Hind Rajab: 335 Kugeln, ein totes Kind

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Hind Rajab war fünf, als sie in Gaza getötet wurde. Jetzt ermittelt erstmals der israelische Militärstaatsanwalt. Haben Soldaten Kriegsverbrechen begangen?

25. August 2026, 13:19 Uhr

 Hind Rajabs Großmutter zeigt ein Bild des 2024 getöteten Mädchens.
Hind Rajabs Großmutter zeigt ein Bild des 2024 getöteten Mädchens. © Jehad Alshrafi/​ap/​dpa

Hind Rajab Hamada war fünf Jahre alt, als sie getötet wurde. Am 29. Januar 2024 floh ihre Familie vor Angriffen der israelischen Armee im Norden des Gazastreifens. Ihr Onkel, seine Frau, deren vier Kinder und Hind waren in einem kleinen schwarzen Kia unterwegs, als sie unter Beschuss gerieten. 335 Kugeln feuerten die Soldaten ab, so rekonstruierten es später die Forscher des Instituts Forensic Architecture der Universität London.

Der Palästinensische Rote Halbmond (PRCS) dokumentierte, was nach den Schüssen auf den Kia passierte. Die einzige Cousine, die noch lebte, Layan Hamada, setzte einen Notruf ab, den der PRCS später veröffentlichte: »Sie schießen auf uns. Der Panzer ist direkt neben mir. Wir sitzen im Auto, der Panzer ist direkt neben uns«, schreit die 15-Jährige. Auf der Aufnahme ist weiterer Beschuss zu hören, und Layan antwortet den Rettungskräften nicht mehr. Dafür meldet sich Hind: »Kommt und holt mich. Kommt ihr und holt mich? Ich habe solche Angst, bitte kommt!« Mit diesen Worten ist sie in der Aufnahme zu hören. Auch Hind wird erschossen, ebenso wie zwei Sanitäter, die ihnen zu Hilfe eilen. Die Leichen der Mädchen, ihrer Angehörigen und der Rettungskräfte können erst Wochen nach dem Vorfall geborgen werden.

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