G7-Gipfel in Évian: Protestmarsch gegen G7-Gipfel in Genf

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In Genf protestiert ein breites »No G7«-Bündnis, Zehntausende Teilnehmer werden erwartet. Ab Montag findet der G7-Gipfel im benachbarten Évian in Frankreich statt.

Quelle: DIE ZEIT, AFP, dpa, 14. Juni 2026, 16:34 Uhr

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Aktivisten des »No G7«-Bündnisses in Genf © Martial Trezzini/​dpa

In der Schweizer Grenzstadt Genf hat ein großer Protestmarsch gegen den G7-Gipfel begonnen, der ab Montag im nahegelegenen französischen Évian stattfindet. Zu der »No G7«-Demonstration wurden Zehntausende Teilnehmer erwartet. Nach Angaben der Genfer Stadtverwaltung genehmigt Frankreich keine Proteste gegen den Gipfel, weshalb diese in Genf stattfinden. Die Staats- und Regierungschefs der G7-Mitgliedsländer und der fünf Gaststaaten werden ebenfalls in Genf eintreffen und von dort nach Évian weiterreisen.

Der Protestmarsch hat den Organisatoren zufolge eine antikapitalistische und globalisierungskritische Ausrichtung. Er wurde von einem Bündnis aus rund 60 unterschiedlichen Gruppen organisiert, darunter laut Angaben einer Sprecherin feministische Organisationen, antifaschistische Gruppen, Gewerkschaften und ein sogenannter revolutionärer Block.

16.000 Sicherheitskräfte auf französischer Seite

Aus Angst vor Ausschreitungen wurden die Fenster zahlreicher Geschäfte und Hotels in Genf mit Holzplatten verriegelt. 2003 hatte schon einmal ein Gipfel in Évian stattgefunden, zu der Zeit noch unter Beteiligung Russlands im G8-Format. Auch damals fanden Gegenproteste im rund 50 Kilometer entfernten Genf statt. Es kam zu Gewalt und Ausschreitungen.

Für die diesjährigen Proteste hat die Genfer Polizei Verstärkung aus dem ganzen Land angefordert. Sie rechnete mit rund 50.000 Teilnehmenden. Mehrere Tausend Polizisten kontrollieren seit zwei Tagen in der Stadt Autos und Personalien von Passanten.

Auch das Treffen in Évian findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Auf französischer Seite sind etwa 16.000 Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute im Einsatz. Die Schweiz beteiligt sich mit etwa 4.000 Soldaten an der Absicherung.

Gipfel-Themen sind unter anderem Nahost und Künstliche Intelligenz

Zu den G7 zählen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Japan und die USA. Gastgeber des Gipfels ist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der derzeit den Vorsitz der informellen Staatengruppe hat. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und US-Präsident Donald Trump werden in Évian erwartet.

Auf der Agenda des G7-Treffens stehen die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Zudem soll es um den Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) und den Abbau geostrategischer Ungleichgewichte gehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Dienstag in Évian dabei sein und dort auch Trump treffen.

Zu einigen Programmteilen des bis Mittwoch dauernden Gipfels sind auch die Staats- und Regierungschefs der Partnerländer Brasilien, Südkorea, Ägypten, Indien und Kenia eingeladen. Damit wollen die G7-Länder der Kritik entgegenwirken, die Gruppe sei elitäre und entscheide über die Köpfe anderer hinweg.

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