, Lastwagen sowie Ausbildungs- und Logistikleistungen.

Mit dem Geschäft soll Katar besser in die Lage versetzt werden, auf gegenwärtige und künftige Bedrohungen zu reagieren, erklärte das Außenministerium. Zudem soll die Zusammenarbeit mit US-Streitkräften und Verbündeten verbessert und Katars strategische Rolle für die Sicherheit in der Region gestärkt werden. Katar ist ein wichtiger Partner der USA am Golf und beherbergt einen großen US-Militärstützpunkt.

Eric Voigt

US-Flugzeugträger ist im Nahen Osten eingetroffen

Der Flugzeugträger USS George Washington ist nun in seinem neuen Einsatzgebiet im Nahen Osten eingetroffen. Er löst nach Angaben des US‑Zentralkommandos Centcom die USS Abraham Lincoln ab. Der monatelange Einsatz des Schiffes in der Krisenregion und Berichte über unhaltbare Zustände an Bord hatten für Kritik in den USA gesorgt. Abgeordnete der oppositionellen Demokraten forderten eine Untersuchung. Verteidigungsminister Pete Hegseth wies Berichte über Missstände zurück. Die Lage an Bord sei »vollständig falsch dargestellt« worden, sagte er.

Die USS Abraham Lincoln war am 21. November 2025 in San Diego ausgelaufen, um im Südchinesischen Meer Dienst zu leisten. Sie wurde jedoch noch vor den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Angriffen auf den Iran in den Nahen Osten umgeleitet.

Lino Wimmer

China warnt Trump vor neuen Iransanktionen

Nach Drohungen des US-Präsidenten, den Iran mit einem »Wirtschaftskrieg« zu überziehen, hat China eine Warnung ausgesprochen. »Sanktionen und Druck tragen nicht zur Lösung des Problems bei«, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums. China rief alle Seiten zu Verhandlungen und verantwortungsvollem Handeln auf.

In der Nacht hatte Trump dem iranischen Regime mit einem »wirtschaftlichen D-Day« gedroht. Sollte der US-Präsident dies wahr machen, wäre die Volksrepublik besonders betroffen. China ist der größte Handelspartner des Iran und kauft einen Großteil von dessen Ölexporten.    

David Rech

Trump droht Iran mit »Wirtschaftskrieg«

US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einem »Wirtschaftskrieg« gedroht. Auch müsse jedes Land samt seiner Finanzinstitutionen, Unternehmen, Flughäfen und Regierungsbehörden bei einer Unterstützung des Iran mit »GEWALTIGEN wirtschaftlichen Konsequenzen« rechnen, teilte er auf seiner Onlineplattform mit. Es brauche die Hilfe aller Verbündeten der USA, um die vom Iran ausgehende Bedrohung zu stoppen.

Die iranische Wirtschaft ist durch den Krieg und die Blockade der Straße von Hormus größtenteils eingebrochen. Zahlreiche Staaten haben den Iran zudem bereits sanktioniert, auch die EU.

Iranische Medien reagierten unbeeindruckt auf die Drohung. Er habe schon zuvor wiederholt vom angeblich unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch des Iran und von Schlägen historischer Dimension gesprochen, schrieb die staatliche iranische Nachrichtenagentur Fars auf Telegram. Dies sei »keine neue Entwicklung, da die Vereinigten Staaten seit Jahren versuchen, jegliche finanziellen und wirtschaftlichen Beziehungen zum Iran zu unterbinden«, schrieb die Nachrichtenagentur Tasnim ebenfalls auf Telegram. Der Iran habe jedoch »gelernt, diese Beschränkungen zu umgehen«, und sei darin mittlerweile sehr versiert.

Simon Sales Prado

Kanada wirft Israel »unrechtmäßige Invasion« im Südlibanon vor

Aus Sicht der kanadischen Regierung treibt Israel im Libanon eine »unrechtmäßige Invasion« voran. Kanada arbeite über diplomatische Kanäle daran, die israelische Militärpräsenz im Südlibanon zu beenden, sagte Randeep Sarai, Staatssekretär für internationale Entwicklung, bei einem Besuch im Libanon der Nachrichtenagentur AP. Sarai kündigte drei neue Hilfsprogramme für Familien und Frauen in der Region an. Damit steigt die kanadische Unterstützung für den Libanon in diesem Jahr auf mehr als 71 Millionen kanadische Dollar (etwa 44 Millionen Euro). 

Isabelle Daniel

Iran droht Golfstaaten bei Kooperation mit USA

Die iranische Armee hat die Golfstaaten vor einer Unterstützung der in der Region stationierten US-Streitkräfte gewarnt. Jeglicher Beistand und jegliche Hilfe für das »aggressive US-Militär komme einer Beteiligung an den US-Angriffen gleich«, sagte Generalstabschef Ali Abdollahi laut der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr.

»Es erscheint unwahrscheinlich, dass sich eine so große Zahl von Militärflugzeugen, insbesondere Tankflugzeugen, auf Stützpunkten in der Region befinden können, ohne dass die entsprechenden Länder darüber informiert sind«, fügte er hinzu. Die Länder, die mehrfach erklärt hätten, ihr Territorium nicht für Militäreinsätze gegen den Iran zur Verfügung zu stellen, »sollten wissen, dass wir uns der Lage voll bewusst sind«.

Die USA verfügen über zahlreiche Stützpunkte in der Region, unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die emiratischen Behörden hatten gestern von zwei iranischen Raketenangriffen auf Schiffe vor ihrer Küste berichtet und daraufhin mitgeteilt, den »gesamten Handel« mit dem Iran eingestellt zu haben. Es handelte sich auf die ersten Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate seit Monaten. Der Iran bestritt, dafür verantwortlich zu sein.

David Rech

Zahl der Schiffsfahrten durch Straße von Hormus bleibt niedrig

Auch am Dienstag sind nur wenige Schiffe durch die Straße von Hormus gekommen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, durchquerten lediglich sechs Schiffe die Meerenge. Auch am Montag hatten laut vorläufigen Daten des Trackingdienstes Kpler sechs Frachtschiffe die Straße von Hormus passiert. 

Sophia Boddenberg

Vereinigte Arabische Emirate stoppen Handel und Finanzgeschäfte mit Iran

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben bis auf Weiteres sämtliche Handels- und Finanzgeschäfte mit dem Iran ausgesetzt. Angesichts der jüngsten Eskalation in der Region seien »der gesamte Handel, der kommerzielle Austausch und Finanztransaktionen mit dem Iran« gestoppt worden, teilte Außenministeriumssprecherin Afra al-Hameli mit.

Die Entscheidung erfolgte am selben Tag, an dem der Iran nach Angaben der Emirate erstmals seit Monaten wieder Raketen auf das Land abgefeuert hatte. Nach Angaben des emiratischen Verteidigungsministeriums wurden zwei ballistische Raketen registriert. Eine ging demnach außerhalb, eine weitere innerhalb der Hoheitsgewässer der Emirate nieder.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghai, wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete die Erklärung der Emirate als »unbegründet«.

Der Iran hatte die mit den USA verbündeten Emirate bereits zu Beginn des Kriegs mit den USA und Israel mehrfach angegriffen. Im Mai war nach einem Drohnenangriff ein Feuer in einem emiratischen Atomkraftwerk ausgebrochen.

Sophia Boddenberg

Frankreich weist zwei iranische Diplomaten aus

Frankreich wirft dem Iran einen Übergriff auf zwei französische Diplomaten vor. Als Reaktion darauf weist die französische Regierung zwei Botschaftsmitarbeiter der Islamischen Republik aus. Die Diplomaten seien zu unerwünschten Personen erklärt worden, teilte das französische Außenministerium mit. In den kommenden Tagen sollen sie Frankreich verlassen, wie Frankreichs Chefdiplomat Jean-Noël Barrot schrieb.

Barrot hatte vor rund einem Monat bekannt gemacht, dass zwei französische Diplomaten über mehrere Stunden von den iranischen Sicherheitskräften festgehalten worden seien. Einer von ihnen sei demnach auch belästigt worden. Außenminister Barrot sprach von einer »extrem schlimmen Einschüchterungsaktion«, die gegen die diplomatische Immunität verstoße. Die beiden Botschaftsmitarbeiter seien für die Programme zur Unterstützung der iranischen Zivilgesellschaft verantwortlich, insbesondere mit Blick auf Künstler und Forschende.

Der Iran dementierte den Übergriff französischen Berichten zufolge. 

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