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Analyse: Biogas und Biomethan als Zukunft des Heizens
- Viel Biogas, wenig Biomethan
- Strom, Wärme und Dünger gehen vor
- Besser nicht in den Heizkessel
„Wie ein großer Kuhmagen“: Birgit Lüpschen wirft einen Blick durch ein Guckloch in den unterirdischen Fermenter. Darin gären unter Ausschluss von Sauerstoff Gülle, Kuhmist und pflanzliche Abfälle, durchmischt und erhitzt auf etwa 40 Grad. Bakterien machen sich über die unappetitliche Suppe her und verdauen sie zu Biogas.
Biogas rückt gerade stark in den Fokus. Denn das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt darauf, dass ein wachsender Anteil von Biomethan – einem aufbereiteten Erdgas-Ersatz – fossiles Gas in den Heizungen verdrängt. Mit Gas heizen derzeit rund die Hälfte der Haushalte in Deutschland.
- Von 9605 Biogasanlagen in Deutschland bereiten nur 290 ihr Gas zu netzfähigem Biomethan auf – die große Mehrheit verstromt es vor Ort in Blockheizkraftwerken.
- Für viele Altproduzenten lohnt sich die Umrüstung auf Biomethan-Einspeisung nicht, weil die Investitionskosten hoch, die Genehmigungsverfahren langwierig und die Abnahme unsicher sind.
- Eine deutliche Steigerung der Biomethanproduktion wäre nur durch mehr Energiepflanzenanbau möglich, der bereits 11 Prozent der Ackerfläche beansprucht und ökologisch umstritten ist.
- Kommunale Anlagen zeigen, dass Biomethan-Einspeisung aus Bioabfällen funktionieren kann, aber hohe Investitionen und politischen Willen erfordert.
- Biomethan wird auch in der Industrie, der Fernwärme und der Stromerzeugung für die Defossilisierung gebraucht – der Heizungsmarkt konkurriert um einen Rohstoff, der für den Heizkessel zu knapp und zu wertvoll ist.
Doch kann die Biogasbranche liefern, was die Politik verspricht? Ein Besuch bei Landwirten und Entsorgern zeigt, was Biogasanlagen heute leisten – und warum Fachleute bezweifeln, dass der Heizkessel der richtige Ort für den knappen Rohstoff ist.
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