Ebola – Ein Virus, das schon viel Leid verursacht hat: Tausende Tote, erschöpfte kranke Menschen, ganze Länder in Angst vor Ansteckungen. Nun ein neuer Ausbruch in Zentralafrika.
Tedros Adhanom Ghebreyesus, WHO-Generaldirektor:
»Ich bin zutiefst besorgt über das Ausmaß und das rasante Fortschreiten dieser Epidemie.«
Droht eine massive Ausbreitung der Infektionen? Kurze Antworten auf die wichtigsten Fragen:
Was ist Ebola, wieso ist es so gefährlich?
Ebola ist vor allem in Teilen Afrikas südlich der Sahara verbreitet. und wird vermutlich von Wildtieren wie Affen oder Flughunden auf den Menschen übertragen. Bei der bislang schwersten Epidemie zwischen 2014 und 2016 starben in Westafrika mehr als 11.000 Menschen.
Das Virus ist deshalb so gefährlich, weil es den Körper sehr schnell stark belastet. Zu Beginn ähneln die Beschwerden oft einer Grippe: Fieber, Schwäche, Kopf- und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf kann Ebola zu schweren Entzündungsreaktionen führen und innere Blutungen, Kreislaufprobleme und Organversagen auslösen.
Ebola verbreitet sich zwar nicht über die Luft wie Grippe oder Covid, aber direkter Kontakt mit Körperflüssigkeiten ist gefährlich. Deshalb müssen Ärzte und Pfleger strenge Isolations- und Hygieneregeln befolgen, auch um das Virus nicht weiterzuverbreiten.
Wieso ist der aktuelle Ausbruch besonders besorgniserregend?
Erstens: Der Ausbruch ereignete sich in der stark bevölkerten Grenzregion zwischen der Demokratischen Republik Kongo, Südsudan und Uganda. Hier sind viele Pendler unterwegs, die Nachverfolgung von Kontaktpersonen über Ländergrenzen hinweg ist schwierig. Hinzu kommen bewaffnete Konflikte, marode Infrastruktur und eine schlechte Gesundheitsversorgung.
Zweitens: Der Ausbruch wurde spät entdeckt. Den ersten nun nachgewiesenen Todesfall gab es bereits am 24. April – das Virus ist möglicherweise schon weiter verbreitet als bisher angenommen.
Drittens: Es gibt noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen die aktuell grassierende seltene Bundibugyo-Variante. Zwar ist die Sterberate ohne medizinische Behandlung niedriger als bei der am häufigsten auftretenden Zaire-Variante. Sie liegt laut WHO aber immer noch zwischen 30 und 50 Prozent. Wird die Infektion früh erkannt, steigen die Überlebenschancen jedoch deutlich.
Was passiert jetzt – und droht uns eine globale Pandemie?
Das Risiko einer globalen Ausbreitung schätzen Experten als sehr gering ein, da Infektionsketten außerhalb der Region unwahrscheinlich sind. Doch momentan gibt es keine verlässlichen Zahlen, wie stark sich das Virus wirklich ausgebreitet hat.
Zuletzt stieg die Zahl der Infektionen in der Demokratischen Republik Kongo weiter an. Die WHO hat Hilfsgüter in die Region geschickt und versucht nun, Erkrankte so gut es geht zu isolieren, ihre Kontakte zurückzuverfolgen und so die Epidemie einzudämmen.

vor 2 Tage
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