Großbritannien: Starmer ernennt James Murray zum neuen Gesundheitsminister

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James Murray wird neuer britischer Gesundheitsminister. Er ersetzt Wes Streeting, der wegen fehlendem Vertrauen in Premierminister Keir Starmer zurückgetreten war.

Quelle: DIE ZEIT, Reuters, 14. Mai 2026, 22:35 Uhr

 Der Labour-Abgeordnete James Murray hatte zuletzt das Amt des Staatssekretärs im Finanzministerium inne, jetzt wird er Gesundheitsminister.
Der Labour-Abgeordnete James Murray hatte zuletzt das Amt des Staatssekretärs im Finanzministerium inne, jetzt wird er Gesundheitsminister. © Peter Nicholls/​Getty Images

Nach dem Rücktritt von Wes Streeting hat Großbritanniens Premierminister Keir Starmer James Murray zum neuen Gesundheitsminister ernannt. Der Labour-Abgeordnete war zuvor Staatssekretär im Finanzministerium. Seine Nachfolge tritt Lucy Rigby an, wie Starmer⁠s Büro in einer Erklärung mitteilte. Es ist die zweithöchste Position im britischen Finanzministerium.

Zuvor hatte Wes Streeting seinen Rücktritt vom Amt des Gesundheitsminister angekündigt. In einer auf X veröffentlichten Stellungnahme begründete er seine Entscheidung damit, das Vertrauen in Keir Starmers Führung verloren zu haben. Es sei »unehrenhaft und prinzipienlos«, in der Regierung zu bleiben. Streeting gilt als innerparteilicher Herausforderer von Premierminister Keir Starmer.

Streeting forderte Starmers Rücktritt von Parteivorsitz

»Es ist nun klar, dass Sie die Labour-Partei nicht in die nächsten Parlamentswahlen führen ​werden«, schrieb Streeting an Starmer gerichtet. Die Debatte darüber, wie ⁠es weitergehe, müsse ein Wettstreit der Ideen sein und kein Kampf der Persönlichkeiten. »Sie ​muss breit angelegt sein und das bestmögliche Feld an Kandidaten umfassen.«

Starmer reagierte auf den Rücktritt ebenfalls mit einem Brief, in dem er ‌Streetings Rücktritt ⁠bedauerte. »Es ist unsere Pflicht, uns ​dem zu stellen, was ich als Kampf um die Seele unserer Nation betrachte«, schrieb der britische Premier. Das Kapitel Chaos müsse abgeschlossen werden.

Zuvor bereits Spekulationen über Strategie hinter Rücktritt

Der Rücktritt von Streeting verschärft die internen Spannungen in der Labour-Partei. Die Zeitung The Times berichtete bereits am Mittwoch über mögliche Ambitionen Streetings auf den Labour-Parteivorsitz. Um eine Kampagne für den ​Parteivorsitz offiziell zu starten, benötigt er die Unterstützung von 81 Labour-Abgeordneten.

Als weitere mögliche Kandidaten gelten der Bürgermeister von Greater Manchester, Andy Burnham, sowie die frühere Vizepremierministerin Angela Rayner. Starmer steht nach schlechten Ergebnissen bei Kommunalwahlen zunehmend unter Druck. Rücktrittsforderungen weist er bis dato jedoch zurück.

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