Mit der Vorstellung des iPhone Air sahen einige Branchenbeobachter eine Zeitenwende bei Apple gekommen: Die Pro-Modelle durften nach ihrer Lesart wieder zulegen und funktionaler werden. Wer besonderen Wert auf Materialien wie Titan legt oder einen dünnen Formfaktor, sollte mit dem iPhone Air eine Fortschreibung der bisherigen Leitlinien geboten bekommen. Wenn sich neue Gerüchte aus China bewahrheiten, könnte sich dieser Ansatz im iPhone 18 Pro fortsetzen.
Spürbar dicker?
Das kommende iPhone 18 Pro soll spürbar dicker ausfallen als das aktuelle iPhone 17 Pro. Darauf deuten aktuelle Berichte chinesischer Leaker auf der Plattform Weibo hin, die von einer um rund 2 Millimeter dickeren Aluminium-Rückseite sprechen. Ursache soll nicht ein größerer Akku sein, sondern ein deutlich umfangreicheres Kameramodul – konkret eine variable Blende und ein vergrößerter Bildsensor.
Als Quelle gelten die Weibo-Accounts Fixed Focus Digital und Digital Chat Station, die sich auf geleakte Materialien aus der Zulieferkette berufen – im aktuellen Fall auf Komponenten des Apple-Zulieferers Tata. Dort war es zu einem massiven Datendiebstahl gekommen.
Fixed Focus Digital nennt für die Gesamtdicke des iPhone 18 Pro einen Bereich von 9,9 bis 10,9 Millimeter. Zum Vergleich: Das iPhone 17 Pro und Pro Max liegen bei 8,75 Millimeter. Damit rückt das Pro-Modell erstmals seit Langem wieder in die Nähe von einem Zentimeter Bauhöhe. Bemerkenswert ist, dass die Akkukapazität laut den Leaks nur um weniger als ein Prozent steigen soll – der zusätzliche Platz im Gehäuse geht also fast vollständig an die neue Kameraarchitektur.
Frühere Gerüchte klangen noch anders. Im Frühjahr 2026 gingen mehrere Berichte von einer nur minimalen Zunahme auf etwa 8,8 Millimeter aus, primär zugunsten eines größeren Akkus. Anfang Juni 2026 korrigierte ein Leaker seine Schätzung sogar dahingehend, dass das iPhone 18 Pro Max mit 8,75 Millimeter genauso dick bleiben könnte wie sein Vorgänger. Analyst Jeff Pu hatte bereits im Januar ähnliche technische Details zum iPhone 18 Pro skizziert, darunter Angaben zu Chip, Speicher und Kameraausstattung. Die aktuelle 9,9-bis-10,9-Millimeter-Spanne wird inzwischen aber von mehreren unabhängigen Publikationen aufgegriffen und durch Messungen an Dummy-Modellen gestützt, weshalb sie derzeit als konsistenteste Angabe gilt.
Variable Blende und größerer Sensor
Der technische Grund für den Dickenzuwachs liegt in der Mechanik der Kamera. Eine variable Blende benötigt bewegliche Lamellen samt Aktuator direkt im Strahlengang des Objektivs. Face ID bleibt dabei laut früheren Berichten erhalten – allerdings soll die Dynamic Island beim iPhone 18 Pro etwas kleiner ausfallen und ihre Komponenten neu angeordnet werden. Anders als eine feste Blende – die aktuelle Pro-Hauptkamera arbeitet etwa mit fixem f/1.78 – lässt sich damit manuell steuern, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Das eröffnet mehr Spielraum bei Belichtung und Tiefenschärfe, verlangt aber Berichten zufolge kostet die variable Blende Apple rund 50 Prozent mehr als die bisherige feste Optik. eine höhere Modulstruktur.
Hinzu kommt ein größerer Bildsensor. Digital Chat Station spricht von einem Format von 1/1,12 Zoll für die Hauptkamera. Ein größerer Sensor braucht größere Optiken und meist einen längeren optischen Weg, was das Modul zusätzlich auffüttert.
Mindestens eines der iPhone-18-Pro-Modelle könnte laut MacRumors zudem einen dreilagigen, gestapelten Bildsensor von Samsung erhalten, der schneller reagiert, weniger rauscht und einen höheren Dynamikumfang bietet.
Wie belastbar sind die Quellen?
Digital Chat Station liegt vor allem bei Hardwareparametern wie Sensorgrößen und Akkukapazitäten im Android-Segment häufig richtig, seine Apple-Angaben stammen aber oft aus der Prototypenphase und verschieben sich mitunter – so wurde etwa Face ID unter dem Display mehrfach gemeldet und dann verschoben.
Fixed Focus Digital hat einen guten Ruf bei mechanischen Details wie Dicke, Kameraplateau und Materialangaben, korrigierte seine konkreten Millimeterwerte im Verlauf der Vorserienphase aber wiederholt.
Was das dickere Gehäuse im Alltag bedeutet
Ein Zuwachs von rund 2 Millimeter bei gleicher Höhe und Breite dürfte sich beim Gewicht bemerkbar machen. Für das iPhone 18 Pro Max standen bereits Werte von über 240 Gramm im Raum. Ein dickeres Gehäuse kann zwar griffiger in der Hand liegen, erschwert aber für Nutzer mit kleineren Händen das Umgreifen und das Erreichen der oberen Displaybereiche – gerade bei den großen Pro-Max-Modellen.
Der größere Kamerabuckel bringt einen weiteren Nachteil: Das Gerät wackelt ohne Schutzhülle noch stärker, wenn es flach auf dem Tisch liegt und man darauf tippt.
Der Marktstart des iPhone 18 Pro und Pro Max wird für September 2026 erwartet. Die Standardmodelle iPhone 18, iPhone 18e sowie das iPhone Air 2 sollen erst im Frühjahr 2027 folgen – Apple würde damit seinen traditionellen September-Rundumschlag auf einen zweistufigen Release-Zyklus aufteilen. Für das iPhone Air 2 nennt Digital Chat Station eine Akkukapazität von 3.500 mAh, ein Plus von rund 11 Prozent gegenüber den 3.149 mAh des aktuellen Air. Die Abmessungen bei dem Gerät sollen aber gleich bleiben.
(mki)









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