Iran News am 9. April: Iran warnt vor Minen in Straße von Hormus

vor 1 Tag 3

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Überblick: Das ist die aktuelle Lage 

  • Die von US-Präsident Donald Trump kurz vor Ablauf seines Ultimatums verkündete Waffenruhe im Irankrieg scheint nicht sehr stabil zu sein. Teheran meldet Angriffe auf mehrere Orte im Land. Berichte über Attacken trotz Waffenruhe gibt es auch aus Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten.
  • US-Präsident Trump hat Iran mit einer erneuten militärischen Eskalation gedroht, sollte Teheran die Waffenruhe nicht vollständig einhalten.
  • Das israelische Militär greift heftiger als zuvor in diesem Konflikt Ziele im Libanon an. Dabei sollen 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt worden sein. Laut Trump schließt die Waffenruhe – anders als zuvor von Pakistan gemeldet – den Libanon explizit nicht mit ein.
  • Berichten zufolge hat Teheran wegen der andauernden Attacken auf Ziele im Libanon die Straße von Hormus erneut geschlossen. Die USA dementieren das.

Mehr Hintergrund:

Britische Außenministerin: Israelische Angriffe auf den Libanon »komplett falsch«

Die britische Außenministerin Yvette Cooper bekräftigt gegenüber der BBC ihre Forderung, dass der Libanon »dringend in das US-iranische Waffenstillstandsabkommen einbezogen« werden müsse. Die israelischen Angriffe auf den Libanon am Mittwoch bezeichnete sie als »komplett falsch«. 

Gegenüber dem Fernsehsender Sky sagte sie: »Ich bin zutiefst besorgt über die eskalierenden Angriffe, die wir gestern von Israel im Libanon gesehen haben. Wir haben die humanitären Folgen gesehen, die massive Vertreibung von Menschen im Libanon.«

Bei den israelischen Angriffen im Libanon, darunter in der Hauptstadt Beirut, waren am Mittwoch mehr als 180 Menschen und Hunderte weitere verletzt worden. Der Iran drohte deshalb bereits, die mit den USA vereinbarte Waffenruhe platzen zu lassen.

Ifo-Ökonomin warnt vor längerfristig hohem Ölpreis – auch bei Waffenruhe

Mit der Verkündung einer Feuerpause im Irankrieg keimte Hoffnung auch auf eine schnelle wirtschaftliche Erholung auf. Die Ökonomin Lisandra Flach glaubt allerdings nicht daran. »Selbst wenn die Blockade endet und wenn es zu einer vorübergehenden Öffnung der Straße von Hormus kommt, werden wir kurz- und mittelfristig nicht auf das Ölpreisniveau von vor dem Krieg zurückkehren«, sagte die Leiterin des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft dem SPIEGEL.

Es bestünden weiterhin großen Unsicherheiten bezüglich des Verlaufs des Krieges. »Das spiegelt sich in höheren Preisen entlang der gesamten Lieferkette wider«, warnte die Expertin für Ökonomik der Globalisierung.

Lesen Sie hier mehr dazu, warum selbst bei einer Öffnung der Straße von Hormus wirtschaftlich noch lange nicht wieder alles gut ist und noch lange dauern dürfte, bis Lieferketten wieder in ihren Takt zurückfinden. Man kann auch sagen: Die Waffenruhe ist da, das Hormus-Problem bleibt

Trauerfeier für getöteten Ali Khamenei in Teheran

In der iranischen Hauptstadt Teheran haben sich Menschen zu Trauerfeiern für den im Krieg getöteten Obersten Führer Ali Khamenei versammelt. Der staatliche Rundfunk zeigte Bilder aus dem Stadtzentrum der Millionenmetropole, wo Menschenmassen um ihn trauerten. Die Zeremonien fallen mit dem Ende der vierzigtägigen Trauerzeit zusammen, die im schiitischen Islam üblich ist. Die Umzüge begannen in Teheran um 9.40 Uhr. Es war der Zeitpunkt, als am 28. Februar Israel Khameneis Amtssitz in Teheran bombardierte.

Morgen ist für Khamenei ein Gebet in Teheran geplant. Noch ist unklar, wer es leiten soll. Sein Sohn und Nachfolger Modjtaba Khamenei hat sich seit seiner Wahl zum neuen Obersten Führer nicht öffentlich gezeigt. Es gibt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, immer wieder ist von schweren Verletzungen die Rede.

Katholiken begehren gegen Trumps Irankrieg auf

Leo XIV. hat die Amerikaner aufgerufen, aktiv gegen den Krieg in Iran zu protestieren. Sie sollten ihre Kongressabgeordneten kontaktieren und klarmachen, dass sie keinen Krieg wollten, sondern Frieden.

Der Appell des aus den USA stammenden Papstes zeigt Wirkung. Vom Vorsitzenden der US-Bischofskonferenz, Paul Coakley, über den Militärbischof Timothy Broglio und den konservativen Princeton-Rechtswissenschaftler Robert George bis hin zu rechtskatholischen Podcastern reicht der Chor der Kritiker des Angriffskriegs gegen Iran.

Erzbischof Coakley nannte Trumps Drohungen »moralisch nicht zu rechtfertigen«. Militärbischof Broglio stellte die Legitimität des Kriegs unter Berufung auf die katholische Lehre vom gerechten Krieg grundsätzlich infrage. George erklärte, sollte Trump einen entsprechenden Befehl erteilen, sei es die Pflicht militärischer Führer, den Gehorsam zu verweigern.

Und die rechte Influencerin Candace Owens forderte Trumps Absetzung. Er sei ein »völkermörderischer Irrer«.

Als einzige prominente katholische Stimme in den USA, die bisher nicht klar auf Distanz zu Trump gegangen ist, hatte Bischof Robert Barron mit seiner Teilnahme an einem Treffen von sonst überwiegend evangelikalen Führern vor Ostern im Weißen Haus Schlagzeilen gemacht. Er saß regungslos dabei, während Trumps geistliche Beraterin Paula White-Cain die Leiden des Präsidenten mit denen Jesu Christi verglich.

Anleger verlieren den Mut – Dax im Minus

Dem vorsichtigen Optimismus zur Wochenmitte ist am deutschen Aktienmarkt wieder Ernüchterung gefolgt. Die Preise für Rohöl steigen wieder und die wichtigsten Indizes notieren im Minus. Angesichts der verheerenden Luftangriffe Israels im Libanon drohte Iran, die gerade erst mit den USA vereinbarte Waffenruhe aufzukündigen. US-Präsident Donald Trump drohte Iran ebenfalls mit einer neuen militärischen Eskalation, falls es nicht zu einem umfassenden Abkommen kommen sollte.

Der Dax fiel um 0,6 Prozent auf 23.932 Punkte. Tags zuvor war der Leitindex nach der vereinbarten Waffenruhe im Irankrieg zwischenzeitlich bis auf 24.163 Punkte gesprungen. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten verlor am Donnerstag 0,7 Prozent und notierte 30.097 Zähler. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,4 Prozent abwärts. 

Israels Außenminister zweifelt an Bestand der Waffenruhe

Nach der Einigung zwischen den USA und Teheran auf eine Waffenruhe hat Israels Außenminister Gideon Sa’ar erhebliche Zweifel an deren Bestand geäußert. Es sei »noch nichts vorbei«, sagte Saar am Mittwoch in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Sender Channel 11. Zwischen Washington und Teheran bestünden weiterhin erhebliche Differenzen. »Ich sehe nicht, wie es möglich sein soll, die Positionen der USA und Iran anzunähern.«

Nach mehr als fünf Wochen Krieg hatten sich die USA und Iran am Dienstag auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Iran hatte sich im Gegenzug bereit erklärt, die Straße von Hormus für vorerst zwei Wochen wieder zu öffnen.

Die israelische Regierung setzt den Kampf gegen die Hisbollah im Libanon jedoch fort. Pakistan hatte ursprünglich erklärt, die Waffenruhe gelte für den gesamten Nahen Osten, einschließlich des Libanon, was aber auch Trump später bestritt. Ohnehin werfen sich die Konfliktparteien bereits kurz nach Bekanntgabe der Einigung Verstöße dagegen vor. (Lesen Sie dazu auch, wie Trump als Dealmaker versagt)

Trump droht Iran mit Eskalation bei Bruch der Waffenruhe

US-Präsident Donald Trump hat Iran mit einer erneuten militärischen Eskalation gedroht, sollte Teheran die Waffenruhe nicht vollständig einhalten. Die Schiffe, Flugzeuge und Soldaten des US-Militärs würden rund um Iran stationiert bleiben, gegebenenfalls auch mit zusätzlicher Ausrüstung. Dies gelte, bis das »erzielte WIRKLICHE ABKOMMEN vollständig eingehalten wird«, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Es werde alles bereitgehalten, was für die »Vernichtung« eines bereits geschwächten Gegners notwendig sei, schrieb er weiter. 

Sollte dies nicht geschehen, werde es zu deutlich stärkeren militärischen Maßnahmen kommen. Dann beginne das »Schießen« – »größer, besser und stärker« als je zuvor, warnte Trump. Dieses Szenario bezeichnete er allerdings als »höchst unwahrscheinlich«.

Die zweiwöchige Waffenruhe soll den Konfliktparteien Zeit geben, ein umfassendes Abkommen auszuhandeln. Trump wiederholte in seinem Post zentrale Forderungen der USA: Iran dürfe keine Atomwaffen haben, zudem müsse die Straße von Hormus »offen und sicher« sein. Trump erklärte zudem, das US-Militär rüste weiter auf und freue sich bereits auf »seine nächste Eroberung«.

Holger Dambeck

Schah-Sohn fordert politischen Umbruch in Teheran

Schah-Sohn Mohammad Reza Pahlavi pocht trotz der mit den Machthabern in Teheran vereinbarten Waffenruhe auf einen politischen Umbruch in Iran. »Wir hoffen (...), dass die freie Welt versteht, dass die einzige Lösung – nicht nur für uns, sondern auch für alle unsere Nachbarn in der Region und für die ganze Welt – darin besteht, dass dieses Regime nicht mehr an der Macht ist«, sagte Pahlavi im Interview mit dem französischen Sender LCI.

Monarchistische Gruppen sehen den Sohn des letzten Schahs von Persien als politischen Anführer der iranischen Opposition. Wie viel Rückhalt der im US-Exil lebende Pahlavi im Land tatsächlich hat, ist unklar. Anders als US-Präsident Donald Trump es darstelle, gebe es in Iran bislang keinen politischen Umbruch, sagte er. Es seien dieselben Menschen, »vielleicht etwas geschwächt«, die weiterhin an der Macht seien. »Für uns ist das kein Regimewechsel«, sagte er. »Es muss einen klaren Schnitt geben.« Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste im Januar »ist zu viel Blut geflossen«, sagte Pahlavi. Es sei an der Zeit, »diesem Regime ein Ende zu setzen, wie einem verwundeten Tier, das man erlegen muss«. 

Holger Dambeck

Nouripour verlangt »eigenständige Rolle« Deutschlands im Irankonflikt

Der grüne Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour hat eine zentrale Rolle Deutschlands bei der Sicherung einer Friedenslösung im Irankrieg gefordert. »Jetzt gilt es, sich im europäischen Geleit eine eigenständige Rolle zu erarbeiten«, sagte Nouripour den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Die bisherige Kopf-im-Sand-Haltung der Bundesregierung war nicht im Interesse Deutschlands.« 

Deutschland habe im Nahen Osten handfeste Interessen, betonte Nouripour. »Von der Freiheit der Schifffahrt bis zur Stabilität und der Energiepartnerschaft.« Der Bundestagsvizepräsident rief dazu auf, die zwei Wochen der Waffenruhe zu nutzen. Derzeit sei noch völlig unklar, ob Frieden gelingen könne. »Vor allem darf man nicht vergessen, dass das Regime in Iran sich als der Gewinner der bisherigen Auseinandersetzung sieht, allein schon, weil es überlebt hat«, betonte er. »Das macht die Aussicht auf seinen Friedenswillen nicht rosiger.«

Der frühere Grünenchef erinnerte daran, dass der Krieg bereits zwanzig Länder getroffen habe. »Die Lage im Libanon etwa bleibt dramatisch«, sagte Nouripour. »Jede Friedenslösung müsste deshalb in erster Linie die Zivilbevölkerungen schützen.«

Holger Dambeck

Hisbollah meldet Raketenangriff auf Kibbuz in Israel

Die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon hat nach eigenen Angaben Raketen auf Israel abgefeuert. »Als Reaktion auf die Verletzung des Waffenruhe-Abkommens durch den Feind« sei am frühen Donnerstagmorgen der israelische Kibbuz Manara nahe der Grenze zum Libanon »mit einem Raketenhagel« ins Visier genommen worden, teilte die Miliz über Telegram mit. Zuvor hatte die Hisbollah erklärt, sie habe das »Recht«, auf israelische Angriffe zu reagieren.

Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Bei den massiven Angriffen wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt. 

Nach mehr als fünf Wochen Krieg hatten sich die USA und Iran am Dienstag auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. US-Präsident Donald Trump verkündete die Einigung in der Nacht zum Mittwoch deutscher Zeit. Die israelische Regierung erklärte, die Feuerpause zu unterstützen, diese gelte aber anders als vom Vermittler Pakistan verkündet nicht für den Kampf gegen die Hisbollah im Libanon. Trump bestätigte dies später.

Holger Dambeck

Libanon meldet mehr als 180 Tote und 890 Verletzte 

Am ersten Tag nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und Iran hat die israelische Armee ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Bei den massiven Angriffen wurden mindestens 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt, wie das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Israel erklärte, die Waffenruhe gelte nicht für den Libanon. US-Präsident Donald Trump bestätigte dies. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron drängte dazu, den Libanon in die Waffenruhe einzubeziehen. 

Die Hauptstadt Beirut erlebte die heftigsten Angriffe seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Nach einer Serie von gleichzeitigen Angriffen auf Viertel in Beirut am Nachmittag flog die israelische Armee auch am Abend Angriffe, darunter auf ein Gebäude im Gebiet Tallet El-Chajat. AFP-Journalisten beobachteten Szenen der Panik, als mehrere Angriffe während der Hauptverkehrszeit das Zentrum von Beirut trafen. Staatlichen libanesischen Medien zufolge griff Israel am Abend auch die südlichen Vororte von Beirut an.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam erklärte den Donnerstag zum Tag der Trauer »für die Märtyrer und Verwundeten der israelischen Angriffe«, die sich »gegen Hunderte unschuldiger, wehrloser Zivilisten« gerichtet hätten. Öffentliche Verwaltungen sollten geschlossen und Flaggen auf halbmast gesetzt werden. Alle politischen und diplomatischen Ressourcen des Libanon würden mobilisiert, »um die israelische Tötungsmaschine zu stoppen«. 

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz hatte zuvor erklärt, die israelischen Streitkräfte hätten landesweit »einen Überraschungsangriff auf Hunderte Hisbollah-Mitglieder ausgeführt«. Es sei »der schwerste Schlag, den die Hisbollah seit der Operation ›Beepers‹ erlitten hat«, sagte Katz. Er bezog sich dabei auf von Israel organisierte Angriffe im Jahr 2024, bei denen Pager und Walkie-Talkies Hunderter Hisbollah-Mitglieder im Libanon explodierten und viele von ihnen töteten.

Nach mehr als fünf Wochen Krieg hatten sich die USA und Iran am Dienstag auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die israelische Regierung erklärte, die Feuerpause zu unterstützen, diese gelte aber – anders als vom Vermittler Pakistan verkündet – nicht für den Kampf gegen die Hisbollah im Libanon. Trump bestätigte dies später.

Holger Dambeck

Bahrain öffnet seinen Luftraum

Nach der Vereinbarung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen Washington und Teheran im Irankrieg haben die Behörden in Bahrain den Luftraum des Landes wieder geöffnet. Der Betreiber des internationalen Flughafens nahe der Hauptstadt Manama habe »die schrittweise Wiederaufnahme der Flüge bestätigt«, berichtete die staatliche bahrainische Nachrichtenagentur weiter. Zuvor war bereits im Irak der Luftraum freigegeben worden. 

Nach mehr als fünf Wochen Krieg hatten sich die USA und Iran am Dienstag unter pakistanischer Vermittlung auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Ab Freitag sind erstmals seit Februar wieder direkte Gespräche zwischen den USA und Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad geplant.

Macron erklärt Trump und Pezeshkian: Akzeptieren der Waffenruhe war »bestmögliche Entscheidung«

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eigenen Angaben nach am Mittwoch sowohl mit dem US- als auch dem iranischen Präsidenten telefoniert. Er habe Donald Trump und Masoud Pezeshkian dabei erklärt, dass ihre Entscheidung, einen Waffenstillstand zu akzeptieren, »die bestmögliche« gewesen sei, schrieb Macron in einem Beitrag auf X.

Darin hieß es auch, Macron habe seine »Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die Waffenruhe von allen Kriegsparteien in allen Konfliktgebieten, einschließlich im Libanon, uneingeschränkt respektiert wird.« Jedes Abkommen zwischen den Ländern müsse die Bedenken hinsichtlich Irans Atom- und Raketenprogrammen berücksichtigen, ebenso wie seiner Regionalpolitik und seiner Maßnahmen zur Behinderung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus.

Bericht: Waffenruhe im Libanon eine der zentralen Bedingungen Irans

Eine Waffenruhe im Libanon stellt nach den Worten des iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian eine der »zentralen Bedingungen« in dem von Teheran vorgelegten Zehnpunkteplan für eine Beilegung des Krieges im Nahen Osten dar. Das berichtet die iranische Nachrichtenagentur Isna und beruft sich dabei auf ein Telefonat Pezeshkians mit seinem französischen Amtskollegen Emmanuel Macron. Darin habe Pezeshkian gesagt, dass »das Akzeptieren der Waffenruhe ein klares Zeichen für die Verpflichtung Irans und den ernsthaften Willen« sei, »Konflikte durch Diplomatie zu lösen.«

Die Frage, ob die ausgehandelte Waffenruhe auch für den Libanon gelte, wurde zuvor von Donald Trump, seinem Vize JD Vance und Israels Premier Benjamin Netanyahu mit »Nein« beantwortet. Vermittler Pakistan hatte dagegen bei der Ankündigung der Waffenruhe explizit betont, sie gelte auch für den Libanon. 

Luca Wolpers

Israel hebt Beschränkungen durch Ausnahmezustand weitgehend auf 

Nach der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran sollen in Israel am Donnerstag zahlreiche Beschränkungen gelockert werden, die zu Beginn des Kriegs eingeführt worden waren. Bis auf das Gebiet an der Grenze zum Libanon im Norden könne das Leben in den anderen Landesteilen ab 6 Uhr Ortszeit (5 Uhr MESZ) weitgehend zur Normalität zurückkehren, kündigten die Sicherheitsbehörden an.

Damit können Unternehmen wieder regulär arbeiten, auch Schulen sollen wieder öffnen. Der Donnerstag ist an den meisten Schulen der erste Tag nach den Pessach-Schulferien. Zudem sollen heilige Stätten in Jerusalem wieder zugänglich sein, darunter die Klagemauer, die Grabeskirche und die Al-Aqsa-Moschee. Der Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv erklärte, ab Mitternacht wieder in den Normalbetrieb gehen zu wollen.

Allerdings bleiben Versammlungen in vielen Landesteilen weiter auf 1000 Teilnehmer begrenzt. Zudem gelten die neuen Regeln zunächst nur bis 20 Uhr. Die Sicherheitsbehörden warnten, dass Beschränkungen bei einer veränderten Lage wieder eingeführt werden könnten. 

Leseempfehlung: Trump wollte Iran besiegen. Jetzt soll die Welt Teheran Maut zahlen

Mehr als fünf Wochen Krieg, weit mehr als 10.000 Angriffsziele – und am Ende kontrolliert Teheran die Straße von Hormus. Dabei wollte Donald Trump das Regime stürzen. Nun verhandelt er mit diesem Regime über dessen Forderungen. Lesen Sie hier die Analyse zu den Folgen der Waffenruhe.

Zahl der im Libanon getöteten Menschen steigt auf mindestens 182

Bei den israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon sind am Mittwoch mindestens 182 Menschen getötet worden. Das berichteten die Nachrichtenagenturen AP und Reuters unter Verweis auf das libanesische Gesundheitsministerium übereinstimmend. Es wäre die höchste Opferzahl an einem einzigen Tag im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. Das Ministerium schränkte ein, dass die gemeldete Zahl vorläufig sei.

Laut AP, die zusätzlich Angaben des libanesischen Zivilschutzes zitierte, sollen landesweit insgesamt 254 Menschen getötet und über 1100 verletzt worden sein. Die meisten Opfer gab es demnach in Beirut mit 91 Toten. 

Iran warnt: Straße von Hormus nur nach Abstimmung passieren

Die iranischen Revolutionswächter haben Schiffe davon abgeraten, ohne vorherige Abstimmung die Straße von Hormus zu passieren. Die Eliteeinheit der iranischen Streitkräfte verwies in einer Mitteilung auf dem staatlichen Nachrichtenkanal Khabar-Fouri auf die Gefahr von Minen in der wichtigen Meerenge nach Wochen des Krieges. 

Zuvor hatten die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und SNN sowie das Staatsfernsehen berichtet, Iran habe den Schiffsverkehr durch die wichtigen Meerenge aus Protest über die israelischen Angriffe im Libanon wieder eingestellt. Nach Angaben von Fars passierten nur zwei Öltanker die Straße von Hormus seit Beginn der Waffenruhe.

Luca Wolpers

Bericht: Trump erwägt Truppen-Abzug als Bestrafung für gewisse Nato-Staaten

Die US-Regierung erwägt einem Bericht des »Wall Street Journal« zufolge, US-Truppen aus Nato-Staaten abzuziehen, die Präsident Donald Trump im Krieg gegen Iran als wenig unterstützend bewertet. Die Soldaten könnten demnach in Länder verlegt werden, die die US-Militäraktion stärker unterstützt hätten. Das Blatt beruft sich auf Regierungsvertreter.

Der Vorschlag sei dem Bericht zufolge noch in einem frühen Stadium. Er würde Trumps jüngste Drohungen, die USA könnten vollständig aus dem Verteidigungsbündnis austreten, deutlich unterschreiten. 

Als Beispiele für Unmut-Verursacher in Washington nennt das »Wall Street Journal« unter anderem Spanien: Das Land habe US-Flugzeugen, die an der Iran-Operation beteiligt gewesen seien, die Nutzung seines Luftraums verweigert. Aber auch über die Kritik aus Deutschland an Trumps Krieg seien US-Regierungsvertreter frustriert, schreibt das Blatt. Demnach könnte Trumps Plan neben Truppenverlegungen auch die Schließung eines US-Stützpunkts in Deutschland oder Spanien beinhalten. Profitieren könnten laut dem Bericht Länder wie Polen, Rumänien, Litauen und Griechenland. 

Luca Wolpers

JD Vance über Angriffe auf Libanon: »Glaube, das war ein Missverständnis«

US-Vizepräsident JD Vance geht davon aus, dass es in den Verhandlungen über die vereinbarte Waffenruhe mit Iran zu einem »Missverständnis« gekommen sei. »Die Iraner dachten vermutlich, die Waffenruhe würde auch den Libanon einschließen, was aber nicht der Fall war. Wir haben dieses Versprechen nie gegeben und auch nie angedeutet, dass dies der Fall sein würde«, sagte Vance vor Reportern in Budapest: »Ich glaube, das war ein Missverständnis.« Wenn Iran die Verhandlungen wegen des Libanon, »der nichts mit Ihnen zu tun hat«, scheitern lassen möchte, sei dies zwar »dumm«, aber ihre Entscheidung, so Vance. 

Die US-Position sei, dass sich die Waffenruhe auf Iran und US-Verbündete in der Region konzentriere, darunter Israel und die Golfstaaten. Damit widersprach Vance Aussagen des pakistanischen Ministerpräsidenten Shehbaz Sharif, der als wichtiger Vermittler in den Gesprächen gilt und erklärt hatte, die Vereinbarung schließe den Libanon ein. 

Berichte über Explosionen und Flugabwehr an mehreren Orten in Iran

Trotz vereinbarter Waffenruhe melden mehrere Medien und Nachrichtenagenturen, dass es in Iran zu Explosionen und Flugabwehrmaßnahmen gekommen sein soll. 

Laut der oppositionellen Nachrichtenseite »Iran International« berichteten Augenzeugen von Explosionen in Andimeshk im Südwesten Irans und in Babol im Norden des Landes.

Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, dass in der Hauptstadt Teheran und einigen Gebieten der Provinz Albórz die Luftverteidigung aktiviert wurde, um Drohnen abzufangen, deren Herkunft zunächst unklar war. Laut der Nachrichtenagentur Mehr News wurde auch in Isfahan und Kerman in Zentraliran die Flugabwehr aktiviert. In Isfahan soll es zudem Explosionen gegeben haben. 

Netanyahu über Wiederaufnahme des Kriegs gegen Iran: Israel hat »Finger am Abzug«

Ungeachtet der im Irankrieg vereinbarten Waffenruhe hat Israel den ganzen Tag über Ziele im Libanon attackiert – und das mit einer Vehemenz wie nie sonst in diesem Konflikt. Israels Premierminister Benjamin Netanyahu warnte nun in einer Videobotschaft: »Israel hat noch weitere Ziele zu erreichen«. Und: »Wir werden sie erreichen«, so Netanyahu, »entweder durch ein Abkommen oder durch erneute Kämpfe.«

Sein Land sei »jederzeit bereit, die Kämpfe wieder aufzunehmen«, sagte der Premier weiter. »Der Finger liegt am Abzug.« Ihm zufolge sei die ausgehandelte Waffenruhe nicht »das Ende des Krieges«, sondern »eine Zwischenstation auf dem Weg zur Erreichung all unserer Ziele.« Iran sei »geschwächt und so niedergeschlagen wie nie zuvor in die Gespräche gegangen«, sagte Netanyahu. Israel dagegen sei »stärker denn je.«

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trotz der kurz vor Ablauf von Donald Trumps Ultimatum ausgehandelten Waffenruhe gehen die Kampfhandlungen im Nahen Osten weiter. Der SPIEGEL begleitet die Entwicklungen für Sie wie gewohnt in einem Liveblog. Wir berichten aus dem Hamburger Newsroom und den Büros unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten weltweit. Was zuvor geschah, können Sie hier nachlesen.

Mit Material der Agenturen

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