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Überblick: Das ist die aktuelle Lage
- Die von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe im Irankrieg scheint nicht sehr stabil zu sein. Teheran meldete Angriffe, Berichte über Attacken gibt es auch aus Kuwait, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
- US-Präsident Trump wirft Iran vor, den Waffenruhe-Deal nicht einzuhalten, weil die Straße von Hormus weiter blockiert ist. Er kritisierte zudem Irans Pläne, von Schiffen eine Gebühr für die Passage kassieren zu wollen.
- In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad laufen Vorbereitungen für die Verhandlungen zwischen Iran und den USA. Ziel ist ein längerfristiger Friedensvertrag. Laut einem Medienbericht sind die iranischen Verhandlungsführer mittlerweile in Islamabad angekommen.
- Israels Premierminister Netanyahu will laut eigener Aussage mit dem Libanon verhandeln. Gleichzeitig kündigt er weitere Angriffe auf das Land an.
Mehr Hintergrund:
- Warum das vorläufige Ergebnis von Trumps Feldzug eine strategische Niederlage ist.
- Israels Premier Netanyahu lässt im Libanon weiter bomben. Was treibt ihn? Lesen Sie hier die Analyse.
📌Friedensgespräche: Iranische Delegation landet laut Bericht in Islamabad
Im pakistanischen Islamabad sollen in den kommenden Tagen Friedensgespräche zwischen Iran und den USA stattfinden. Einem Bericht des »Wall Street Journal« zufolge sind nun erste Verhandlungspartner aus Iran in Pakistan gelandet. Die Delegation wird demnach von Irans Außenminister Abbas Araghchi angeführt, zugegen sein werde außerdem Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf.
Auf amerikanischer Seite verhandelt laut CNN an oberster Stelle Vizepräsident JD Vance. Er wird von den präsidialen Chefverhandlern Steve Witkoff und Jared Kushner begleitet. Bei den Gesprächen soll es um Bedingungen für einen dauerhaften Frieden gehen. Die Kluft zwischen beiden Parteien ist groß; Trump zeigte sich dem US-Sender NBC zufolge aber »sehr optimistisch«. Pakistan will in dem Konflikt eine Vermittlerrolle einnehmen.
Iren haben Angst vor Treibstoff-Knappheit
Im Zuge der andauernden Proteste gegen die gestiegenen Kraftstoffpreise wächst in Irland die Sorge vor Engpässen und Panikkäufen. An immer mehr Tankstellen droht der Treibstoff zur Mangelware zu werden, wie mehrere Medien, etwa die BBC, berichten. Die Interessenvertretung der irischen Treibstoffbranche, Fuels for Ireland, teilte dem Sender RTÉ zufolge mit, dass der Treibstoff bereits an 100 Tankstellen im Land ausgegangen sei.
Seit Dienstag kommt es in Irland zu zahlreichen koordinierten Protestaktionen, darunter Autokorsos auf Autobahnen und Blockaden von verkehrsreichen Straßen wie der O'Connell Street in Dublin. Lkw und Traktoren blockieren zudem mehrere Treibstoffdepots, darunter auch die wichtige Raffinerie Whitegate in Cork. Auch der Zugang zu mehreren Häfen ist eingeschränkt. Die Proteste sorgen in der Politik für Unmut, auch die irische Armee wurde bereits hinzugezogen.
Die Demonstranten fordern weitere Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise, die durch den andauernden Iran-Krieg stark gestiegen waren. Am Freitag gibt es laut dem irischen Rundfunk bereits Verhandlungen mit Vertretern der Regierung.
Auch Flugreisende müssen sich laut dem Dublin Airport auf Einschränkungen einstellen. Aufgrund von Protesten auf Autobahnen und Straßen Richtung Flughafen sollten Reisende mehr Zeit einplanen, teilte der Flughafen mit.
Iran: Freitagsgebet für getöteten Khamenei
In Teheran haben Anhänger dem im Krieg getöteten Religionsführers Ajatollah Ali Khamenei gedacht. Beim Freitagsgebet im Mausoleum von Revolutionsführer Ruhollah Khomeini (1902–1989) kamen dafür zahlreiche Menschen zusammen, wie Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten. Die Andacht leitete der erzkonservative Prediger Mohammed-Dschawad Hadsch Ali Akbari.
Die Trauerfeiern für Khamenei hatten bereits am Mittwoch begonnen; sie fallen mit dem Ende der vierzigtägigen Trauerzeit zusammen, die im schiitischen Islam Tradition hat. Unklar bleibt, wann Khamenei beerdigt wird. Offiziell soll der frühere Religionsführer, der Iran mit harter Hand regierte, in seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten begraben werden.
Unicef beklagt seit Kriegsbeginn 600 tote und verletzte Kinder im Libanon
Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) meldet, dass im Libanon seit Beginn des aktuellen Krieges am 2. März rund 600 Kinder getötet oder verletzt wurden. Allein bei den bisher stärksten israelischen Angriffen am Mittwoch starben demnach 33 Kinder, 153 wurden verletzt. »Das humanitäre Völkerrecht ist eindeutig: Zivilisten, darunter auch Kinder, müssen jederzeit geschützt werden«, mahnt die Organisation. Unicef rief dazu auf, »alle zumutbaren Vorkehrungen zu treffen, um Zivilisten und zivile Infrastruktur zu schützen und einen sicheren, dauerhaften und ungehinderten Zugang für humanitäre Hilfe zu gewährleisten«.
Keir Starmer kritisiert Trump und Putin
Der britische Premierminister Keir Starmer kritisiert Präsident Trump wegen des Irankriegs scharf. Er erklärte, er sei es »leid«, dass Trump und der russische Präsident Wladimir Putin die Energiepreise in die Höhe treiben würden. »Ich habe es satt, dass Familien im ganzen Land erleben, wie ihre Energierechnungen steigen und fallen, dass die Energiekosten für Unternehmen steigen und fallen – aufgrund der Handlungen von Putin oder Trump in der Welt«, sagte er in einem Interview mit dem britischen Nachrichtendienst ITV. Der Kommentar war ein seltener Ausbruch der Frustration seitens des Premierministers, der Trump in der Öffentlichkeit nur selten namentlich kritisiert.
Israels Armeechef: Militär weiterhin »im Kriegszustand«
Während die Waffen mit Iran vorerst schweigen sollen, befindet sich Israels Armee nach eigenen Angaben »nicht in einem Waffenstillstand« mit der Hisbollah im Libanon. Das sagte Militärchef Eyal Zamir bei einem Besuch nahe der Stadt Bint Dschubail im Südlibanon. Die Gegend sei aktuell das »Hauptkampfgebiet«, in dem man weiter vorgehe.
Israel griff in den vergangenen Tagen und Wochen Ziele im Libanon an; auch vergangene Nacht kam es zu Attacken. Dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge wurden seit Beginn der Kämpfe am 2. März mindestens 1888 Menschen durch israelische Angriffe im Libanon getötet.
Auch in Israel wurde in der Nacht Raketenalarm ausgelöst, die Hisbollah feuerte Berichten zufolge eine Rakete auf Israel. Das israelische Militär erklärte, es habe am Abend rund zehn Abschussrampen der Hisbollah angegriffen, von denen aus Raketen auf den Norden Israels abgefeuert worden seien.
Verhandlungen zwischen USA und Iran: Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte in Islamabad
Pakistan hat vor dem Beginn von Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und Iran die Sicherheit in der Hauptstadt erhöht. Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten wurden Behördenvertretern zufolge in Islamabad stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.
In Islamabad wollen Vertreter aus Washington und Teheran nach mehr als fünf Wochen Krieg über ein dauerhaftes Ende des Konflikts sprechen. Aus Sicherheitskreisen in Pakistan hieß es, zunächst seien heute Vorgespräche auf Expertenebene vorgesehen. Am Samstag sei dann ein Treffen der Verhandlungsführer angedacht. Die Gespräche könnten bei Bedarf demnach auch bis Sonntag andauern.
Selenskyj: Haben iranische Drohnen zerstört
Ukrainische Streitkräfte haben laut Präsident Wolodymyr Selenskyj im Nahen Osten iranische Shahed-Drohnen abgeschossen.
»Wir haben einigen Ländern gezeigt, wie man mit Abfangdrohnen umgeht«, schrieb Selenskyj auf X.
»Haben wir iranische ›Shaheds‹ zerstört? Ja, das haben wir. Haben wir das in nur einem Land getan? Nein, in mehreren. Und meiner Ansicht nach ist das ein Erfolg.«
Laut Selenskyj haben ukrainische Streitkräfte an aktiven Einsätzen mit im Inland hergestellten, kampferprobten Abfangdrohnen teilgenommen. »Hier ging es nicht um eine Trainingsmission oder Übungen, sondern um Unterstützung beim Aufbau eines modernen Luftabwehrsystems, das tatsächlich funktioniert«, fügte Selensky hinzu.
Leseempfehlung: Und wenn es nicht klappt, lädt Trump alle Schuld bei Vance ab
Bislang reisten Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Steve Witkoff als Krisendiplomaten für den US-Präsidenten um die Welt. Bei den Gesprächen mit Iran ist nun sein Vize JD Vance mit dabei. Er hat einen großen Vorteil. Hier lesen Sie mehr.
Irans früherer Außenminister Charrasi bei Luftangriff getötet
Der frühere iranische Außenminister Kamal Charrasi ist Behördenangaben zufolge nach einem Luftangriff seinen Verletzungen erlegen. Der Leiter des Strategischen Rats für Auswärtige Beziehungen sei vor einigen Tagen bei einem israelisch-amerikanischen Luftangriff verwundet worden und sei nun ein Märtyrer, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Charrasi war von 1997 bis 2005 Außenminister der Islamischen Republik. Zuletzt beriet er Medienberichten zufolge den obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei, der zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf Iran getötet worden war.
Trump: Iran hält sich bei Straße von Hormus nicht an Deal
Iran hält sich nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump nicht an das Abkommen für eine befristete Waffenruhe. Dieses sehe eine Öffnung der Straße von Hormus für die Schifffahrt vor. Iran leiste mit Blick auf Öltransporte durch die Meerenge »sehr schlechte Arbeit«, die man auch als »unredlich» bezeichnen könne, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Er kritisierte weiter: »Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!«
Rund eine Stunde zuvor hatte Trump bereits auf Truth Social gepostet, es gebe Berichte, wonach das Land Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser »jetzt damit aufhören!«.
Als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Angriffe blockierte Iran Anfang März die Straße von Hormus. Der Transport von Öl- und Flüssiggas aus dem Persischen Golf durch die Meerenge kam damit praktisch zum Erliegen, die Weltmarktpreise stiegen seither rasant an.
Nach gut fünf Wochen Krieg einigten sich Iran und die USA zuletzt auf eine zweiwöchige Waffenruhe sowie auf die Öffnung der Straße von Hormus. Seither nutzten nur sehr wenige Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. Teheran will Gebühren für die Passage der strategisch bedeutenden Meerenge verlangen.
Pakistans Verteidigungsminister nennt Israel »Fluch für die Menschheit« – Netanyahu empört
Pakistan spielt die Rolle des Vermittlers bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Der Verteidigungsminister des Landes, Khawaja Muhammad Asif, gießt vor Beginn der Gespräche Öl ins Feuer. »Israel ist böse und ein Fluch für die Menschheit« , schrieb Asif auf X. »Während in Islamabad Friedensgespräche stattfinden, wird im Libanon ein Völkermord begangen. Unschuldige Bürger werden von Israel getötet – zuerst in Gaza, dann in Iran und nun im Libanon.«
Das Blutvergießen gehe unvermindert weiter. Er hoffe, dass die Menschen, »die diesen krebsartigen Staat auf palästinensischem Boden geschaffen haben, um die europäischen Juden loszuwerden, in der Hölle schmoren«, schrieb der Minister weiter.
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu kritisierte Asif daraufhin scharf: »Der Aufruf des pakistanischen Verteidigungsministers zur Vernichtung Israels ist empörend. Eine solche Äußerung darf von keiner Regierung toleriert werden, schon gar nicht von einer, die sich als neutraler Vermittler für den Frieden versteht«, hieß es in einer Mitteilung des Büros des israelischen Ministerpräsidenten.
Israel und Libanon verhandeln nächste Woche in Washington
Das US-Außenministerium wird in der kommenden Woche Gespräche zwischen dem Libanon und Israel ausrichten. Ein Mitarbeiter des US-Außenministeriums bestätigte am Donnerstag, dass es ein Treffen geben werde, »um die laufenden Waffenruheverhandlungen mit Israel und dem Libanon zu erörtern«. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu hatte direkte Gespräche mit dem Libanon in Aussicht gestellt.
In einer Erklärung von Netanyahus Büro hatte es dazu geheißen, bei den Gesprächen solle es um »die Entwaffnung der Hisbollah und die Schaffung von Friedensbeziehungen zwischen Israel und dem Libanon gehen«. Ein libanesischer Regierungsvertreter teilte der Nachrichtenagentur AFP jedoch mit, dass Beirut vor Beginn jeglicher Verhandlungen mit Israel einen Waffenstillstand verlange.
Israel und die USA bestreiten, dass die zweiwöchige Feuerpause im Irankrieg auch für den Libanon gilt, wie es der Vermittler Pakistan zunächst angekündigt hatte. Iran übte derweil scharfe Kritik an den fortgesetzten israelischen Angriffen auf die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon.
Die israelische Armee setzte derweil ihren Einsatz im Libanon fort. Am Donnerstagabend rief sie die Bewohner der südlichen Vororte Beiruts, seit Langem eine Hisbollah-Hochburg, wegen bevorstehender Angriffe zur Evakuierung auf.
Doch kein Joint Venture? Trump warnt Iran vor Maut für Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump hat Irans Vorhaben kritisiert, für das Passieren der Straße von Hormus Gebühren zu verlangen. »Es gibt Berichte, dass Iran Gebühren von Tankern verlangt, die die Straße von Hormus passieren. Das sollte besser nicht der Fall sein, und wenn doch, sollten sie sofort damit aufhören!«, schrieb Trump auf seinem Onlinedienst Truth Social.
Am Vortag hatte Trump allerdings selbst vorgeschlagen, die Durchfahrt gemeinsam mit Teheran zu bepreisen. »Wir denken darüber nach, es als Joint Venture zu machen«, sagte er dem ABC-Journalisten Jonathan Karl. Das sei eine Möglichkeit, die Meerenge zu sichern.
Iran hatte sich im Zuge der von Trump angekündigten Waffenruhe bereit erklärt, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Teheran will jedoch die Kontrolle über die Meerenge behalten und möglicherweise Maut für die Passage kassieren.
Wadephul telefoniert mit Irans Außenminister Araghchi
Am Nachmittag hatte Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt, dass die Bundesregierung die Gespräche mit Iran wieder aufnehmen wolle. Nun hat sein Außenminister Johann Wadephul nach Angaben des Auswärtigen Amts mit seinem iranischen Kollegen Araghchi telefoniert. »Ich habe Iran aufgefordert, den Waffenstillstand einzuhalten und sich auf konstruktive Verhandlungen einzulassen sowie freie und sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen«, schrieb Wadephul auf X.
Bericht: Trump stimmte Einbeziehung des Libanon in Waffenruhe zu
Wie der US-Sender CBS News unter Berufung auf »mehrere diplomatische Quellen« berichtet, soll US-Präsident Donald Trump davon ausgegangen sein, dass eine vereinbarte Waffenruhe für die ganze Region im Nahen Osten gelte – und damit auch für den Libanon. Dem habe Trump zugestimmt. Mehrere Vermittler hätten dies ebenfalls so verstanden.
Später habe sich die US-Position jedoch verändert, nachdem Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit Trump telefoniert habe. US-Vizepräsident JD Vance erklärte dies am Mittwoch mit einem »legitimen Missverständnis« über die Bedingungen der Waffenruhe und machte Iran dafür verantwortlich, die Vereinbarung falsch gedeutet zu haben.
CBS berichtet unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen, dass die wechselnden US-Positionen und das zersplitterte Regime in Iran die Diplomatie derzeit besonders kompliziert machten. Ein Beamter des US-Außenministeriums bestätigte CBS, dass das Ministerium in der kommenden Woche Gespräche zwischen dem Libanon und Israel ausrichten werde. Dabei soll es um eine mögliche Waffenruhe gehen.
Israel startet neue Angriffe im Libanon
Der Ankündigung von Premierminister Benjamin Netanyahu, die Angriffe im Libanon nicht einzustellen, lässt das Militär offenbar Taten folgen. Nach Angaben der israelischen Armee (IDF) habe man erneut begonnen, Stellungen der Hisbollah im Libanon anzugreifen. Die libanesische staatliche Nachrichtenagentur NNA meldete mehrere Luftangriffe auf Orte im Süden des Landes innerhalb der vergangenenen Stunden.
Der Konflikt in Bildern
Während sich Pakistan auf das Treffen der Unterhändler aus Iran und den USA vorbereitet, spüren die Menschen im Nahen Osten weiter die Folgen des Krieges. Der Konflikt in aktuellen Bildern.
Netanyahu kündigt weitere Angriffe auf den Libanon an
Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hat erneut betont, dass es keine Waffenruhe mit der Hisbollah im Libanon geben werde – obwohl sein Büro direkte Gespräche mit dem Libanon angekündigt hat. In einer Videobotschaft an Bewohnerinnen und Bewohner im Norden Israels sagte Netanyahu, Israel werde die Hisbollah »mit großer Kraft« treffen und nicht aufhören, bis die Sicherheit wiederhergestellt sei. Die angekündigten direkten Gespräche mit dem Libanon hätten zwei Ziele: die Entwaffnung der Hisbollah sowie ein »historisches und nachhaltiges Friedensabkommen« zwischen beiden Ländern.
Kurz vor der Veröffentlichung der Videobotschaft hatte US-Präsident Donald Trump noch in einem Interview mit dem Sender NBC News gesagt, dass Netanyahu die Angriffe im Libanon zurückfahren werde. »Ich habe mit Bibi gesprochen und er wird das Ganze ein bisschen ruhiger angehen (Original: I spoke with Bibi and he’s going to low-key it)«, so Trump.
Hisbollah lehnt Verhandlungen mit Israel ab
Die schiitische Hisbollah-Miliz lehnt direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon ab. Die libanesische Regierung müsse zunächst einen Waffenstillstand verlangen, sagte der Hisbollah-Abgeordnete Ali Fajjad. Priorität hätten außerdem der Abzug israelischer Truppen aus dem Libanon und die Rückkehr der Vertriebenen.
Zahl der Toten im Libanon steigt auf mehr als 300
Nach den israelischen Angriffen im Libanon am Mittwoch ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums auf 303 gestiegen. Das Ministerium erwarte, dass die Zahl weiter steige, weil Rettungskräfte weiterhin Leichen aus den Trümmern bergen. Mindestens 1150 Menschen seien verletzt, heißt es.
Das israelische Militär hatte die libanesische Hauptstadt Beirut am Mittwoch massiv bombardiert. Die Angriffe trafen nicht nur die südlichen Vororte Beiruts, die als Hochburg der Schiitenmiliz Hisbollah gelten, sondern auch Wohn- und Geschäftsviertel im Zentrum Beiruts, viele davon ohne Vorwarnung. Israels Militär begründete das Vorgehen damit, Kommandeure und militärische Infrastruktur der Hisbollah ins Visier genommen zu haben.
Berichte: Trump bat Netanyahu um Verhandlungen mit dem Libanon
Die Entscheidung des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu direkte Verhandlungen mit dem Libanon aufzunehmen, soll auf Wunsch von US-Präsident Donald Trump erfolgt sein. Das berichten die US-Sender CNN und NBC unter Berufung auf US-Regierungsbeamte.
Demnach bat Trump Netanyahu in einem Telefonat, die Angriffe im Libanon zurückzufahren, um die Gespräche mit Iran nicht zu gefährden. Das Telefonat habe stattgefunden, nachdem Netanyahu am Mittwoch öffentlich angekündigt hatte, Israel werde den Libanon weiter angreifen. Unklar ist, ob Netanyahu einer Reduzierung der Luftangriffe zugestimmt hat.
Netanyahu will Verhandlungen mit dem Libanon aufnehmen
Erst droht er mit weiteren Angriffen, nun stellt er Verhandlungen in Aussicht: Netanyahu teilt mit, er habe Anweisung gegeben, dass Israel Friedensgespräche mit dem Libanon aufnehmen solle, die auch die Entwaffnung der Hisbollah beinhalten sollen.
»Angesichts der wiederholten Forderungen des Libanon nach der Aufnahme direkter Verhandlungen mit Israel habe ich das Kabinett gestern angewiesen, so bald wie möglich direkte Verhandlungen mit dem Libanon aufzunehmen«, erklärt Netanyahu in einer Stellungnahme. »Im Mittelpunkt der Verhandlungen werden die Entwaffnung der Hisbollah und die Herstellung friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon stehen.«
Nach Angaben des Axios-Reporters Barak Ravid sollen die Gespräche kommende Woche beginnen. Das erste Treffen solle im US-Außenministerium in Washington stattfinden, schrieb Ravid auf X.
Mit Material der Agenturen

vor 6 Stunden
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