Erste Frau in der SPD-Spitze: Langjährige Schatzmeisterin Wettig-Danielmeier mit 89 Jahren gestorben

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Die SPD trauert um ihre langjährige Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier. Die Politikerin starb im Alter von 89 Jahren, wie die Partei am Freitag in Berlin mitteilte. Als erste Frau in der SPD-Spitze verantwortete sie als Schatzmeisterin sechzehn Jahre lang, von 1991 bis 2007, die Finanzen der SPD. Der Parteivorstand würdigte sie als „Ikone der sozialdemokratischen Gleichstellungspolitik“.

Dietmar Nietan, Schatzmeister und Treuhänder der SPD, erinnerte an die Verdienste von Wettig-Danielmeier. Sie habe im Laufe ihrer langen Karriere „Parteigeschichte“ geschrieben, erklärte Nietan. Sie sei 1959 in die SPD eingetreten, „um zu gestalten“. Über Jahrzehnte habe ihr politisches Wirken nicht nur die SPD verändert. Sie habe auch als Göttinger Parlamentarierin – vom Kreistag über den Landtag bis zum Bundestag – als Bildungsexpertin und „leidenschaftliche Gleichstellungspolitikerin“ vieles bewegt.

Dank ihr gibt es die Quotenregelung in der SPD

So habe sie als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen für die Quotenregelung in der SPD gekämpft, die seit 1988 gilt. Als Bundestagsabgeordnete habe sie am parteiübergreifenden historischen Kompromiss zum Abtreibungs-Paragrafen 218 im Jahr 1995 mitgewirkt. Auch das Parteiengesetz trage ihre Handschrift.

Als Generaltreuhänderin der SPD habe Wettig-Danielmeier den Unternehmensbereich „neu strukturiert und auf Erfolgskurs gebracht“, erklärte Nietan weiter. Insbesondere der Bau der Parteizentrale in Berlin vor 30 Jahren habe sie mit Stolz erfüllt. Dass das Willy-Brandt-Haus „nicht nur eine Parteizentrale“ sei, sondern „auch ein Ort der Kultur“, sei maßgeblich von der Initiatorin des „Freundeskreis Willy-Brandt-Haus“ ausgegangen. Die SPD-Flagge am Willy-Brandt-Haus wurde am Freitag zum Gedenken an Wettig-Danielmeier auf Halbmast gesetzt. (AFP)

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