»Gut Ding will Weile haben.« Oder: »Was lange währt, wird endlich gut.« Diese und ähnliche Sätze lösen bei mir, einer eher ungeduldigen Person, weniger Ruhe als Unbehagen aus. Falls es Ihnen ähnlich geht, habe ich etwas für Sie, das zeigt, dass sich Geduld und Beharrlichkeit auszahlen.
Meine Kollegin Nina Krug hat sich mit dem Bau der Sagrada Família in Barcelona beschäftigt: 1882 legte der Bischof den Grundstein für die Kirche. Diese Woche wurde der zentrale Turm des Bauwerks eingeweiht – mit 172,5 Metern der höchste Kirchturm der Welt. Papst Leo XIV. leitete die Zeremonie höchstpersönlich.
Papst Leo bei der Einweihung des Christusturms: Ein Meilenstein in der Geschichte der Sagrada Família
Foto: Elisabetta Trevisan / AFPDamit ist die Kirche ihrer Vollendung einen großen Schritt näher. Ein Projekt, das bis dato neun Architekten zählt – und seit mehr als einem Jahrhundert läuft. Doch: Das Warten lohnt sich, wie ich dank Nina gelernt habe. Sie erklärt, wie viel Detailliebe und Ideenreichtum in dem Bauwerk stecken: Die Fassaden erzählen unterschiedliche Kapitel der biblischen Geschichte. Die Türme stehen für die vier Evangelisten – und der höchste für Jesus Christus, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Nina hat viel Zeit in die Recherche für diese Grafiken gesteckt. Dafür hat sie Artikel und Interviews mit den leitenden Architekten sowie wissenschaftliche Publikationen gelesen. In den Bildarchiven des SPIEGEL konnte sie bis 1960 zurückgehen und einzelne Abschnitte nachvollziehen.
Was sie jedoch nicht gemacht hat: sich die Kirche selbst vor Ort anzusehen. »Noch ist kein Urlaub geplant, aber spätestens jetzt komme ich nicht mehr drum herum«, sagte sie mir. Schon aus der Ferne habe sie der Bau beeindruckt – »wobei es mich als gebürtige Ulmerin schon etwas schmerzt, dass der höchste Kirchturm der Welt jetzt in Barcelona steht«.
Ich empfehle Ihnen Ninas Grafikstück zum Scrollen sehr.
Was diese Woche noch gut war – für die Welt:
Glücklich in Ostdeutschland
Der »Glücksatlas« der Universität Freiburg und der Süddeutschen Klassenlotterie hat die Lebenszufriedenheit der Menschen in 40 deutschen Großstädten verglichen. Am besten geht’s den Bewohnerinnen und Bewohnern von Erfurt. Lesen Sie hier, was die Gründe dafür sind – und erfahren Sie, wie die anderen Städte abgeschnitten haben.
Nordend in Frankfurt: Studierende bekommen ihr Geld zurück
Foto: Frank Rumpenhorst/ dpaDFB-Elf gibt Bustickets aus
Wer zur WM über den Atlantik reist, nimmt viel Geld in die Hand: Flug, Hotelkosten, Tickets – alles ist teuer. Die deutschen Nationalspieler unterstützen deshalb 600 Fans und zahlen den Transport zum Stadion – am 25. Juni, wenn das Team sein drittes Gruppenspiel in East Rutherford im US-Bundesstaat New Jersey bestreitet. (Hier mehr dazu.) Und: Kennen Sie die Trikots der Mannschaften von Kap Verde, Jordanien oder Usbekistan? Stimmen Sie hier für Ihr Lieblingstrikot ab.
Fans beim Freundschaftsspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden: DFB-Spieler lassen Bustickets für eine WM-Partie springen
Foto: Mika Volkmann / Getty ImagesAuf einem Friedhof entsteht neues Leben
Rund tausend Kilometer westlich der australischen Stadt Perth hat ein Forschungsteam Hunderte Walfossilien in der Tiefe entdeckt – manche sind Millionen Jahre alt. Auf diesem Walfriedhof ist ein hoch spezialisiertes, vielfältiges und weitgehend unbekanntes Ökosystem entstanden: ein Zuhause für viele Tierarten. Erfahren Sie hier mehr.
Starke Mietrechte
Augen auf bei der Mietzahlung: Nicht immer ist der Betrag, den Mieterinnen und Mieter zahlen, angemessen – so geschehen im Fall einer Studierenden-WG in Frankfurt am Main. Eine Wohngemeinschaft im Nordend hat rund 26.700 Euro zurückbekommen. Sollten die Studierenden damit erst mal eine Party schmeißen, wir wünschen viel Spaß! Und: In Köln plant ein Immobilienunternehmen einen Neubau. Dafür sollte eine 101-jährige Demenzpatientin aus ihrer Wohnung gedrängt werden. Nun entschied ein Gericht: Die Frau darf bleiben. Lesen Sie hier mehr über den Fall.
Ungarische Regierung übt Verzicht
Die Erwartungen an Péter Magyar sind groß. Der neue ungarische Ministerpräsident hat im Wahlkampf viele Versprechen gemacht, wie er das Land nach 16 Jahren unter Viktor Orbán zum Besseren umkrempeln will. Inzwischen macht die Regierung erste Schritte und kürzt die Abgeordnetenbezüge um 40 Prozent. Hier lesen Sie die Hintergründe.
Was gut ist – für Sie:
Starke Hüften
Mangelnde Mobilität in der Hüfte kann zu vielen Beschwerden führen. Sehen Sie hier in zehn Videos, wie Sie Ihre Körpermitte optimal trainieren.
Lecker Pausenbrot
Was ist Ihr liebster Brotbelag? Ich bin Team Avocado und wahlweise Käse. Nun habe ich eine neue Idee, die Auswahl zu vergrößern: Pan con Tomate, Tomatenbrot ab 80 Cent. Hier geht’s zum Rezept .
Pan con Tomate: Einfach, günstig, lecker
Foto: Sebastian Maas / Der SpiegelJob und KI
Wie können Sie Ihre Kinder auf die Arbeitswelt mit KI vorbereiten? Psychologin Barbara Weißenbacher zeigt drei Faktoren , die bei der Berufswahl immer entscheidend sein werden.
Geben Sie Keimen keine Chance
Am Gurt, auf dem Tisch und der Toilette: Im Flugzeug sind Keime überall. Erfahren Sie hier , wie hoch das Risiko einer Infektion wirklich ist – und wie Sie sich wappnen können.
Und sonst?
Möchte ich Ihnen von einem Angebot in Hamburg erzählen, das vielen Menschen Trost spendet. Auf dem Ohlsdorfer Friedhof können Haustierbesitzer sich mit ihrem Hund bestatten lassen. Ute Dinse möchte das eines Tages tun.
Ute Dinse mit Mops Onno: »Ein versöhnlicher Gedanke«
Foto:Aliona Kardash / DER SPIEGEL
Sie hat ihren Mann bereits dort beerdigt. Der Gedanke tröstet sie, dass sie zu dritt eines Tages auf diesem Friedhof wiedervereint sein werden – sie, ihr Mann und ihr Mops Onno, erzählte sie meiner Kollegin Birte Bredow.
»Manche Menschen finden das vielleicht komisch«, sagte Dinse. Doch wenn man ein Haustier als Kameraden habe, wolle man das nach seinem Tod nicht einfach irgendwo einbuddeln oder beim Tierarzt lassen, meint die Hundebesitzerin. Und: Der Friedhof ist für Dinse ein Ort der Begegnung. Sie sei mindestens einmal die Woche am Grab ihres Mannes. Dort treffe sie viel häufiger andere Menschen und komme mit ihnen ins Gespräch, als am Grab ihrer Mutter, sagte sie.
Ich fand es tröstlich, Dinses Gedanken zu diesem Thema zu lesen . Ich empfehle sie Ihnen sehr.
Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende. Wenn Sie sich bisher nicht für unseren wöchentlichen Newsletter angemeldet haben, können Sie ihn hier gratis bestellen.
Ihre Anastasia Trenkler, Redakteurin im Nachrichtenressort des SPIEGEL

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