(SZ) Vor manchen Jahren erstand einmal ein Kleinunternehmer, der zu etwas Geld gekommen war, eine überraschend günstige Burg hoch in einem deutschen Mittelgebirge. Dem Umstand, dass die alten Gemäuer als Hohlenfels bekannt waren, widmete der Burgenfreund nicht die gebotene Aufmerksamkeit. Leider musste der Umzugswagen einige Hundert Meter unterhalb des Tores stoppen, leichte Zugänglichkeit war eben genau das nicht gewesen, was die Erbauer einst im Sinne gehabt. Ein jäher Platzregen wirkte sich ungünstig auf den Hausrat aus, den die fluchenden Packer hoch ins einzig bewohnbare Gebäude der Anlage wuchteten. Später, als der stolze Burgherr eine Party feierte, hörten seine Gäste ein seltsames Geräusch, das klang, als schütte der Riese Rübezahl einen kolossalen Kiessack aus. Bedauerlicherweise waren es die äußeren Schutzmauern, die der hohle Fels nach so vielen Jahrhunderten einfach nicht mehr zu tragen vermochte, weshalb sie hinunter in den Burggraben rutschten. Das Ganze sah etwa so aus wie die Godesburg am Rhein nach der Sprengung durch die Bayern 1583, die sich für diese Freveltat übrigens immer noch nicht entschuldigt haben.
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