Iran-Überblick: Iran sperrt nach US-Angriffen Meerenge komplett, US-Militär dementiert

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Erneut haben sich der Iran und die USA gegenseitig attackiert. Der Iran will die Straße von Hormus sperren, das US-Militär hält Durchfahrten weiter für möglich. Die Nacht

Quelle: DIE ZEIT, dpa, AFP, Reuters, 11. Juni 2026, 4:50 Uhr

 Schiffe ankern in der Nähe des iranischen Küstenorts Bandar Abbas; die Angaben zum Schiffsverkehr waren in der Nacht widersprüchlich.
Schiffe ankern in der Nähe des iranischen Küstenorts Bandar Abbas; die Angaben zum Schiffsverkehr waren in der Nacht widersprüchlich. © Amirhosein Khorgooi/​ISNA/​WANA/​via REUTERS

Nach neuen Angriffen beider Seiten haben die USA und der Iran die Lage unterschiedlich dargestellt. Während staatliche iranische Medien meldeten, die Straße von Hormus sei gesperrt und US-Schiffe seien attackiert worden, ​dementierte das US-Militär. Es seien keine US-Kriegsschiffe getroffen ⁠worden, teilte das zuständige US-Zentralkommando (Centcom) mit. Auch die iranische ​Behauptung, die strategisch wichtige Meerenge sei gesperrt, wies Centcom zurück – und teilte mit, dass Handelsschiffe ⁠die Meerenge weiter passierten. Gegen drei Uhr MESZ erklärte das US-Militär seine Angriffe auf den Iran für beendet. Attackiert worden seien militärische Überwachungskapazitäten, Kommunikationssysteme und Luftverteidigungsstellungen im ganzen Land.

Widersprüche zu Gesprächen

US-Präsident Donald Trump sagte in einem Telefoninterview mit dem Sender Fox News, er habe in direktem Kontakt mit der Führung in Teheran gestanden. Der Iran habe ihn darum gebeten, die Angriffe zu beenden. Iranische Staatsmedien zitierten einen ranghohen Vertreter, der von einer »falschen Behauptung« sprach. Diese diene Trump als »Deckmantel«, um einen Krieg gegen den Iran zu vermeiden.

Iran meldet Angriffe auf Bahrain und Kuwait

Als Reaktion auf neue US-Angriffe attackierten die iranischen Streitkräfte nach eigenen Angaben die Golfstaaten Bahrain und Kuwait. In Bahrain sei das regionale Hauptquartier der US-Marine mit Kamikazedrohnen angegriffen worden. Der Angriff zielte demnach auf Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot. Die iranische Revolutionsgarde teilte mit, 18 Ziele angegriffen zu haben, darunter zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Kuwait und einen in Bahrain.

Trump spricht über »geheime Öltransporte«

US-Präsident Donald Trump hat eine angebliche Geheimoperation des US-Militärs in der Straße von Hormus öffentlich gemacht. Im Oval Office sagte Trump, unbemerkt vom Iran seien Millionen Barrel Rohöl durch die Meerenge transportiert worden. Mehr als 200 Tanker seien unbeleuchtet durch die Straße von Hormus gefahren, gesichert von der US-Marine. Das habe funktioniert, weil das Radarsystem der Islamischen Republik nicht mehr funktioniere. Wann genau die Mission vonstattengegangen sein soll und welche Tanker involviert gewesen sein sollen, sagte der Präsident nicht.

22 Länder fordern Stopp iranischer Angriffe auf ihrem Boden

Deutschland und 21 weitere Staaten haben den Iran aufgefordert, Angriffe auf Menschen »auf unserem Boden« einzustellen. »Versuche, Menschen auf unserem Boden zu töten, zu entführen, zu belästigen, einzuschüchtern oder anderweitig anzugreifen, untergraben die nationale Souveränität und internationale Normen«, hieß es in einer Erklärung, die das französische Außenministerium veröffentlicht hat. Zu den 22 Unterzeichnern gehören neben Deutschland weitere europäische Länder, die USA und Australien. Iranische Geheimdienste und die für Auslandseinsätze zuständige Einheit der Revolutionsgarde hätten in anderen Ländern »tödliche Anschlagspläne und bösartige Aktionen« gegen iranische Dissidenten, Journalisten sowie jüdische und israelische Gemeinschaften verfolgt, heißt es in der Erklärung. Dies müsse unverzüglich aufhören.

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