heise+ | Breitbandausbau: Zwischen Notwendigkeit und Panikmache

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Direktvermarkter setzen Verbraucher an der Haustür unter Druck, Skeptiker halten Glasfaser für überflüssig. Wir ordnen ein, was technisch dahintersteckt.

Mikrorohr-Abgänge zu Kunden in einem Glasfaser-Netzverteiler.

(Bild: Deutsche Telekom)

04.08.2026, 07:00 Uhr

Lesezeit: 10 Min.

  1. Breitbandausbau: Zwischen Notwendigkeit und Panikmache
  2. Das Kabelnetz – nur mittelfristig eine Lösung
  3. Was die Glasfaser technisch besser macht
  4. Kein Grund zur Panik an der Haustür

An der Haustür klingeln Vertriebsmitarbeiter und behaupten, der DSL-Anschluss werde bald abgeschaltet – um anschließend teure Glasfaserverträge mit überzogenen Datenraten zu verkaufen. Gleichzeitig verbreiten selbsternannte Fachleute im Netz die Behauptung, der Glasfaserausbau sei überflüssig, weil die Geschwindigkeiten über DSL und Koaxialkabel längst genügten.

Beide Lager sorgen für Verunsicherung. Viele Verbraucher fragen sich zu Recht, ob sie handeln müssen oder schlicht abgezockt werden, wenn sie Glasfaser buchen. Ein Blick auf die technischen Hintergründe schafft Klarheit – und zeigt, dass Panik unangebracht ist, der Umstieg sich aber perspektivisch lohnt.

Der mit Abstand größte Teil der Internetzugänge in Deutschland läuft über das Telefonnetz, also die verdrillte Kupferdoppelader. Derzeit gibt es rund 24 Millionen Festnetzanschlüsse mit DSL. Diese Infrastruktur war ursprünglich für analoge Telefonie bis 3 kHz ausgelegt und transportierte die schmalbandigen Sprachsignale problemlos über mehrere Kilometer. Mit dem Internetboom und DSL wurde aus der Telefonleitung jedoch ein breitbandiger Datenkanal – etwas, wofür die Kupferdoppelader nie gemacht war.

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