Fachkräftemangel: Benefits in Stellenanzeigen überzeugen Azubis nur bedingt

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Im Kampf um Azubis werben Unternehmen immer stärker mit Extras wie dem Jobticket, Weihnachtsgeld, flexiblen Arbeitszeiten oder Fortbildungen. Doch für die jungen Menschen selbst sind diese sogenannten Benefits meist nur Nebensache.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Auswertung der Bertelsmann Stiftung , die 6,5 Millionen Online-Stellenanzeigen für Ausbildungsplätze aus den Jahren 2019 und 2025 analysiert und 1755 Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren befragt hat.

Benefits boomen

Wie stark die Extras beworben werden, zeigt ein Blick in die ausgewerteten Anzeigen. Demnach wurde das Jobticket im Vergleich zu 2019 im Jahr 2025 mehr als doppelt so häufig genannt, Urlaubs- und Weihnachtsgeld etwa dreimal so oft. Flexible Arbeitszeiten und vermögenswirksame Leistungen tauchten jeweils fast viermal so häufig auf. In etwa jeder zweiten Anzeige und damit am häufigsten werben Betriebe mit Weiterbildungsmöglichkeiten.

Bei der Zielgruppe verfängt diese Strategie allerdings nur begrenzt. Was genau Azubis später machen sollen, wie viel sie verdienen und wann sie arbeiten, ist für sie wichtiger als Zusatzleistungen, wie die Befragung ergab. Benefits landeten in der Prioritätenliste demnach nur auf Platz acht von zehn.

»Benefits können ein sinnvoller Bestandteil einer Gesamtstrategie für das Anwerben von Auszubildenden sein«, sagt Fabian Schaffer, Experte der Bertelsmann Stiftung für berufliche Bildung. Betriebe sollten deren Bedeutung jedoch »nicht überschätzen« und Zusatzleistungen am Bedarf ausrichten – etwa, um mit einem Fahrtkostenzuschuss einen längeren Arbeitsweg auszugleichen.

Bei einem Benefit klaffen Angebot und Nachfrage auseinander

Bei einem Benefit klaffen Angebot und Nachfrage auseinander

Foto: Westend61 / Getty Images

Der Trend zu mehr Extras in der Anzeige fällt in eine weiterhin angespannte Lage am Ausbildungsmarkt: 2025 konnten 84.000 junge Menschen nicht in eine von ihnen gewünschte Ausbildung vermittelt werden , zugleich blieben über 54.000 Ausbildungsplätze unbesetzt. Drei Viertel der Unternehmen klagten über zu wenige Bewerbungen.

Lücke bei der Altersvorsorge

Ganz wirkungslos sind Benefits jedoch nicht. Vielmehr kommt es auf die richtigen an.

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Insgesamt passen die von Unternehmen beworbenen Benefits laut Stiftung relativ gut zu den Wünschen der jungen Menschen – mit einer Ausnahme: Bei der betrieblichen Altersvorsorge klaffe eine deutliche Lücke, heißt es in der Studie. Während 40 Prozent der Befragten angaben, darauf Wert zu legen, werde sie in Onlineanzeigen für Ausbildungsplätze nur in 22 Prozent der Fälle erwähnt. Hier liege Potenzial.

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