- Smart Glasses: Warum HateAid jetzt Anzeige gegen Meta erstattet hat
- Erfolgschancen der Strafanzeige und Aussichten auf ein Smart-Glass-Verbot
Ist die Nutzung von Smart Glasses mit deutschem Recht vereinbar? Die Bürgerrechtsorganisation HateAid lässt das jetzt gerichtlich prüfen – mit einer Strafanzeige gegen den US-Konzern Meta. Denn nicht nur HateAid sieht in den Kamerabrillen versteckte Überwachungswerkzeuge, die gegen Datenschutzgesetze verstoßen.
Dabei fordert HateAid-Geschäftsführerin Josephine Ballon gar kein generelles Verbot und sieht sogar nützliche Anwendungsfälle für die Technik. „Es muss einfach sichergestellt werden, dass die verkauften Geräte sicher genug sind, um sie auf die Menschheit loszulassen“, sagt sie im Interview mit heise online.
- Am 12. August 2026 reichte HateAid Strafanzeige gegen die Geschäftsführungen von Meta, Brillenhersteller Ray-Ban sowie am Verkauf von Smart Glasses beteiligten Optikern ein.
- Der Vorwurf: Die kaum als High-Tech-Gadgets erkennbaren Brillen verstoßen gegen § 8 des Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetzes (TDDDG).
- HateAid ist eine 2018 gegründete gemeinnützige Organisation, die sich gegen Hass im Netz einsetzt und Betroffene berät.
(Bild:
Sven Serkis
)Josephine Ballon studierte Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam und ist seit 2018 Rechtsanwältin. Im November 2019 wurde sie Head of Legal bei HateAid, seit September 2023 leitet sie die Organisation als Geschäftsführerin.
Auslöser der Debatte sind unter anderem Online-Trends wie „Smart Glass Rizzing“, bei dem Influencer mit den unauffälligen Kamerabrillen Frauen in der Öffentlichkeit anflirten, heimlich filmen und die Videos dann online stellen. Wir haben mit Ballon über die Hintergründe der Strafanzeige gesprochen.
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