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Wie Japan zur Kamera-Weltmacht wurde: Der Aufstieg von Nikon, Canon und Co.
- Japan entdeckt die Fotografie und nimmt Fahrt auf
- Gründungsboom in Japans Fotoindustrie
- Leicas Kleinbildkamera revolutioniert die Fotografie
- Die USA als Geburtshelfer des japanischen Wirtschaftswunders
Canon, Sony, Nikon, Fujifilm, Panasonic, OM Digital, Ricoh: Eine Handvoll Firmen aus Japan teilt den Foto-Weltmarkt praktisch komplett unter sich auf. Bildete man den Marktanteil japanischer Kamerahersteller als rotes Tortendiagramm auf weißem Grund ab, sähe das Ergebnis der japanischen Flagge verdächtig ähnlich. Aber warum ist das eigentlich so? Und seit wann? Und: Warum ausgerechnet Japan? Schließlich ist die Fotografie eine europäische Erfindung, und lange Zeit galten insbesondere die deutschen Kamera- und Objektivhersteller als weltweit führend in Sachen Technologie und Qualität.
Japans Weg zur Kamera-Weltmacht beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich das Land unter dem Druck westlicher Großmächte öffnet und innerhalb weniger Jahrzehnte eine eigene optische Industrie aufbaut – zunächst mit europäischem Know-how. In den 1920er- und 30er-Jahren holen die Hersteller deutsche Ingenieure ins Land und nehmen sich Leica und Contax zum Vorbild. Doch der eigentliche Umbruch beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg: US-Militärstützpunkte werden zu den ersten Vertriebskanälen, ein staatlich organisiertes Qualitätssystem poliert den schlechten Ruf japanischer Produkte, und die deutsche Fotoindustrie unterschätzt die Konkurrenz aus Fernost, bis es zu spät ist.
Es ist eine Geschichte voller Wendepunkte: Ein Ingenieur zerlegt eine Leica, empört sich über den Preis „billiger Materialien“ – und gründet Canon. Ein Kriegsfotograf entdeckt in Tokio Nikkor-Objektive und macht sie über Nacht in den USA berühmt. Ein goldener Aufkleber mit der Aufschrift „PASSED“ wird zum Symbol einer beispiellosen Qualitätsoffensive. Und im Hintergrund verschieben geostrategische Interessen, Industriepolitik und die Selbstüberschätzung der deutschen Konkurrenz die Machtverhältnisse auf dem Kameramarkt grundlegend.
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