Freunde zu treffen, bleibt in Deutschland die wichtigste soziale Freizeitaktivität. Doch die klassische Geselligkeit verliert an Bedeutung. Das geht aus dem aktuellen Freizeit-Monitor der Hamburger Stiftung für Zukunftsfragen hervor. Nur 19 Prozent der 3000 im Juli befragten Menschen gaben an, regelmäßig mit Freunden unterwegs zu sein. Bei der ersten Erhebung 1986 waren es noch 37 Prozent.
»Die klassische Geselligkeit verliert damit an Reichweite, während soziale Kontakte stärker in individuell planbare und digitale Formen übergehen«, heißt es in der Studie. Internet, Fernsehen, Musikhören und die Nutzung des Handys prägten den Alltag.
Auch gedruckte Zeitungen und Zeitschriften werden seltener genutzt. Der Anteil der Menschen, die sie mindestens einmal pro Woche lesen, sank von 72 Prozent im Jahr 2016 auf 36 Prozent in der aktuellen Befragung. Digitale On-Demand-Angebote legten dagegen zu: 82 Prozent gaben an, mindestens einmal pro Woche Musik zu hören; 2016 waren es 52 Prozent. Bei Videospielen stieg der Anteil von 9 auf 33 Prozent, bei Social Media von 48 auf 71 Prozent.
Künstliche Intelligenz, kurz KI, nutzen inzwischen 42 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil bei 64 Prozent. Nach Angaben der Studie hat sich die Technologie damit nur wenige Jahre nach dem Start der ersten frei verfügbaren Chatbots schneller in der Freizeit etabliert als einst Social Media oder Streaming. Für junge Menschen sei KI nicht nur ein Werkzeug zur Informationsbeschaffung, sondern auch Ratgeber, Quelle der Bestätigung und Freundesersatz, sagte der wissenschaftliche Leiter der Stiftung Ulrich Reinhardt. Die Frage wurde in diesem Jahr erstmals gestellt.
Die knapp vier Stunden, die Menschen in Deutschland an einem Werktag zur freien Verfügung haben, nutzen sie demnach auch für Gespräche über wichtige Dinge, Zeit mit der Partnerin oder dem Partner und zum Nachdenken. Zum Wochenrhythmus gehört zudem das Faulenzen. Der Anteil der Menschen, die Nichtstun oder Chillen nannten, stieg im Vergleich zu 2016 um 15 Prozentpunkte auf 62 Prozent.
Auch Sport ist wichtiger geworden: Heute ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung sportlich aktiv. Vor 40 Jahren trieben lediglich 18 Prozent mindestens einmal pro Woche Sport. Beliebter als vor zehn Jahren sind zudem Freizeit- und Vergnügungsparks, Museen, Kunstausstellungen, Tierparks, Konzerte und Festivals. Diskotheken und Volksfeste verloren dagegen an Attraktivität.

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