Prozess in Braunschweig Ex-FDP-Abgeordneter Ebbing wegen Kindesmissbrauchs verurteilt
Der ehemalige FDP-Politiker Hartmut Ebbing soll einen siebenjährigen Jungen sexuell missbraucht haben. Das Gericht will ihn nun mehrere Jahre hinter Gitter bringen.
18.03.2026, 16.47 Uhr
Angeklagter Ebbing vor Gericht (Foto vom 10. März)
Foto: Michael Matthey / dpaEin ehemaliger Bundestagsabgeordneter ist wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Braunschweig verhängte für den 69-jährigen Hartmut Ebbing eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Eine mitangeklagte Lehrerin aus Niedersachsen erhielt ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung.
Die Strafkammer sah es als erwiesen an, dass das ehemalige FDP-Mitglied und die Lehrerin im Jahr 2021 sexuelle Handlungen an dem damals siebenjährigen Sohn der Frau vorgenommen haben. Die 52-jährige Frau hatte zudem eingeräumt, Bilder ihrer Taten gemacht und an den Angeschuldigten geschickt zu haben. Ebbing und die Frau sollen damals eine kurze Beziehung geführt haben, knapp drei Monate sollen sie liiert gewesen sein.
Ebbing streitet Vorwürfe ab
Mit dem Urteil ging das Gericht für beide über die Forderungen der Staatsanwaltschaft hinaus. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, eine Revision ist möglich.
Ebbing bestreitet die Vorwürfe. Er habe den Jungen nicht berührt, hatte der 69-Jährige zum Prozessauftakt gesagt. Die Verteidigung der angeklagten Frau wollte eine Bewährungsstrafe von elf Monaten erreichen. Für die suspendierte Lehrerin stehen nach dem Strafprozess weitere Fragen zum Sorgerecht für ihre Kinder und ein Disziplinarverfahren aus.
Ebbing, gebürtiger Berliner, war damals FDP-Bundestagsabgeordneter. Von 2017 bis 2021 war er Mitglied des Bundestages. Inzwischen ist er nicht mehr Mitglied der Partei. Die Vorwürfe seien der Partei »nicht bekannt« gewesen, sagte ein FDP-Sprecher vor Prozessbeginn.
Wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig zuvor mitteilte, war Ebbing bereits im Februar 2025 vom Amtsgericht Tiergarten in Berlin wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie in mehreren Fällen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

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