Teheran, Iran 6.7.
Amerikanische und britische Flaggen brennen in Teheran.
Der Slogan »There will be blood«, »Es wird Blut fließen«, ist mehrfach auf Bannern zu lesen. Beim Trauerzug für den getöteten obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei dominieren Rachegelüste.Überdeutlich machte es der religiöse Dichter Mohamed Rassouli am Sonntag. Vor Tausenden Zuhörern rief er offen zur Tötung des US-Präsidenten auf:
Mohamed Rassouli, religiöser Dichter
» Ich schwöre bei eurem Blut: Es liegt an uns, Trump zu ermorden.«
Es gibt lauten Zuspruch aus der Menge. Die roten Fahnen, für Schiiten ein Symbol für Vergeltung und Blutrache, sind überall zu sehen. Das Staatsfernsehen zeigt riesige Menschenmengen, die in die Innenstadt von Teheran strömten, um dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen, darunter Söhne von Ajatollah Ali Kahemenei. Auffällig war, wer nicht zu sehen war: Mojtaba Khamenei, der als Nachfolger seines Vaters gilt, ist seit seiner Ernennung im März nicht öffentlich aufgetreten.
Die Inszenierung richtet sich nach innen und außen. Nach der gewaltsamen Niederschlagung der Massenproteste Anfang des Jahres mit tausenden Toten gelten die Trauerfeierlichkeiten für das Regime als Machtdemonstration – und als Test, wie stark die Unterstützung für die Führung ist.

vor 2 Tage
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