Ein US-Sonderbeauftragter wollte Italiens Mannschaft statt der des Iran an der Fußball-WM teilnehmen lassen. US-Außenminister Marco Rubio lehnte den Vorstoß aber ab.
24. April 2026, 7:45 Uhr Quelle: DIE ZEIT, AFP, SID, sko
US-Außenminister Marco Rubio hat einen Vorschlag abgelehnt, wonach die Männer-Fußballnationalmannschaft Italiens anstelle des Iran an der unter anderem in den USA stattfindenden Weltmeisterschaft (WM) teilnehmen soll. »Niemand in den USA hat ihnen gesagt, dass sie nicht kommen könnten«, sagte Rubio mit Blick auf die iranische Nationalmannschaft. Die Teilnahme sei die alleinige Entscheidung des Iran. »Wenn sie von sich aus entscheiden, nicht zu kommen, dann ist das, weil sie sich dazu entschieden haben, nicht zu kommen«, sagte er. Woher der gegenteilige Vorschlag komme, wisse er nicht.
Zugleich gab Rubio zu bedenken, die USA könnten Mitgliedern der iranischen Delegation die Einreise verweigern, wenn diese Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) hätten. Diese werden in den USA als Terrororganisation eingestuft. »Das Problem mit dem Iran wären nicht die Athleten, sondern einige der anderen Personen, die sie mitbringen wollten, von denen manche Verbindungen zu den IRGC haben«, sagte Rubio. »Wir könnten sie möglicherweise nicht ins Land lassen, aber nicht die Athleten selbst.«
Italien distanziert sich ebenfalls
Ein Sonderbeauftragter von US-Präsident Donald Trump hatte Italien als Ersatzkandidaten für den Iran bei der Fußball-WM ins Gespräch gebracht. »Ich kann bestätigen, dass ich Trump und (Fifa-Präsident Gianni) Infantino vorgeschlagen habe, dass Italien den Iran bei der WM ersetzt«, sagte Paolo Zampolli, der ein Sonderbeauftragter Trumps ist, der Financial Times. Hintergrund soll demnach sein, das angeschlagene Verhältnis von Trump zu Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zu reparieren.
Die italienische Regierung wies den Vorschlag jedoch ebenfalls zurück. Sportminister Andrea Abodi verwies zur Begründung darauf, dass sich Italien nicht für das Turnier qualifiziert habe und ihm eine Teilnahme deshalb nicht zustehe. »Erstens, es ist nicht möglich. Und zweitens ist es nicht angebracht – man qualifiziert sich auf dem Rasen«, sagte Abodi. Der Iran hatte sich dagegen für die Fußball-WM qualifiziert. Die Fifa hat sich bisher nicht dazu geäußert. Ihr Präsident Infantino hatte zuletzt gefordert, dass der Iran »auf jeden Fall« an der WM teilnehmen werde.
Ob die iranische Mannschaft an der WM teilnimmt, ist trotzdem unklar. Zuletzt hatter der iranische Fußballverband FFIRI erklärt, er verhandele mit der Fifa, um die WM-Spiele des Landes von den USA nach Mexiko zu verlegen. Nach derzeitigem WM-Spielplan sind für den Iran jedoch zwei Partien in Los Angeles und eine Begegnung in Seattle angesetzt, auch das Teamquartier soll in Tucson im US-Bundesstaat Arizona sein. Die WM findet vom 11. Juni bis zum 19. Juli in den Vereinigten Staaten, Mexiko und Kanada statt.

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